Nachruf

Nachruf: Schulleiter Wilfried Rudolph gestorben

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Ist im Alter von 84 Jahren verstorben: Oberstudiendirektor i.R. Wilfried Rudolph. Repro: Tobias Stück
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Er war „Motor und Manager“ der Aufbaujahre des Oberstufengymnasiums

Eschwege – Aus der Ruhe konnte Wilfried Rudolph als Lehrer so schnell nichts bringen. Besonnen und umsichtig leitete er fast 20 Jahre lang das Oberstufengymnasium in Eschwege, schickte zahlreiche Schüler nach ihrer Reifeprüfung mit gutem Rüstzeug wie Wissen und Werten in Studien- und Arbeitswelt hinaus. Jetzt hat der Oberstudiendirektor i.R., der Reisen zu seinen Leidenschaften zählte, selbst seine letzte Reise angetreten. Rudolph ist im Alter von 84 Jahren verstorben.

Wilfried Rudolph ist 1939 in Wolfhagen zur Welt gekommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg besuchte er in Korbach die Grundschule und legte 1959 an der Alten Landesschule das Abitur ab. In Marburg studierte er Chemie und Mathematik, legte 1967 sein pädagogisches Staatsexamen ab und wechselte im gleichen Jahr an die Leuchtbergschule nach Eschwege. Hier baute er sich privat und beruflich in den folgenden Jahren seine Existenz auf.

Nach seiner Hochzeit mit Ehefrau Adelheid kamen 1967, 1968 und 1971 die Kinder Amelie, Frank und Michael zur Welt. 1972 wurde Rudolph schon zum stellvertretenden Schulleiter der Leuchtbergschule ernannt, wurde ein Jahr später Oberstudienrat und wechselte im gleichen Jahr an das neu gegründete Oberstufengymnasium (OG) an den Südring. Kommissarisch war er hier ebenfalls gleich stellvertretender Schulleiter bis 1985. Zusammen mit dem Direktor der Schule, Heinrich Kaiser, baute Rudolph eine für Eschwege neue Schulform auf. Am OG wurde das für Eschwege neue Kurssystem eingeführt. Die Noten von eins bis sechs wichen dem Punktesystem von 0 bis 15. „Er war Motor und Manager der Aufbaujahre“, würdigte ihn OG-Schulleiterin Marion Lentz.

Als Schulleiter Kaiser 1984 erkrankte, übernahm Rudolph erst wieder kommissarisch, später als Oberstudiendirektor die Leitung des Gymnasiums, das er zusammen mit seinem gleichaltrigen Mathe-Kollege Wolf-Dieter Burghardt führte. 2002 verabschiedete sich Rudolph in den Ruhestand und übergab seine Position an seinen Nachfolger Wolfgang Stenner. „In Erinnerung bleiben sein großes organisatorisches Geschick, seine Geduld und sein offenes Ohr für die Belange der Schülerschaft“, heißt es vonseiten der Ehemaligenvereinigung der Eschweger Gymnasien. Rudolph war es wichtig, neben fundiertem Wissen, den Schülern Werte zu vermitteln, die über den Beruf hinaus für das spätere Leben wichtig sein könnten, wie er beispielsweise in der Abiturzeitung von 1999 an seine Abgänger schrieb. Wilfried Rudolph wird im Kreise seiner Familie beigesetzt. (Von Tobias Stück)

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