Bürgerentscheid

OB Feldmann hat sich mit Corona infiziert – er könnte am Tag seiner möglichen Abwahl fehlen

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Vor dem Bürgerentscheid gibt es Irritationen um das Medienzentrum im Römer. Eine Umfrage sieht gute Chancen für die Abwahl von OB Peter Feldmann.

Frankfurt – Nur wenige Tage vor dem Bürgerentscheid am Sonntag, bei dem die Menschen in Frankfurt über die Zukunft von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) entscheiden, ist dieser positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte am Dienstag sein Sprecher Olaf Schiel auf Anfrage dieser Redaktion mit. Feldmann befinde sich nun in Quarantäne. Der 64-Jährige hatte am Montag beim städtischen Gesundheitsamt einen PCR-Test machen lassen. Ihm gehe es den Umständen entsprechend gut, er habe bisher Erkältungssymptome.

Der unter Korruptionsverdacht stehende Oberbürgermeister war am Montag (31. Oktober) nicht vor dem Landgericht erschienen, wo derzeit ein Prozess gegen ihn läuft. Seine Anwälte hatten dem Richter zwei ärztliche Attests vorgelegt, die unter anderem bescheinigten, dass Feldmann „aufgrund seines psychischen Ausnahmezustandes (akuter psychischer Erregungszustand)“ nicht verhandlungsfähig sei. Die Verhandlung wurde nach nur wenigen Minuten bis kommenden Mittwoch vertagt.

Eine Frau steht mit einem Schild vor dem Römer und fordert die Abwahl von Oberbürgermeister Peter Feldmann.

Frankfurt: Bis mindestens Samstag befindet sich Feldmann in Selbstisolation

Wie lange Feldmann in Quarantäne bleiben muss, ist derweil noch unklar. Nach den derzeitig geltenden Regeln müssen sich mit dem Coronavirus Infizierte für fünf Tage in Selbstisolation begeben - gerechnet ab dem ersten positiven Schnelltest. Nach Angaben von Feldmanns Sprecher dürfte der OB demnach erst am Samstag wieder das Haus verlassen. Vorausgesetzt er ist symptomfrei.

Andernfalls gilt derzeit die Empfehlung, die Isolation eigenverantwortlich zu verlängern und erst nach 48 Stunden ohne Symptome zu beenden. Das heißt: Ob Feldmann am Abend des 6. Novembers, dem Tag des Bürgerentscheids, aus der Quarantäne wieder raus ist und sich im Römer blicken lassen wird, wo sich zahlreiche Journalisten und Politiker versammeln werden, um gemeinsam die aus den Wahllokalen eintrudelnden Ergebnisse zu verfolgen, ist noch nicht sicher.

Feldmann-Abwahl: Gibt es ein Medienzentrum am Abend des Bürgerentscheids?

Um das am Abwahl-Abend im Römer eingerichtete Medienzentrum kam es zuletzt zu Irritationen. Noch in der vergangenen Woche hatte die Stadt Journalisten für Sonntag in den Römer eingeladen. Von 17.30 Uhr an soll dort ein Medienzentrum eingerichtet sein, wo man sich „über die aktuellen Ergebnisse informieren, sich mit politischen Vertretern austauschen und sich einen Arbeitsplatz einrichten“ könne, wie es in der E-Mail hieß. Zudem war die Rede davon, dass im Ludwig-Landmann-Saal, dem Sitzungssaal des Magistrats, sowie in der Wandelhalle Bildschirme aufgestellt werden sollten, um darauf aktuelle Ergebnisse des Bürgerentscheids zu übertragen.

So hatte es die für Wahlen zuständige Dezernentin Eileen O’Sullivan (Volt) auch bereits vor einigen Wochen mit dem Hauptamt und Stadtmarketing sowie Oberbürgermeister Feldmann besprochen. „Wir wollten nichts Großes“, sagt O’Sullivan. Immerhin handele es sich bei der Abstimmung nicht um eine Wahl, sondern um einen Bürgerentscheid. „Und der ist für uns alle nicht angenehm.“ Doch am Montag habe sie aus dem Hauptamt und Stadtmarketing die Information bekommen, dass es nun doch nur noch einen Bildschirm geben sollte, auf dem aber keine grafisch aufbereiteten Ergebnisse zu sehen sein sollen. Zudem sollten die Parteivorsitzenden nicht mehr eingeladen werden.

Das sind die wichtigsten Wolkenkratzer in Frankfurt

Die Frankfurter Skyline gehört zu den absoluten Wahrzeichen der Stadt am Main. 18 der insgesamt 19 deutschen Wolkenkratzer stehen in Mainhattan.
Die Frankfurter Skyline gehört zu den absoluten Wahrzeichen der Stadt am Main. 18 der insgesamt 19 deutschen Wolkenkratzer stehen in Mainhattan.  © Boris Roessler/dpa
Mit 259 Metern ist der Commerzbank Tower nicht nur das höchste Gebäude in Deutschland, sondern auch in der EU. Zählt man die Antenne mit, ist die Konzernzentrale der Commerzbank sogar ganze 300 Meter hoch.
Mit 259 Metern ist der Commerzbank Tower nicht nur das höchste Gebäude in Deutschland, sondern auch in der EU. Zählt man die Antenne mit, ist die Konzernzentrale der Commerzbank sogar ganze 300 Meter hoch. © Frank Rumpenhorst/dpa
Nur knapp kleiner (256 Meter) ist der Messeturm von Architekt Helmut Jahn geraten. Der Turm besticht mit seiner charakteristischen Spitze.
Nur knapp kleiner (256 Meter) ist der Messeturm von Architekt Helmut Jahn geraten. Der Turm besticht mit seiner charakteristischen Spitze. © Daniel Reinhardt/dpa
Jedes Jahr quälen sich beim SkyRun tausende Läufer die 1.202 Treppenstufen des Messeturms hoch.
Jedes Jahr quälen sich beim SkyRun tausende Läufer die 1.202 Treppenstufen des Messeturms hoch. © Arne Dedert/dpa
Westend 1 beherbergt den Hauptsitz der DZ Bank und ist mit seinen 208 Metern das dritthöchste Gebäude der Stadt.
Westend 1 beherbergt den Hauptsitz der DZ Bank und mit seinen 208 Metern das dritthöchste Gebäude der Stadt. © Arne Dedert/dpa
Mit seiner markanten gläsernen Fassade und der roten Antenne ist der runde Main Tower (Zentrale der Landesbank Hessen-Thüringen) stets gut zu erkennen.
Mit seiner markanten gläsernen Fassade und der roten Antenne ist der runde Main Tower (Zentrale der Landesbank Hessen-Thüringen) stets gut zu erkennen.  © Frank Rumpenhorst/dpa
Der Tower 185 in der Friedrich-Ebert-Anlage misst exakt 200 Meter und ist der Hauptsitz der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC.
Der Tower 185 in der Friedrich-Ebert-Anlage misst exakt 200 Meter und ist der Hauptsitz der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. © Emily Wabitsch/dpa
Inmitten des Bankenviertels besticht der Omniturm (189,9 Meter) durch seinen „Hüftschwung“ und die Tatsache, dass er kein Finanzinstitut, sondern Büros und Wohnungen beherbergt.
Inmitten des Bankenviertels besticht der Omniturm (189,9 Meter) durch seinen „Hüftschwung“ und die Tatsache, dass er kein Finanzinstitut, sondern Büros und Wohnungen beherbergt.  © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Nicole Brevoord
Auch das Hochhaus „One“ (190,9 Meter) fällt hier etwas aus der Reihe. Es ist Teil des Skyline-Plaza-Gebäudekomplexes und ist nicht die Zentrale einer Bank, sondern beherbergt ein 4-Sterne Hotel.
Auch das Hochhaus „One“ (190,9 Meter) fällt etwas aus der Reihe. Es ist Teil des Skyline-Plaza-Gebäudekomplexes und damit ebenfalls nicht die Zentrale einer Bank, sondern der Sitz eines 4-Sterne Hotel.  © Arne Dedert/dpa
Die Zentrale der DekaBank im Westend von Frankfurt besitzt die Form eines Dreiecks und wurde im Jahr 1993 fertiggestellt. Das Gebäude hört auf den Namen Trianon und misst 186 Meter.
Die Zentrale der DekaBank im Westend von Frankfurt besitzt die Form eines Dreiecks und wurde im Jahr 1993 fertiggestellt. Das Gebäude hört auf den Namen Trianon und misst 186 Meter. © Arne Dedert/dpa
Nur einen Meter kleiner ist der Sitz der Europäischen Zentralbank im Ostend der Stadt. Von hier aus wacht die EZB über die europäische Währung.
Nur einen Meter kleiner ist der Sitz der Europäischen Zentralbank im Ostend der Stadt. Von hier aus wacht die EZB über die europäische Währung. © Boris Roessler/dpa
Knapp 180 Meter misst der Grand Tower im Europaviertel und ist damit das höchste Wohnhochhaus Deutschlands.
Knapp 180 Meter misst der Grand Tower im Europaviertel und ist damit das höchste Wohnhochhaus Deutschlands. © Hannes P. Albert/dpa
Kein Hochhaus, aber dennoch das höchste Bauwerk in Frankfurt: der Europaturm. Der „Ginnheimer Spargel“ in Bockenheim ist ein Fernmeldeturm und misst 337,5 Meter.
Kein Hochhaus, aber dennoch das höchste Bauwerk in Frankfurt: der Europaturm. Der „Ginnheimer Spargel“ in Bockenheim ist ein Fernmeldeturm und misst 337,5 Meter.  © Sebastian Gollnow/dpa
Besonders bei Nacht ist der Anblick der Frankfurter Skyline ein Highlight.
Besonders bei Nacht ist der Anblick der Frankfurter Skyline ein Highlight. © Arne Dedert/dpa

Bürgerentscheid zur Abwahl von Feldmann: Alles nur ein Missverständnis

Das OB-Büro spricht auf Anfrage von einem „Missverständnis“. „Selbstverständlich werden aufbereitete Ergebnisse wie auch bei den vergangenen Abstimmungen in der Wandelhalle präsentiert“, teilt Feldmanns Sprecher Schiel mit. „Das war aus unserer Sicht auch nie anders angedacht.“ Man habe bereits mit dem zuständigen Amt gesprochen und „deutlich signalisiert, dass den gewünschten Anforderungen entsprochen wird“. Zudem sei es „in der Tat unglücklich“, dass die Parteivorsitzenden nicht auf der Einladungsliste stünden. Schiel: „Wir haben das Protokoll angewiesen, dies umgehend zu korrigieren.“ (Julia Lorenz)

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