Verbot ab Donnerstag

Anhaltende Trockenheit: Kreis Fulda untersagt Wasserentnahme aus Gewässern

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Wegen des drohenden Wassermangels ist im Vogelsbergkreis bereits die Entnahme aus Seen, Flüssen und Bächen verboten. Auch Fulda kündigt ein Verbot an.

Wegen der anhaltenden Trockenheit und niedriger Grundwasserstände beschränken in Hessen immer mehr Kommunen und Landkreise die Wasserentnahme - auch der Kreis Fulda.

Update vom 28. Juni, 17.25 Uhr: Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der fehlenden Niederschläge wird ab Donnerstag (29. Juni) die Entnahme von Wasser aus Bächen, Flüssen und Seen im Landkreis Fulda bis auf Weiteres untersagt. Das teilte der Kreis Fulda soeben mit.

Trockenheit in Hessen: Kreis Fulda verbietet Wasserentnahme

„Das Entnahmeverbot gilt auch für die Entnahme durch die Eigentümer der an oberirdische Gewässer angrenzenden Grundstücke und die zur Nutzung dieser Grundstücke berechtigten Personen“, heißt es in der Mitteilung.

Die bisher gefallenen Niederschlagsmengen liegen unter dem Durchschnitt. „Es besteht die Gefahr, dass der Naturhaushalt nachhaltig gestört wird. Die Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern verstärkt die Gefahr erheblich“, begründet der Landkreis seine Entscheidung.

Die Allgemeinverfügung soll demnach dazu beitragen, „in Niedrigwasserzeiten die Lebensgrundlage Wasser sowie wasserwirtschaftliche Belange zum Wohl der Allgemeinheit zu schützen und die ökologische Funktionsfähigkeit zu erhalten“.

Erstmeldung vom 28. Juni, 6.44 Uhr:

Kreis Fulda - Wegen der anhaltenden Trockenheit und niedriger Grundwasserstände beschränken in Hessen immer mehr Kommunen und Landkreise die Wasserentnahme. Im Vogelsbergkreis ist die Entnahme von Wasser aus Bächen, Flüssen und Seen seit Sonntag verboten. Im Kreis Fulda wird ein Verbot vorbereitet. 

„Die Niederschläge können das offensichtliche Defizit etwa in den Quellgebieten im Vogelsbergkreis nicht ausgleichen – und für die kommenden Monate ist nicht von einer Besserung auszugehen“, sagte Jens Mischak (CDU), Erster Kreisbeigeordneter und zuständiger Dezernent im Vogelsbergkreis.

Trockenheit: Kreis Fulda bereitet Wasserentnahmeverbot vor

Das Wasserentnahmeverbot, das seit Sonntag im Vogelsberg gilt, solle dazu beitragen, die Ökosysteme zu schützen. Auch in den Vorjahren seien frühzeitig Entnahmeverbote ausgesprochen worden, die Entwicklungen in Bezug auf Trockenheit und Wasserknappheit seien offensichtlich. „Einerseits zeigen Trockenheit und Dürre sowie andererseits Starkregenereignisse, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen.“

In Fulda gibt es bislang keine Maßnahmen zur Wassereinsparung. Im Laufe der Woche müssen Bürger allerdings auch hier mit einem Verbot der Wasserentnahme rechnen: „Das wird aktuell vorbereitet und wird in den nächsten Tagen kommen“, sagt die Sprecherin des Landkreises, Leoni Rehnert, auf Anfrage unserer Zeitung.

Bereits jetzt gilt der generelle Appell, sorgsam mit den Ressourcen umzugehen, wie ein Sprecher der Stadt Fulda mitteilte. Auf den Grünflächen werden weiterhin die Wechselbepflanzung sowie die in den vergangenen drei bis fünf Jahren gepflanzten Jungbäume bewässert. Auf der Landesgartenschau wird wegen der anhaltenden Trockenheit weniger gewässert.

Die Rasen-Sportplätze müssten regelmäßig ihr Wasser bekommen, um sie bespielbar zu halten. „Ein Vertrocknen der Rasenfläche hätte zudem zur Folge, dass diese dann aufwendig saniert werden müssten, was mit hohen Kosten verbunden wäre“, betonte der Sprecher. Dabei werde darauf geachtet, die Flächen vor allem morgens und abends zu bewässern, da zu diesen Tageszeiten die Verdunstung geringer sei. Grundsätzlich sei es zwar auch in Fulda derzeit sehr trocken, allerdings sei die Lage (noch) nicht dramatisch.

In Hessen droht der nächste Dürresommer.

Thomas Norgall, stellvertretender Geschäftsführer des BUND Hessen

Hessens Regierungspräsidien appellieren an die Bürger, verantwortungsvoll mit den Gewässern umzugehen und auf Wasserentnahmen aus Bächen zu verzichten. „Insbesondere an kleinen Gewässern wie Bächen besteht die Gefahr, dass zusätzliche Wasserentnahmen den Fischen und anderen Gewässerorganismen jegliche Überlebensmöglichkeiten entziehen und diese dann absterben“, warnte etwa das Regierungspräsidium Darmstadt.

Der BUND Hessen mahnte schnelles Handeln an. „In Hessen droht der nächste Dürresommer“, sagte der stellvertretende Geschäftsführer Thomas Norgall. Die anhaltende Trockenheit mache die Einschränkungen und Verbote der Wasserentnahmen nötig. Die Entwicklung der letzten Jahre zeige, wie schnell der Klimawandel unser aller Leben verändere. „Niedrigwasser in größeren Flüssen bedeutet ausgetrocknete Oberläufe und damit die Gefährdung der dortigen Ökosysteme. Der sorgsame Umgang mit Wasser und vermehrte Anstrengungen zum Wassersparen dulden keinen Aufschub mehr“, so Norgall. (dpa, ch)

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