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Am Dienstag (13. Juni) kam es in der Region zu zwei Waldbränden. Die Brandursachen sind noch unklar. Die Polizei bittet um achtsames Verhalten, um weitere Feuer zu verhindern.
Offenbach - Bei Waldbränden denkt man in Europa zunächst an weiter südlich gelegene Länder wie Italien oder Spanien. Doch sie kommen auch in unserer Region relativ häufig vor. Ganze 260 Mal brannte der hessische Wald im Jahr 2022, ein neuer Negativrekord. Bereits am Samstag hatte es bei Rödermark ein Feuer im Wald gegeben. Im Taunus wütet seit dem 12. Juni ein Waldbrand, der noch immer nicht gelöscht ist. Am Dienstag (13. Juni) kam es nach Angaben der Polizei zu zwei weiteren Feuern in der Region.
Nach den Informationen gab es zunächst gegen 15.45 Uhr einen Brand in der Feldgemarkung Steinheim (Hanau/Main-Kinzig-Kreis). Im Bereich Seipelsee/Weißerde hätten etwa 200 Quadratmeter Wald gebrannt. Die beiden Löschzüge der Feuerwehr hätten die Flammen jedoch schnell unter Kontrolle gebracht, so die Beamten.
Erst brannte es im Main-Kinzig-Kreis, dann in der Region Offenbach
Gegen 22.10 Uhr seien die Einsatzkräfte dann von einem Passanten in den Mühlheimer Stadtwald (Kreis Offenbach) gerufen worden. Man habe das Feuer nach kurzer Suche im Bereich „Am Maienschein“ lokalisieren können, hieß es weiter. 40 Feuerwehrleute seien bis kurz nach Mitternacht damit beschäftigt gewesen, die 300 Quadratmeter von den Flammen zu befreien. Die Brandursache ist bei beiden Fällen unbekannt, die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.
Nach Aussage der Behörden sind die Bedingungen für Brände gerade besonders günstig. Das trockene Wetter, gepaart mit der großen Hitze der vergangenen Tage, mache aus Wiesen und Wäldern einen optimalen Nährboden für die Flammen. Daher appelliert die Polizei an alle Bürger, besonders wachsam zu sein. Wer einen Brand in Wäldern oder auf Feldgemarkungen entdecke, solle umgehend den Notruf der Feuerwehr 112 anrufen.
Waldbrände in Hessen vermeiden - aber wie?
Neben der Bitte um erhöhten Wachsamkeit, lieferte die Polizei auch gleich einige praktische Tipps zur Vermeidung von Waldbränden. In Wäldern gelte grundsätzlich Rauchverbot, da jede weggeworfene Zigarette eine Feuersbrunst entfachen könne. Besondere Vorsicht sei auch beim Feuermachen geboten. Eine Grillschale auf einer trockenen Wiese könne schnell eine Katastrophe auslösen. Ebenso müsse man aufpassen, wo man sein Auto abstelle. Der heiß gefahrene Abgasstrang eines PKWs sei warm genug, um trockne Biomasse zu entzünden.
In ihrer Pressemitteilung führt die Polizei außerdem liegen gelassene Glasscherben als Brandursache an. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um ein hartnäckiges Gerücht. Zwar kann eine Lupe richtig positioniert genug Licht bündeln, um einen Brand auszulösen, die Scherbe einer Flasche konnte das jedoch nicht bewerkstelligen. Der Deutsche Wetterdienst hatte das Phänomen 2006 genau untersucht. Trotzdem gehören Scherbe, genau wie anderer Müll, nicht in den Wald. (Tadhg Nagel)
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