VonNiklas Hechtschließen
Belgische Fans feiern am Montag ausgelassen auf dem Opernplatz in Frankfurt. Am Ende behält im Deutsche Bank Park allerdings überraschend die Slowakei die Überhand.
Frankfurt – Die Fans der belgischen Fußball-Nationalmannschaft haben den Opernplatz in Frankfurt am Montag (17. Juni) in eine rote Partymeile verwandelt. Rund 6.500 Anhänger der „Red Devils“ versammelten sich am Nachmittag auf dem Platz vor der Alten Oper, um anschließend einen Fanmarsch in Richtung Hauptbahnhof anzutreten. Laut Polizei war die Stimmung friedlich – trotz einiger gezündeter Rauchtöpfe.
Vor dem Bahnhofsviertel hatte die belgische Polizei ihre Landsleute wenige Tage zuvor noch gewarnt. „Der Konsum harter Drogen auf der Straße ist normal“, sagte der belgische Polizist Jan Vanmaercke in der vergangenen Woche der belgischen Zeitung „Nieuwsblad“. Ausländische Medien beschrieben das Viertel als Zombieland und genau das sei es. Damit spielte Vanmaercke auf einen Bericht des britischen Boulevardblattes „Sun“ vor einigen Wochen an, in dem das Bahnhofsviertel als „Zombieland“ und „gefährlichsten Slum Deutschlands“ bezeichnet wurde.
„Dort ist es nicht sicher“, so Vanmaercke weiter, der mit sechs Kollegen am Montag ebenfalls in Frankfurt vor Ort war. Fans, die mit dem Zug anreisten, sollten das Bahnhofsviertel so schnell wie möglich verlassen und in die Fanzone gehen. Für das restliche Stadtgebiet sehe die Polizei keine Probleme, sagte Vanmaercke.
Belgische Fans verwandeln Frankfurter Opernplatz in rote Partymeile
Ganz fernhalten ließen sich die belgischen Fans nicht vom Bahnhofsviertel, zu Vorfällen kam es am Montag bisher aber dennoch nicht. „Die Atmosphäre ist friedlich, wir haben bislang keine besonderen Vorkommnisse“, sagte ein Sprecher der Polizei gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Im Gegenteil: An der Fanmeile entlang des Mains stimmten sich Menschen friedlich mit Gesängen und Bier auf die Partie ein. Dort waren vor allem die Farben blau und weiß der slowakischen Anhänger zu sehen. Zum Spiel im Stadion wurden insgesamt 20.000 Fans aus beiden Ländern erwartet. Gänzlich unbegründet war da die Sorge eines Nutzers der Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter), der unter einen Willkommenspost der Stadt Frankfurt an die belgischen und slowakischen Fans kommentiert hatte: „Unn nix gabutt mache.“
Zurück zum Opernplatz: Dort wurde die Vorfreude der belgischen Fans vor dem Turnierauftakt ihres Teams am Nachmittag besonders sichtbar. Videos in den sozialen Netzwerken zeigen tausende ausgelassen feiernde Belgier, rote und schwarze Farbe flimmert durch die Luft. „Taking over Frankfurt“, heißt es dazu auf dem Account der belgischen Mannschaft auf X. Und die „Red Devils“ werden in den Kommentaren von vielen Frankfurtern freudig begrüßt. Getanzt wurde am Opernplatz unter anderem zur 2000er-Version „Désenchantée“ der belgischen Sängerin Kate Ryan.
Ambiance de folie en direct de Frankfurt 🖤💛❤️#EurodesAbonnés#BELSVK pic.twitter.com/sS8eQO49IL
— Florent B. (@Thierry___Golo) June 17, 2024
In den vergangenen Tagen waren aus den anderen Gastgeberstädten der EM ähnliche Videos durch das Internet geschwappt. Singende Schotten in München, hüpfende Niederländer in Hamburg und italienische und albanische Anhänger, die gemeinsam in Dortmund feierten. In Gelsenkirchen lieferten sich dagegen Fangruppen von England und Serbien vereinzelt Straßenkämpfe. Dennoch: Ein Hauch von Sommermärchen weht aktuell durch Deutschland. Auch die Fanmeile in Frankfurt wird bereits gut angenommen. Am ersten EM-Woche kamen insgesamt 120.000 Menschen zum Mainufer, wie die Polizei am Montag mitteilte. In der Gruppe E behielt am Ende übrigens überraschend die Slowakei mit 1:0 die Überhand über den Favoriten Belgien. (nhe/dpa)
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