E-Rezept

E-Rezept ab 2024 – Apotheker der Region Melsungen fürchten Aufwand

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Ab dem 1. Januar ist das elektronische Rezept in deutschen Arztpraxen und Apotheken Pflicht. Bis auf wenige Ausnahmen können Rezepte dann nur noch in digitaler Form eingelöst werden.
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Das Papierrezept wird zum Jahreswechsel abgeschafft. Dann gibt es das E-Rezept, doch das wird von einigen Apothekern kritisch gesehen.

Kreisteil Melsungen – Vom 1. Januar an ist das elektronische Rezept, oder auch E-Rezept, in deutschen Arztpraxen und Apotheken Pflicht. Bis auf wenige Ausnahmen – wie etwa bei Privatrezepten oder Rezepten für Betäubungsmittel – können Rezepte dann nur noch in digitaler Form eingelöst werden.

„Seit Juni dieses Jahres sind deutschlandweit bereits 13,8 Millionen E-Rezepte eingelöst worden“ sagte der Sprecher des Hessischen Apothekerverbandes Alexander Schobach gegenüber der HNA Kreis Kassel.

In der Woelm‘schen Apotheke in Spangenberg sieht Inhaber Ulf Vocke der Einführung des elektronischen Rezeptes mit gemischten Gefühlen entgegen. Da es neben dem E-Rezept auch noch die vorherige Papiervariante gebe, müssten sie künftig zwei Systeme vorhalten, was ein Mehraufwand sei, erklärte der Apotheker.

Grundsätzlich gehe mit der Neuerung eine gewisse Robustheit verloren. Denn etwaige Korrekturen, die sie bisher in Absprache mit dem Arzt einfach auf dem Papier hätten vornehmen können, seien bei dem neuen System wesentlich aufwendiger. Bedenken hat Vocke zudem bei der Technik: „Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf beim Einlösen eines E-Rezeptes ist eine stabile Internetverbindung, sagt er. Sei diese nicht gegeben, würde es schwierig.

Erst neulich sei der zugehörige Server vier Stunden ausgefallen. Bisher nutzen nur sehr wenige das neue Angebot in der Spangenberger Apotheke. „Ungefähr 20 Kunden lösen pro Monat ein E-Rezept ein“, sagt Apothekeninhaber Vocke.

Ähnlich gering ist auch die Anzahl in der Edder-Apotheke in Gensungen. „Um die 30 Kunden nutzen das neue Angebot“, sagt Inhaber Nils-Steffen Grönig. Den Schritt hin zur Digitalisierung findet er zwar sinnvoll, sieht aber auch die Schwachstellen: Vor allem aktuell, wo häufig Medikamente nicht geliefert werden könnten und Rezepte kurzfristig geändert werden müssten, würde die elektronische Variante keine Erleichterung, sondern Mehraufwand bedeuten. Denn die Änderungen müssten in den Praxen vorgenommen werden. (Tanja Temme)

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