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Kurzarbeit ist ab dem 1. Juli in der Produktion der Viessmann-Werke in Allendorf/Eder angesagt.
Allendorf/Eder – Die Viessmann-Werke in Allendorf (Climate Solution) gehören seit Januar 2024 zum amerikanischen Carrier-Konzern. Betroffen von der Kurzarbeit seien laut Unternehmen aber „bei Weitem nicht alle“ der rund 4000 Frauen und Männer, die in Allendorf im Bereich der Fertigung von Heizgeräten und Wärmepumpen arbeiten.
Kurzarbeit bedeutet, dass sich die regelmäßige Arbeitszeit – und entsprechend auch Lohn und Gehalt – in einem Betrieb aufgrund eines erheblichen Arbeitsausfalls vorübergehend verringert.
Auf Anfrage unserer Zeitung teilte Vanessa Ante, die Leiterin der Kommunikation bei Viessmann, am Freitag, 28. Juni, mit, dass die Kurzarbeit die Produktionsgesellschaft Viessmann Werke Allendorf GmbH am Standort Allendorf betreffe – „sowohl im direkten als auch im indirekten (Verwaltungs-)Bereich“. Die Kurzarbeit sei für die Monate Juli und August geplant.
„Weitere Entscheidungen über die Inanspruchnahme von Kurzarbeit werden in Abhängigkeit von der Marktsituation getroffen. Die abgeschlossene Betriebsvereinbarung bietet Planungssicherheit für einen Zeitraum von einem Jahr“, sagte Ante.
Auf die Frage nach den Gründen für die Kurzarbeit heißt es vom Unternehmen lediglich: „Kurzfristig gibt es in Europa etwas Gegenwind, aber Viessmann Climate Solutions ist vollends überzeugt, dass der langfristige Trend zur Elektrifizierung und Nachhaltigkeit eine noch nie dagewesene Chance bietet und dass wir für dieses Wachstum bestens aufgestellt sind.“
Viessmann-Mitbewerber hatten bereits Kurzarbeit angemeldet
Bereits im Mai dieses Jahres hatten die Mitbewerber Vaillant (Remscheid) und Stiebel Eltron (Holzminden) Kurzarbeit angemeldet, Viessmann führte Kostensparmaßnahmen ein. „Der Markt ist von großer Verunsicherung auf Verbraucherseite geprägt“, schreibt der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDHI) in einer Präsentation.
Wegen des neuen und viel diskutierten Heizungsgesetzes hatten viele Hauseigentümer Ende 2023 noch eine Gas- oder Ölheizung gekauft. Die Nachfrage nach Wärmepumpen brach dagegen ein. Laut BDHI wurden im ersten Quartal 2024 in Deutschland nur halb so viele Wärmepumpen verkauft wie im Vorjahresquartal. Im ersten Quartal 2024 sank der Absatz von Wärmeerzeugern insgesamt (Wärmepumpen, Öl, Gas, Biomasse) von 81.500 auf 65.500.
Klimalösungen an US-Konzern verkauft
Die Sparte Climate Solutions (Klimalösungen) ist der Bereich der früheren Viessmann-Werke, der für rund 12 Milliarden Euro an den amerikanischen Carrier-Konzern verkauft wurde. Zum Bereich Climate Solutions gehören unter anderem Heizkessel für Gas und Öl, Wärmepumpen, Festbrennstoffkessel und Solarthermie, aber auch stromerzeugende Heizungen, Warmwassersysteme und Wohnungslüftungssysteme. In der Allendorfer Produktion arbeiten etwa 4000 Mitarbeiter.

