Essen im Test

Was kommt bei der Landesgartenschau auf den Teller? Redaktion macht den Gastro-Check

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Die FZ-Redaktion hat das Essen auf der Landesgartenschau bewertet. Im Bild: Volontärin Sophie Brosch und Redakteur Volker Nies.
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Beim großen Gastro-Check hat sich die Redaktion der Fuldaer Zeitung auf der Landesgartenschau in Fulda durch die vier Themengärten probiert. 

Fulda - Seit Ende April hat die Landesgartenschau (LGS) in Fulda ihre Tore geöffnet. Vier Redaktionsmitglieder unserer Zeitung haben für die Besucherinnen und Besucher das gastronomische Angebot getestet. Was gibt es alles zu essen auf der Auenterrasse im WasserGarten, im Biergarten des SonnenGartens, im Genussgarten und im KulturGarten?

Gastro-Check auf der Landesgartenschau in Fulda - Redaktion macht den Test

WasserGarten - Im Strandkorb kommt Urlaubsstimmung auf: Auf der Auenterrasse im WasserGarten bietet das Deutsche Rote Kreuz Fulda (DRK) verschiedene warme und kalte Speisen und Getränke an. Am „Strandkorb“ bestellen wir Bandnudeln im Weckglas und - passend zum Motto - „Fish and Chips mal anders“.

Nach kurzer Wartezeit bekommen wir eine Portion Nudeln mit mediterraner Tomatensoße, Rucola und gehobeltem Parmesan sowie fünf Fischnuggets mit Dipkartoffeln. Zu dem Fischgericht werden zwei Soßen gereicht. Wir entscheiden uns für Tomate-Paprika und Kräuterquark. Die Nudeln kosten 8,50 Euro, das Fischgericht ist mit 11 Euro etwas teurer. Dazu gibt’s Radler und Bier für jeweils 3,80 Euro.

Unsere Volontärin Sophie Brosch ist nach der Verkostung der „Fish and Chips“ mit Blick aufs Wasser satt und zufrieden. Auch die Bandnudeln aus dem Weckglas haben geschmeckt.

Auf der Suche nach einem freien Tisch werden wir am Sonntag auf der Terrasse nicht mehr fündig, ergattern aber einen Platz auf den Stufen zum Weiher. Mit Blick aufs Wasser wird verkostet. Wer eine gute Tomatensoße zu schätzen weiß, wird von den Bandnudeln im Weckglas nicht enttäuscht. „Fish and Chips“ im Körbchen können uns ebenfalls überzeugen. Die frittierten Nuggets und Dipkartoffeln sind knusprig, und die Soßen schmecken ebenfalls frisch.

Insgesamt sind wir am Aueweiher sehr zufrieden. Gerne hätten wir mehr probiert – interessant klingen auch der Picknickkorb und die Rhöner Vesperspezialitäten –, aber die großen Portionen haben uns gesättigt. Das Preis-Leistungsverhältnis hat gestimmt. Dabei gilt es zu erwähnen, dass das DRK die Preise seit der Eröffnung der Landesgartenschau gesenkt hat. Beschwerden der Besucher habe es nicht gegeben, sagt der DRK-Verbandsvorsitzende Christoph Schwab. Aber das Geschäft laufe besser als zunächst erwartet, und man wolle diesen Preisvorteil an die Kunden weitergeben.

SonnenGarten - Traditionelles trifft neue Kreationen: Die Küche von antonius ist fest in der regionalen Gastronomie-Landschaft verankert. Klar, dass man dort weiß, was der Fuldaer und der Auswärtige gern essen. Deshalb fehlt im neuen Biergarten am SonnenGarten des Deutschen liebstes Gericht nicht: Das Schnitzel vom Bio-Schwein, zum Beispiel mit Lauch-Schmand-Dörrfleisch-Soße, und perfekt gewürzten Pommes (16,50 Euro, kleine Portion 14 Euro) rangiert auf meiner Bestenliste auf Platz 1. 

Redakteurin Sabrina Mehler ist Schnitzel-Fan – und freut sich, dass es bei antonius gleich zwei davon auf den Teller gibt. Die Rote-Bete-Stulle ist ebenfalls empfehlenswert.

Im neuen Torhaus im Tiergarten wird viel Traditionelles serviert, andererseits scheut man sich nicht vor neuen Kreationen: Die Stulle gibt es etwa im Bio-Emmer-Hummus-Rote-Bete-Style samt Blumenkohl (7,50 Euro), also vegan. Das schmeckt ungewohnt, aber gut. Für denjenigen, der vom Spazierengehen viel Hunger bekommen hat, reicht das belegte Brot aber wohl nicht. Dann könnte man noch einen Schüttelsalat dazu bestellen – zum Beispiel mit Schinken und Ei oder mit Linsenragout (9,90 Euro).

Für Kinder – nebenan ist ein großer Spielplatz – sind die Nudeln aus antonius-Weizengrieß mit Bolognese (9,50 Euro) etwas. Vegetarier haben auch keine Probleme, etwas Schmackhaftes zu finden: Wie wär’s mit dem Karottenbratling mit Pommes und Kräuterschmand-Soße (9,90 Euro)?

Zum Nachtisch ein Tipp: Der Eiskaffee mit zwei üppigen Kugeln Vanilleeis (4,50 Euro) ist großartig. Geschmacklich ist das Essen aus dem Inklusionsbetrieb top. Kleiner Kritikpunkt: Drinnen ist zwar meistens Platz, aber unter freiem Himmel speist es sich viel schöner. Da könnten draußen ruhig noch zwei, drei Tische mehr stehen.

GenussGarten - Ein Stück Italien: Bei den gewählten Gerichten fühlen wir uns wie im Italien-Urlaub: Wir haben ein Stück Pizza, ein Focaccia Tomate-Mozzarella, einen kleinen Salat und eine Ofenkartoffel mit Schafskäse, Rucola und Radieschen ausgesucht. In der Nelles-Halle gibt es vier Kassen und eine Essensausgabe mit drei Schaltern, an denen es wirklich fix geht. Die langen Schlangen vom Eröffnungswochenende sind Vergangenheit.

Toll ist bereits das Ambiente: Bei Nelles kann man draußen auf einer großen Terrasse sitzen, die meisten Tische stehen im Schatten. Wie im Urlaub. Auch innen ist viel Platz.

In Italiens Farben Grün, Weiß und Rot ist die Ofenkartoffel umlegt. Auch die Pizza schmeckt richtig schön italienisch, findet unser Redakteur Volker Nies. Er konnte den Test ge-nies-sen.

Die Pizza „Rhön“ mit Salami und Käse ist außen schön knusprig und mit viel Käse bedeckt. 3,70 Euro ist okay. Der kleine Salat für 2,90 Euro ist sein Geld wert. Die Blätter sind knackig. Die Ofenkartoffel für 10,90 Euro ist nicht schlecht, aber für unseren Geschmack etwas trocken.

Höhepunkt ist das Focaccia. Es ist knusprig getoastet, die Tomatenscheiben, der Mozzarella und das Basilikum-Pesto sind perfekt aufeinander abgestimmt. 5,50 Euro dafür sind nicht zu viel. Etwas viel sind die 3,50 Euro für die Flasche Apfelschorle. Aber das schmälert nicht das Bild: Im Genussgarten kann man das Ge-Nies-sen und das Entspannen wirklich gut verbinden.

KulturGarten - Bei Kolpings wird bodenständig gekocht: Im KulturGarten wartet Kolpings Restaurant als Anlaufstelle in Sachen Verpflegung mit bodenständiger Küche auf. Mit Blick auf Garten, Dom und Frauenberg gibt es dort eine bunte Karte von Schnitzel über Fisch und Salat-Bowls bis hin zu Kuchen und vielem mehr.

Wir haben uns für das Schnitzel Wiener Art mit Pommes entschieden. Das Schnitzel ist knusprig paniert und buttrig im Geschmack. Dazu gibt es etwas dickere Pommes, einige knusprig und einige wiederum etwas weich. Insgesamt kostet das Schnitzel 13,90 Euro, ein fairer Preis! Für den großen Hunger hätte allerdings das Schnitzel etwas größer ausfallen müssen.

Ein Essen wie aus Omas Küche: Schnitzel mit Pommes und zum Nachtisch ein Stück Kuchen. Das hat sich unser Volontär Max Wenisch in der Gastronomie von Kolping schmecken lassen.


Der Kuchen war luftig und mit ausreichend Rhabarber versehen, um seinem Namen Rechnung zu tragen. Auch die Streusel waren lecker. Die Kombination Rührteig mit Streuseln war im ersten Moment unerwartet. Der Kuchen kostet 3,50 Euro. Der Cappuccino kostet ebenfalls 3,50 Euro. Insgesamt haben wir für Schnitzel, alkoholfreies Weizenbier (4,50 Euro), Kuchen und Cappuccino 25,40 Euro bezahlt.

Das Essen war in knapp zehn Minuten beim Gast, auch insgesamt musste man nicht länger als durchschnittlich sieben bis zehn Minuten auf das Essen oder die Getränke warten. Alles in allem war das Personal freundlich und zuvorkommend.

Der Gastro-Check

Die vier Redaktionsmitglieder Sophie Brosch, Sabrina Mehler, Volker Nies und Max Wenisch haben die Gastro der Landesgartenschau am Wochenende 3. Juni/4. Juni getestet und verschiedene Gerichte probiert.

Video: Landesgartenschau in Fulda - das müssen Sie wissen

Von der Gastro zu den Blumen: Tausende Blumenzwiebeln, die zur Ausgabe an Besitzer von Landesgartenschau-Dauerkarten gedacht waren, sind am Mittwochmorgen (7. Juni) regelrecht geplündert worden. Viele Interessierte gingen leer aus.

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