Bundestagswahl

Schwander gewinnt bei Kopf-an-Kopf-Rennen

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Yannick Schwander setzte sich hauchdünn im Frankfurter Westen und in der Stadtmitte durch. r
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Der CDU-Kandidat im Wahlkreis 181 hat die Nase vorn.

Was für eine Wahlnacht im Wahlkreis 181. Es ging hin und her zwischen Yannick Schwander (CDU) und Armand Zorn (SPD). Zunächst lag Zorn vorn, der den Wahlkreis 2021 gewonnen hatte. Dann holte Schwander auf. Um 23.15 Uhr, als noch ein Wahlbezirk auszuzählen war, lag Schwander gerade einmal um 400 Stimmen vorn. Aber an der Gesamtstimmenzahl, von denen wenige fehlten, konnte man schon erkennen, dass es für Schwander reichen würde. Und der Wahlbezirk lag in Eschersheim, wo die CDU traditionell stark vertreten ist. So ließ sich Yannick Schwander gratulieren. „Ein Kopf-an-Kopf-Rennen, es ging hin und her, ich bin tatsächlich noch außer Puste, wenn man so will, ich habe gerade einen Marathon beendet“, sagt er.

Ein harter Abend liegt hinter ihm und ein harter intensiver Wahlkampf. „Mein Ziel war es, den Wahlkreis wieder zurückzuholen, das ist mir anscheinend gelungen, das freut mich sehr. Es sei ein Zeichen, dass die CDU in Frankfurt wieder zurück an der Spitze ist. Ausschlaggebend sei „die Präsenz gewesen“, sagt er. „Ich war in allen Stadtteilen, in allen Siedlungen des Wahlkreises.“ Auch um den Rückstand gegenüber Zorn einzuholen, der den Wahlkreis zuvor gewonnen hatte.

Die Frankfurter Themen spielten im Wahlkampf eine untergeordnete Rolle, räumt er ein. „Es ging um die Bundesthemen.“ Für die langen Tage - morgens Flyer verteilen, mittags Gespräche führen, abends auf Podien präsent sein - hat er sich vom Job als Pressesprecher der Stadt Bad Vilbel freistellen lassen. „Ich habe Urlaub genommen und jede Menge Überstunden abgebaut.“

Er holt sein Handy raus und schaut auf eine Liste. Im Januar und Februar seien 118 Termine zusammengekommen, 17 Termine pro Woche.

Dabei entwickelte der Wahlkampf eine eigenen Dynamik, nachdem die CDU im Bundestag einen Migrationsantrag einbrachte, bei den auch die AfD und die FDP zustimmen. „Ich habe den Wahlkampf danach als aggressiv erlebt“, sagt er. Er sei angefeindet worden und beschimpft, „wobei ich ein dickes Fell habe“. Aber er habe Angst um seine Angehörigen gehabt. Seine schwangere Frau habe zu Hause aus Sorge abends die Rollläden runtergelassen. Die politischen Mitbewerber hätten sich klarer von den Anfeindungen distanzieren können, sagt er.

Bei einem seiner Wahlplakat sei seine Stirn mit einer Stange durchbohrt worden. „Das haben wir schnell wieder aufgeräumt, aber das hat mich schon berührt.“

Ob der Wahlsieg ihn nach dem neuen Wahlrecht in den Bundestag führt, wird er am Montag wissen.

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