VonCaspar Felix Hoffmannschließen
Die Bahn gibt das Verkehrskonzept für die Zeit der Sanierung der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim ab Juli 2024 bekannt – Busse statt Züge.
Berlin/Frankfurt – Das Verkehrskonzept der Deutschen Bahn für die „Generalsanierung“ der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim steht, wie die Bahn am Donnerstag (10. August) in Berlin mitteilte. Fern- und Güterzüge würden während der Bauarbeiten ab Juli kommenden Jahres umgeleitet. Für die auf der Strecke verkehrenden Regional- und S-Bahnen richte die Bahn während der fünfmonatigen Bauzeit einen Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen ein.
Zum Einsatz kommen nach Angaben der Bahn 150 neue Überland- und Gelenkbusse „mit hohem Komfortstandard“. Auch auf den Strecken über Worms und Mainz beziehungsweise über Darmstadt ersetze die Bahn einen Teil des Zugangebots durch Busse. Das Fahrplan- und Linienkonzept sei auf insgesamt 15.000 Fahrgäste pro Tag ausgelegt. Weitere Details dazu und zur Ausstattung der Busse will die Bahn im Herbst gesondert vorstellen.
Sanierung der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim ab Juli 2024
Die Riedbahn ist laut Bahn das Pilotprojekt auf dem Weg zum Hochleistungsnetz. Für mehr Qualität und Pünktlichkeit im Zugverkehr bündle die Bahn während der „Generalsanierung“ ab dem 15. Juli 2024 alle für die kommenden Jahre geplanten Baumaßnahmen auf der rund 70 Kilometer langen Strecke. Im „Rekordtempo“ von fünf Monaten würden Infrastrukturanlagen wie Gleise, Weichen, Signale und Stellwerke sowie Bahnhöfe erneuert und modernisiert.
Die „Generalsanierung“ der Riedbahn
Die Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim ist die erste Strecke, die nach dem Konzept einer fünf Monate dauernden Generalsanierung vollständig erneuert wird.
Folgende Arbeiten sind vorgesehen: Die Deutsche Bahn wird 117 Kilometer Gleise austauschen, 152 Weichen und 140 Kilometer Oberleitung. Sie ersetzt auf zehn Kilometern Lärmschutzwände sowie 1200 Elemente der Leit- und Sicherungstechnik wie Sensoren oder Signale. Es entstehen drei weitere Überholmöglichkeiten, und an einigen Weichen und Kurven werden höhere Geschwindigkeiten möglich.
Gebaut wird vom 15. Juli 2024 an – und zwar Tag und Nacht. Die Kosten: rund 500 Millionen Euro.
Bis 2030 will die Bahn nach eigenen Angaben 4.200 Streckenkilometer im stark belasteten Schienennetz erneuern. Die Strecken würden nur einmal gesperrt. Danach seien für mehrere Jahre keine größeren Bauarbeiten mehr nötig. Zudem seien die sanierten Strecken „deutlich“ leistungsfähiger als der heutige Zustand. (cas)
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