Eintracht

Posecks einseitige Darstellung zu Fan-Ausschreitungen in Frankfurt

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Der hessische Innenminister Roman Poseck.
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Für den hessischen Innenminister ist klar: Die Polizei war nur Opfer der Krawalle im Waldstadion. Mehr als 100 Berichte von Unbeteiligten zeichnen ein anderes Bild. Ein Kommentar.

Nicht nur viele Fans hatten gehofft, dass der neue Innenminister Roman Poseck im Umgang mit Ausschreitungen beim Fußball besonnener und abgeklärter agieren würde als sein Vorgänger Peter Beuth, der mit dem Thema schlicht überfordert war. Posecks Antwort zum Polizeieinsatz im November ist jedoch ernüchternd. In erster Linie wiederholt er, was die Polizei unmittelbar nach den schweren Ausschreitungen im November mitgeteilt hat. Hinzu kommen ein paar Selbstverständlichkeiten („Angriffe auf die Polizei sind keine Kavaliersdelikte“).

Poseck ignoriert Berichte von Unbeteiligten

Nun ist es nicht falsch, wenn ein Innenminister sich vor die Einsatzkräfte stellt. Doch auch Poseck dürfte nicht entgangen sein, dass es mehr als 100 Berichte von Besucher:innen des Bundesliga-Spiels gibt, die den Polizeieinsatz ganz anders schildern. Die von massiver Gewalt von Einsatzkräften berichten. Und von der Panik, die ganz normale Eintracht-Fans hatten, weil die Polizei nicht zwischen Gewalttätern und Unbeteiligten unterschieden hat. Auf diese Berichte geht der Minister mit keinem Wort ein, schreibt nur kryptisch davon, man dürfe Geschehnisse nicht ins Gegenteil verkehren.

Mit einer derartig einseitigen Darstellung trägt Poseck nichts dazu bei, dass sich das Verhältnis zwischen Eintracht-Fans und der Polizei entspannt.

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