VonFlorian Dörrschließen
Die Region Hannover plant, die Wassernutzung im Sommer einzuschränken. Es drohen massive Bußgelder. Doch die neuen Regeln haben eine schwer erklärbare Lücke.
Hannover – In der Region Hannover müssen sich Gartenbesitzer und Landwirte im Sommer erneut auf Einschränkungen bei der Wassernutzung einstellen, um die Ressourcen zu schonen. „Die Jahre 2023 und 2024 waren vergleichsweise wasserreich, aber die Grundwassersituation in der Region Hannover ist nach wie vor kritisch“, erklärte Umweltdezernent Jens Palandt in einer Mitteilung. „Die Regeln für die Beregnung im Sommer bleiben deshalb in den kommenden Jahren ein wichtiger Bestandteil unserer Wasserstrategie, damit auch in den kommenden Jahrzehnten ausreichend Wasser für alle da ist.“
Die Regelung sieht vor, dass vom 1. Juni bis zum 30. September bestimmte Flächen tagsüber nicht bewässert werden dürfen, wenn die Temperatur über 27 Grad liegt.
- Land- und forstwirtschaftliche Flächen
- Öffentliche und private Grünflächen wie Parkanlagen und Gärten
- Sportanlagen wie Fußball-, Hockey-, Tennis-, Reit- oder Golfplätze
Bußgelder bis zu 50.000 Euro drohen, wenn Gärten trotz Verbot bewässert werden
„Baustellenflächen dürfen zur Staubminderung bewässert werden und fallen nicht unter die Allgemeinverfügung“, heißt es bei der Region Hannover. Die Temperaturmessung am Flughafen Langenhagen ist dabei ausschlaggebend. Der Grund für die Wasser-Sperre ist einfach: Bei Sonnenschein verdunstet tagsüber mehr Wasser als abends.
Die Region Hannover, in der etwa 1,2 Millionen Menschen leben, hat festgestellt, dass die Regeln in den vergangenen Jahren gut umsetzbar waren und bei den betroffenen Gruppen größtenteils auf Verständnis stießen. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden: „Grundsätzlich klärt die Region Hannover bei erstmaligen, versehentlichen Verstößen zunächst über die Regeln auf. Bei wiederholten Verstößen können Bußgelder bis zu 50.000 Euro erhoben werden.“
Bewässerung von Gärten in Region Hannover eingeschränkt – doch keine Regeln für Pool-Befüllung
Kurioserweise fällt die Befüllung von Pools und Schwimmbädern nicht unter die Allgemeinverfügung. „Grundsätzlich sollte auf die Nutzung von privaten Schwimmanlagen zum Wohle aller verzichtet werden, da von diesen sehr hohe Verdunstungen ausgehen“, wird lediglich angemerkt.
Die Region Hannover plant zudem, Vereine und Kommunen bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu unterstützen. Dafür werden in diesem Jahr insgesamt eine Million Euro bereitgestellt. Gefördert werden Projekte, die den Grundwasserverbrauch im Sommer reduzieren, wie etwa Sportplatzbeläge, die nicht bewässert werden müssen, oder die Begrünung von Flächen. Die maximale Fördersumme beträgt 50.000 Euro pro Projekt.
875 Quadratmeter, eine riesige Terrasse, insgesamt 18 Zimmer: In Hannover steht die Villa eines Fußball-Weltmeisters von 2014 zum Verkauf.
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