Neuer Gartenhof für Villa Leonhardi

Palmengarten Frankfurt: Ein Hinterhof wird zum Garten

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Im Frankfurter Palmengarten ist ein neuer mediterraner Gartenhof an der Villa Leonhardi eröffnet worden.
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Die lange geplante Sanierung eines öden Platzes im Palmengarten wertet die Villa Leonhardi ganz gehörig auf – doch gegen den Autolärm lässt sich wenig ausrichten

Dass es im grade prachtvoll wuchernden Frankfurter Palmengarten öde Orte geben könnte – man kann es sich kaum vorstellen! Zumindest einen hätte man hier aber doch finden können, und der ist nun auch Geschichte: Hinter der Villa Leonhardi mit ihrem Café ist am Mittwoch der neue „Gartenhof“ eröffnet worden, eine so charmante wie gut verborgene mediterran anmutende Grünanlage, die das unter Denkmalschutz stehende Gebäude ganz gehörig aufwertet – und die nun auch endlich den barrierefreien Zugang in das Café ermöglicht.

Wäre nicht der tosende Verkehrslärm, der von der nahen Zeppelinallee herüberschallt, könnte dies einer der idyllischsten Orte im gesamten Park werden. Hier war bis vor einigen Jahren ein dritter Eingang zum Palmengarten, dessen Kasse allerdings nur sonntags geöffnet war. Drehkreuze und Gitterzäune wurden entfernt, neue Wege und ein unterirdisches Speicherbecken angelegt. Der Schwalbacher Landschaftsarchitekt Bernd Waldvogel überzeugt mit seinem Entwurf. „Er hat hier Großes geleistet“, meinte Staatssekretärin Anne Janz (Grüne) vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration bei der Eröffnung. Ihr Haus hat die barrierefreie Umgestaltung mit 150 000 Euro gefördert.

Insgesamt betrug die Bausumme inklusive des unterirdischen Wasserspeichers etwa 620 000 Euro, wie die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilige (Grüne) sagte. Der Gartenarchitekt habe viel Geduld gebraucht, meinte Jörg Plaßmann vom Palmengarten. Den Auftrag habe man bereits 2018 erteilt, aber immer wieder habe sich das verzögert. Auch die Bauarbeiten selbst dauerten mit neun Monaten recht lange. „Der Lärm und die Baustelle waren für das Café nicht einfach.“

Nun plätschert ein kleiner Springbrunnen, und die neu gepflanzten Albizienbäume stehen grade in voller Blüte. Das sind ganz ungewohnt aussehende zart rote flusige Gebilde, die sehr apart wirken. „Wir haben schon einige dieser Bäume an anderen Stellen im Palmengarten. Die können riesig werden“, sagt Pressesprecherin Patricia Germandi. Dann wird der Gartenhof auch noch schattiger, und vielleicht ist dann auch irgendwann einmal Tempo 30 auf der direkt angrenzenden Ausfallstraße eingeführt.

Eine echte Schallschutzmauer wäre wegen der Dimensionen nicht möglich gewesen, sagte Palmengarten-Chefin Katja Heubach. Immerhin trennt jetzt statt eines Gitterzauns eine neu errichtete Mauer, mit der auch die Denkmalpflege einverstanden war, den Hof vom Durchgangsverkehr. Und vielleicht wird es auch noch ruhiger, wenn hier mehr Grün gewachsen ist.

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