VonWalter Kreuzerschließen
Es hat eine Weile gedauert. Doch nun geht es mit der großen Sicherheitsüberprüfung und der Staumauersanierung der Kinzigtalsperre weiter. Im August werden die neuen Wehrklappen erwartet.
Steinau/Ahl - Manch ein Besucher des Kinzigstausees im Kinzigtal mag sich in den vergangenen Wochen insgeheim gefragt haben, ob die Arbeiten denn nicht fortgesetzt werden. Doch, das werden sie. Es hat allerdings eine Weile gedauert, ehe für den flüchtigen Betrachter Fortschritte zu erkennen waren.
Kinzigtal: Arbeiten an Kinzigtalsperre nähern sich Höhepunkt
Nach dem feuchten Frühjahr hieß es zunächst, die im Winter bei einem Hochwasser beschädigte Baubrücke zu erneuern. „Die Brücke musste neu gebaut werden. Wir haben nun eine Rohrdurchführung mit knapp zehn Rohren bei einem Durchmesser von je einem Meter. Dahinter wurde in Richtung Staumauer eine neue Sedimentsperre errichtet. Auch die Wand für das Leitgerinne, durch das die Kinzig während der Arbeiten geführt wird, musste instandgesetzt werden“, erläutert Holger Scheffler, Geschäftsführer des Wasserverbands Kinzig. Dieser betreibt seit 40 Jahren den Kinzigstausee.
Erst nach der Fertigstellung der Brücke war es möglich, die für die Arbeiten benötigten Flächen trockenzulegen. Am Grundablass wurden die Fugen gegen die Unterströmung in diesem Bereich neu hergestellt und die unterirdische Dichtwand neu vergossen. Dafür sei es nötig gewesen, das Sediment abzuräumen. „Dabei kamen an die 7000 Tonnen zusammen, die unterhalb der Staumauer zwischengelagert wurden“, sagt Scheffler.
Inzwischen ist „Land in Sicht“, was die Betonarbeiten angeht. Nördlich des Ablassbauwerks sind die Arbeiten abgeschlossen, im Süden geht es weiter. Auch dort wird der Beton abgestrahlt und neu aufgesetzt. Danach beginnt die Ausbesserung des Stahlwasserbaus, also jenes Bereichs, der die drei neuen Wehrklappen aufnehmen soll.
Die von Scheffler schon vor Wochen ausgedrückte Hoffnung auf den „jahreszeitlich niedrigen Zufluss von einem bis zwei Kubikmeter Wasser pro Sekunde“ ist bislang eingetroffen. „Bis zu drei Kubik pro Sekunde können wir abpumpen. Mehr bekommen wir nicht weg. Wenn mehr kommt, staut sich das Wasser ein. Dann geht der Hochwasserschutz vor“, hebt er hervor.
Wenn die Arbeiten am Beton abgeschlossen sind, kommt einer der wichtigsten Teile der seit fast einem Jahr laufenden Erneuerung: Dann werden die drei neuen Wehrklappen eingebaut – samt Hydraulik. Gab es zunächst Verzögerungen wegen Lieferschwierigkeiten bestimmter elektronischer Bauteile, so „sind die Klappen inzwischen gefertigt. Sie liegen auf Abruf beim Hersteller bereit“.
Lieferung neuer Wehrklappen im August erwartet
Der Auftrag ging an die Firma Stahl- und Wasserbau Beeskow im gleichnamigen Ort in Brandenburg. Aktuell werden die Schwertransporte für die 555 Kilometer lange Strecke nach Steinau geplant. „Irgendwann in den nächsten Wochen“ rechnet der Chef des Wasserverbands aktuell mit der Lieferung.
Für die zahlreichen Radler und Wanderer, die den Sommer am Stausee – trotz der geringen Wasserfläche – genießen wollen, gibt es eine positives Nachricht: Im Gegensatz zum vergangenen Herbst soll die Staumauer nicht für Fußgänger und Radfahrer gesperrt werden. Zumindest nicht durchgängig. Scheffler nennt eine Ausnahme: „Wenn die Klappen und die Hydraulik geliefert werden, dann arbeiten wir mit zwei Kränen auf der Staumauer und müssen diese sperren.“
Ein weiteres Projekt des Wasserverbands direkt unterhalb der Staumauer nähert sich ebenfalls der Fertigstellung: das erweiterte Betriebsgebäude. Dieses wurde aufgestockt, um den Mitarbeitern zeitgerechte Arbeitsplätze zu bieten – und um die Leitstellentechnik auf den aktuellen Stand zu bringen. Scheffler: „Das neue Stockwerk ist fertig. Sobald die Inneneinrichtung geliefert ist, werden die Geräte der Leitstellentechnik angeschlossen. Danach wird das Untergeschoss umgebaut.“


