Hallenbad-Abriss beginnt

Rückbau der Gesamtschule geht voran: Schadstoffbeseitigung dauert bis November

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Die Verkleidungen der Außenwände waren asbesthaltig. Sie wurden in den vergangenen Wochen bereits abgebaut und entsorgt.
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Der Rückbau der alten Gesamtschule und des Hallenbades geht voran. Allerdings in kleinen Schritten, die sich insbesondere innerhalb des Gebäudes abspielen. Das soll sich im Laufe dieser Woche ändern: Dann soll schweres Gerät zum Einsatz kommen.

Schlitz - Während die Mitarbeiter der Kalbacher Entox GmbH bereits seit August auf dem Gelände unterwegs sind – zunächst knapp zwei Wochen im Hallenbad, seither in der alten Schule – laufen im Hintergrund weitere Vorbereitungen.

Schlitz: Rückbau der Gesamtschule - Schadstoffbeseitigung bis November

„Wir werden Teile des Novembers noch brauchen, um alle schadstoffhaltigen Materialien auszubauen“, berichtet Entox-Bauleiter Gerhard Tobias. Damit wird der ursprüngliche Zeitplan wohl nicht exakt eingehalten werden können. Probleme für das Gesamtprojekt sieht der aus Sandlofs stammende Tobias jedoch nicht. „Mit dem Asbest sind wir fast durch. Es müssen noch Bodenplatten ausgebaut werden, die teilweise Teer enthalten.“

Derzeit seien seine Leute in den Stelzenbauten entlang der Schlesischen Straße zugange. Dort sei der Fußboden asbesthaltig. Das krebserregende Material sei auch im Fensterkit enthalten. Betroffen seien davon die Werkräume, aber auch die großen Scheiben zu dem Innenhof zwischen Pausenhalle und der ehemaligen Aula, die später als Medienraum genutzt wurde. Ähnliches gelte für die Bauelemente am Haupteingang.

Für die Arbeiten im Hauptgebäude seien in unterschiedlichem Umfang Schleusensysteme eingesetzt worden. Teile der Gesamtschul-Gebäude seien „inzwischen frei gemessen worden. Das geschieht durch ein Gutachterbüro für Schadstoffe, das vom Vogelsbergkreis beauftragt worden ist“.

Durch solche Vier-Kammern-Schleusen sind die Mitarbeiter in die abgeschirmten Räume gelangt, um schadstoffhaltige Materialien auszubauen.

In einer ersten Zwischenbilanz zeigt sich Tobias zufrieden: „Es ist alles gut gelaufen. Teilweise haben wir ein bisschen mehr Schadstoffe gefunden als ausgeschrieben war. Andererseits waren die Fußböden weniger belastet. Das hält sich in etwa die Waage. Man muss sehen, dass die Gutachten auf Stichproben beruhen.“

Während Entox die schadstoffhaltigen Materialien ausgebaut hat, hat der Vogelsbergkreis den Abriss von Hallenbad und Schulgebäude ausgeschrieben und vergeben. Den Zuschlag hat das Abbruch- und Recyclingunternehmen Wilhelm Knepper aus Lippstadt in Westfalen erhalten.

Zu den Kosten heißt es aus dem Landratsamt auf Anfrage, dass diese „derzeit mit 1,2 Millionen Euro prognostiziert“ würden. Diese Summe entspricht in etwa jener, die im Frühjahr als Schätzung angegeben worden war. „Der Abbruch des Hallenbads wurde durch den Auftragnehmer vorbereitet. Mit dem Abbruch wird in dieser Woche mit schwerem Gerät begonnen. Die Schulgebäude werden ab der Kalenderwoche 45 abgebrochen.“ Diese beginnt am 6. November.

Dann werden Gerhard Tobias und seine Männer noch auf dem Gelände tätig sein. „Der Abriss soll in der selben Reihenfolge erfolgen wie die Schadstoffräumung. Wir schauen, dass wir uns nicht gegenseitig behindern“, sagt Tobias. Damit meint er insbesondere die Platzverhältnisse auf dem Schulhof. Dort stehen derzeit noch Abfallcontainer – und das Abrissunternehmen wird mit großem Gerät anrücken. „Die Arbeiten sollen laut Zeitplan und bei geeigneter Witterung noch vor Weihnachten abgeschlossen sein“, heißt es aus Lauterbach.

Wenn die Gebäude abgerissen und die Fläche geräumt ist, dann wird sie in das Eigentum der Stadt Schlitz übergehen. Diese will sie teilweise als Ausgleichsfläche ausweisen und bepflanzen. Der überwiegende Teil soll Wohngebiet werden. 600.000 Euro hat die Stadt im Haushaltsplan 2023 für den Ankauf des Geländes vorgesehen. Der eigentliche Kaufpreis liegt bei 575.000 Euro. Nachdem der „Notartermin Anfang Oktober stattgefunden“ hat, wie die Pressestelle des Vogelsbergkreises mitteilt, ist das Grundstückshandel formal abgeschlossen. Der Eigentumsübergang dürfte dann erfolgen, wenn die Fläche geräumt ist.

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