Soziale Notrufnummer

Obdachlose in Frankfurt im Winter – So können Sie helfen

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Die Stadt Frankfurt intensiviert ihre Bemühungen, Obdachlosen in den kalten Monaten zu helfen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Frauen.

Frankfurt – Angesichts der sinkenden Temperaturen hat die Stadt Frankfurt Maßnahmen ergriffen, um Obdachlosen zu helfen. Sozial- und Gesundheitsdezernentin Elke Voitl (Grüne) appelliert an die Bevölkerung, besonders wachsam zu sein und nicht wegzuschauen, wenn man Menschen in der Kälte sieht. Die Bürgerinnen und Bürger werden ermutigt, die soziale Notrufnummer 069 21 27 00 70 oder die allgemeine Notrufnummer 112 zu wählen, um Fachleute zu informieren, die Hilfe leisten können.

Laut Voitl verfügt die Stadt Frankfurt über zahlreiche Angebote und Ressourcen, um sicherzustellen, dass niemand in der Kälte schlafen muss. Dazu gehöre der Kältebus, der durch die Stadt fährt und Obdachlosen Übernachtungsmöglichkeiten oder Grundversorgungen wie Schlafsäcke und heißen Tee anbietet. Dieser Bus, der im Sommer als Wärmebus bekannt ist, wird in den kalten Monaten regelmäßig eingesetzt.

Ein Obdachloser schläft in seinem Lager im Frankfurter Bahnhofsviertel.

Obdachlose in Frankfurt im Winter: Notübernachtungsplätze und Tagestreffs

Die Stadt bietet außerdem bis zu 200 Notübernachtungsplätze in der B-Ebene der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor an. Diese ursprünglich nur für die Wintermonate vorgesehene Einrichtung ist seit Beginn der Pandemie ganzjährig geöffnet. Weitere Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose sind unter anderem der Tagestreff Bärenstraße, die Übernachtungsstätte Eastside und das Frauenzentrum Haus Lilith.

Ein besonderes Augenmerk legt die Stadt auf obdachlose Frauen, die häufig aufgrund von Gewalterfahrungen auf der Straße leben. Karin Kühn, Bereichsleiterin Diakonische Dienste der Diakonie Frankfurt und Offenbach, hob die Bedeutung des Tagestreffs für Frauen 17-Ost hervor. Dieser bietet eine Winternotübernachtung an, die im vergangenen Jahr fast 600 Mal in Anspruch genommen wurde.

Es ist wichtig, zwischen wohnungslosen und obdachlosen Menschen zu unterscheiden. Nicht alle wohnungslosen Menschen leben auf der Straße, einige finden Unterschlupf bei Freunden oder in städtischen Unterkünften. In Frankfurt leben schätzungsweise 200 bis 250 Obdachlose auf der Straße, während Anfang Oktober 2.772 wohnungslose Menschen in städtischen Unterkünften untergebracht waren. (cas)

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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