Perspektive für Jugendliche

Werkstatt für junge Menschen wurde vor 40 Jahren gegründet

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In schwindelnder Höhe: So sah die Berufsvorbereitung 1996 manchmal aus.
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40 Jahre Starthilfe für junge Leute: Die soziale Werkstatt in Eschwege feiert Jubiläum und hat sich in ihrer langen Geschichte neue Verbündete gesucht.

Eschwege – Sie haben in den vergangenen vier Jahrzehnten dafür gesorgt, dass Tausende Jugendliche aus der Region eine berufliche Zukunft haben. Sozialarbeit, Betreuungshilfe, Maßnahmen zur Berufsvorbereitung, Ausbildungsbegleitung oder auch einfach Beschäftigung gehören zum Angebot, das die Werkstatt für junge Menschen Schulabgängern, die noch ohne Orientierung sind, unterbreitet. Diese Leistung wäre eigentlich schon Grund genug zum Feiern. Am morgigen Freitag kommen zwei weitere Gründe hinzu. Die Werkstatt für junge Menschen und der Treffpunkt für Jugendliche in Berufsnot begehen am 7. Juli ihr 40- bzw. 45-jähriges Bestehen.

Die evangelische Einrichtung hat ein klares Ziel

Seit mehr als vier Jahrzehnten setzt sich die evangelische Einrichtung für junge Menschen ein. 1978 nahm der Treffpunkt seine Arbeit in Eschwege unter dem Dach der evangelischen Kirche auf und bietet seitdem Beratung für junge Menschen ohne Ausbildungsplatz an. Die Werkstatt für junge Menschen Eschwege erleichtert den Einstieg ins Berufsleben und schafft Angebote für langzeitarbeitslose, ältere Menschen.

Die Holzwerkstatt war über Jahre prägendes Element der Werkstatt für junge Menschen. Hier läuft 2014 ein Inklusionsprojekt mit der Pestalozzischule. Archi

Die Geschichte

Mitte der 1970er-Jahre zeichnete sich ab, dass junge Menschen stärker als bisher von Arbeitslosigkeit betroffen waren. Die Evangelische Kirche richtete daraufhin 1977 initiativ – finanziert über das Landesprogramm „Beratung und Hilfe für junge Arbeitslose“ und in Trägerschaft des Evangelischen Landesjugendpfarramtes Kassel – in Eschwege eine Beratungseinrichtung („Treffpunkt“) ein.

Anfang der 1980er-Jahre stieg der Anteil der jungen Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen oder bedroht waren, stetig an. Mit Unterstützung aus kirchlichem und kommunalpolitischem Umfeld wurde 1983 der Verein Werkstatt für junge Menschen gegründet, der Mitglied im Diakonischen Werk Kurhessen-Waldeck wurde. Vom Hospitalplatz zog der Verein in die alte Weberei um. Hieraus entwickelte sich die erste Qualifizierungsmaßnahme: Arbeitslose Jugendliche wurden in geförderten Arbeitsverhältnissen unter Anleitung beim Ausbau des neuen Standortes eingesetzt. In den Folgejahren wurden Projekte entwickelt, die es jungen Arbeitslosen möglich machten, Schlüsselqualifikationen einzuüben und Arbeiten für das Gemeinwohl zu verrichten.

Mitte der 1990er-Jahre wurden über den Verein bereits 120 Jugendliche und junge Erwachsene in Maßnahmen betreut: Forst-, Umwelt- und Naturschutz (FUN), das Bauprojekt, ausbildungsbegleitende Hilfen und Förderlehrgänge und andere berufsvorbereitende Lehrgänge wurden unter anderem eingeführt. Neben der Holzwerkstatt wurden Landschaftspflege- und Forstarbeiten sowie Bauarbeiten an denkmalgeschützten, öffentlichen Gebäuden ausgebaut. Von 1994 bis 2005 wurde eine Gärtnerei als Ausbildungsstätte betrieben.

Heute fängt ein ganzes Netz aus Hilfen die jungen Menschen auf

Heute berät und begleitet die Werkstatt für junge Menschen insgesamt jährlich 640 junge und ältere Menschen mit 30 Fachkräften. „Wir arbeiten nach dem Prinzip ,Hilfe zur Selbsthilfe’“, sagt Vorstand Anke Engel. Ihr Handeln beziehe Ziele und Interessen der jungen Menschen mit ein. „Wir setzen an ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten an und arbeiten praxisorientiert“, heißt es im Leitbild der Einrichtung. Zu den Auftraggebern zählen heute die Agentur für Arbeit, das Jobcenter Werra-Meißner, der Werra-Meißner-Kreis, Städte und Gemeinden, das Land Hessen, Bundesministerien und der Europäische Sozialfond. (Tobias Stück)

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