VonSebastian Reichertschließen
Zwei Besonderheiten erwarten Himmelsgucker im August. Es gibt besonders viele Sternschnuppen zu sehen. Und der Vollmond zeigt sich ausnahmsweise gleich zweimal.
Fulda - „Besser geht es kaum“, kommentiert Sabine Frank von der Fachstelle Sternenpark Rhön im Landkreis Fulda in Bezug auf die Himmelsvorschau für August 2023. „Dieses Jahr dürfte sich das Ausschau halten besonders lohnen. Es sind schon einige, darunter auch größere Leuchtspuren, gesichtet worden.“
Heißt: Bühne frei für die Sternschnuppen. Der Monat August steht nach Angaben der Fachstelle Sternenpark Rhön ganz im Zeichen der Perseiden, des stärksten auf der nördlichen Halbkugel sichtbaren Sternschnuppenschwarms. „Vom 9. bis 13. August erreicht er sein Maximum – in diesem Jahr ohne beeinträchtigenden Mond.“
Sternschnuppen und Supermond: Sternegucken lohnt sich im August besonders
Doch Sternschnuppen kann man auch vor und nach dem Maximum sehen, wie Sven Melchert von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) gegenüber fr.de erklärt: „Beobachtungen lohnen sich sowohl in der Nacht vom 12. auf den 13. als auch vom 13. auf den 14. August. In den vergangenen zwei Jahren war die zweite Nacht kaum schwächer als die erste.“
Als schönster und reichster Strom des Jahres bescheren die Perseiden im Maximum bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde. In den Tagen davor und danach sind immer noch stündlich um die 50 Meteore zu erwarten. Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 22 Uhr und 4 Uhr morgens.
Vollmond Juli 2022: die schönsten Bilder des Supermondes aus Hamburg




Die Perseiden-Sternschnuppen sind mit 60 Kilometer pro Sekunde recht schnelle Objekte. Im Volksmund heißen sie auch Laurentius-Tränen, nach dem christlichen Märtyrer Laurentius.
Die Perseiden sind den weiteren Angaben zufolge auf Überreste des Kometen 109P/Swift-Tuttle zurückzuführen und haben ihren Ausgangspunkt im Sternbild Perseus, das zu Monatsbeginn gegen 24 Uhr am nordöstlichen Horizont erscheint und im Laufe der zweiten Nachthälfte dann nach Süden hinaufsteigt.
„Helle Objekte und Feuerkugeln sind hierbei keine Seltenheit – es lohnt sich die Beobachtung mit bloßem Auge oder das Aufstellen einer Kamera“, erklären Dr. Franz-Peter Schmidt und Sabine Frank vom Team Sternenpark Rhön. „Auf alle Fälle sollte man sich den Zauber nicht entgehen lassen und jede klare Nacht im August nutzen.“
Der Mond biete im August gleich zwei Vollmondanblicke – am 1. und am 31. August. Der zweite Vollmond in einem Monat wird auch „blue moon“ genannt. Zufälligerweise fallen beide Augustvollmonde mit seiner Erdnähe (357.310 Kilometer entfernt) zusammen – dann erscheine etwas größer. „Es ist die Rede vom Supermond.“
Da die Zeit zwischen zwei aufeinanderfolgenden gleichen Mondphasen - also beispielsweise von Vollmond zu Vollmond - 29,5 Tage beträgt, der August aber 31 Tage hat, kommt es in diesem Monat zu einem zweiten Vollmond. Die exakte Vollmondphase am 31. August wird um 3.36 Uhr morgens erreicht.
Das Zusammenfallen von Erdnähe und Vollmond dürfte wieder zu Springfluten führen und kann Erdbeben und Vulkanausbrüche auslösen. Woher die Bezeichnung „blauer Mond“ kommt, ist nicht sicher geklärt - der zweite Vollmond leuchtet jedenfalls nicht blau.
Jede klare Nacht im August ist Himmelsblicke wert – ob mit den Augen, Fernglas oder Teleskop.
Da ein solches Ereignis selten eintritt, bedeutet die englische Formulierung „Once in a Blue Moon“ soviel wie „alle Jubeljahre mal“. Der nächste „blaue Mond“ ist der Vollmond am 31. Mai 2026.
Der Sternhimmel werde, wie schon im Vormonat Juli, vom Sommerdreieck, das aus den Sternen Wega (Leier), Deneb (Schwan) und Altair (Adler) besteht, sowie dem Band der Milchstraße beherrscht. Dieses ziehe sich vom Sternbild der Cassiopeia im Norden über die Sternbilder Schwan, Adler bis zum Skorpion und Schützen tief im Süden hin.
Venus habe hingegen ihre Abendvorstellung beendet und sei ab dem letzten Monatsdrittel am Morgenhimmel zu sehen. Während der Mars unsichtbar sei, werde Jupiter allmählich wieder zum Planeten der ganzen Nacht. Damit verbunden sei eine Steigerung seiner Helligkeit.
„Am 8. August steht der Mond nah an Jupiter, der im Sternbild Widder steht. Saturn verlagert seine Aufgänge im Laufe des Monats in die frühen Abendstunden und erreicht am 27. August mit 1310 Millionen Kilometern seine geringste Entfernung zur Erde. Dies entspricht einer Strecke, die das Licht mit einer Geschwindigkeit von knapp 300.000 km/sec. in 72,8 Minuten zurücklegt.“
Video: 100 Sternschnuppen pro Stunde im August - hier kannst du sie sehen
„Jede klare Nacht im August ist Himmelsblicke wert – ob mit den Augen, Fernglas oder Teleskop“, schließen Dr. Franz-Peter Schmidt und Sabine Frank vom Team Sternenpark Rhön. Sie wünschen „clear skies“. Vom 4. bis 20. August finden indes die vierten Sternenpark-Wochen statt. Sterne- und Naturfans kommen bei zahlreichen himmlischen Angeboten auf ihre Kosten. (mit dpa-Material)

