Streik bei Lufthansa Technik

„Völlig unangemessene Eskalation“: Lufthansa verärgert über Verdi – drei Tage Streik

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    Fabian Diekmann

Lufthansa drängt nach dreitägigem Warnstreik ab Mittwoch (28. Februar) auf zügige Verhandlungen mit Verdi – Flugbetrieb soll kaum beeinträchtigt sein.

Update vom Mittwoch, 28. Februar, 10 Uhr: Im aktuellen Tarifkonflikt hat die Lufthansa zu schnellen Verhandlungen aufgerufen, nachdem die Gewerkschaft Verdi zu einem dreitägigen Warnstreik in den Technikbereichen aufgerufen hatte. Die Fluggesellschaft kritisierte den kurzfristig angekündigten Streik als „nicht nachvollziehbare und völlig unangemessene Eskalation“. Lufthansa betonte, sie habe bereits ein verbessertes Angebot vorgelegt und sei bereit, die Verhandlungen am 4. März unmittelbar nach Ende des Streiks fortzusetzen. Ziel sei eine rasche Einigung.

Der Warnstreik, der bundesweit Beschäftigte und Auszubildende der Lufthansa Technik und anderer Bereiche betrifft, begann am Mittwoch (28. Februar) um 6 Uhr. Größere Auswirkungen auf den Flugbetrieb sind laut Lufthansa nicht zu erwarten. In der Vergangenheit hatten Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi allerdings zu hunderten Flugausfällen geführt. Das jüngste Angebot der Lufthansa lehnte die Gewerkschaft als unzureichend ab.

Mitarbeiter von Lufthansa Technik sollen ab Mittwoch (28. Februar) für drei Tage in den Streik treten.

Nächster Streik bei der Lufthansa: Verdi zündet nächste Eskalationsstufe ab Mittwoch

Update vom Dienstag, 27. Februar, 18.25 Uhr: Die nächste Eskalationsstufe ist gezündet: Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifkonflikt um das Lufthansa-Bodenpersonal zu einen mehrtägigen Warnstreik ab Mittwoch (28. Februar) aufgerufen. Beim dreitägigen bundesweiten Ausstand bis Freitag (1. März) sollen Beschäftigte und Auszubildende der Lufthansa Technik, Lufthansa Aviation Training und Lufthansa Technical Training nicht zum DIenst erscheinen, teilte Verdi am Dienstagabend (27. Februar) mit.

Zuletzt waren Verhandlungen Ende Januar ergebnislos abgebrochen worden

Gewerkschaft der Flugbegleiter droht mit weiteren Streiks

Erstmeldung vom 23. Februar: Bei der Lufthansa könnte der nächste Streik losgehen, bevor der aktuelle beigelegt ist. Die Gewerkschaft der Flugbegleiter Ufo teilte am Donnerstag, 22. Februar, laut der dpa mit, dass die Tarifverhandlungen mit der Fluggesellschaft gescheitert sind. Im nächsten Schritt sollen die Gewerkschaftsmitglieder in einer Urabstimmung bis zum 6. März über Streiks entscheiden. Das könnte erneut für den Ausfall vieler Flüge am Flughafen Frankfurt sorgen, wo die Lufthansa eines ihrer Drehkreuze hat.

Drohen bald wieder massive Verspätungen und Flugausfälle? Ab März könnten die Flugbegleiter der Lufthansa streiken. (Symbolbild)

Vorsitzender der Gewerkschaft: Keine Alternative für Flugbegleiter der Lufthansa

Ufo-Vorsitzender Joachim Vázquez Bürger rechne mit einer hohen Beteiligung bei der Abstimmung, heißt es weiter. „Wir gehen den Weg der Eskalation nicht gerne, es bleibt uns aber keine Alternative, solange die Lufthansa nicht auf unsere berechtigten Forderungen eingeht“, sagt er.

Besonders während der Corona-Pandemie hätten die Flugbegleiter große Bürden auf sich genommen, um Arbeitsplätze zu sichern. Deshalb seien die aktuellen Forderungen an die Lufthansa mehr als berechtigt.

Aktuell laufen bereits zwei Streiks bei Lufthansa-Personal

Schon Ende Januar habe Ufo laut der Pressemitteilung die Gehaltsverhandlungen abgebrochen und zeige sich kampfbereit. Der Vergütungstarifvertrag für die Kabinencrews der Lufthansa seien zum Ende des vergangenen Jahres gekündigt worden.

Bei der Lufthansa gab es in den vergangenen Wochen bereits zwei größere Streiks. Beim Tochterunternehmen Discover arbeiteten die Vertreter der Piloten auf einen Erst-Tarifvertrag hin. In dieser Woche fielen zudem hunderte Flüge aus, da es einen Warnstreik des Bodenpersonals gab. Im Moment finden außerdem Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft der Luftsicherheitskräfte statt. (Fabian Diekmann, cas)

Rubriklistenbild: © Rainer Keuenhof/Imago

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