Bei Hochwasser im März

Rätsel um Verbleib von Riesen-Wels – „An einer Ente verdaut er mehrere Tage“

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Wie vom Erdboden verschluckt: Laut Gewässerwart Philipp Montag ist der Wels im Beiseförther Badesee mit dem Hochwasser im März davon geschwommen.
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Er soll eine Ente eingesaugt haben: Der Riesen-Wels aus dem Naturbadesee in Beiseförth sorgte für Schlagzeilen. Nun ist er verschwunden.

Beiseförth – Gute Nachrichten zum Start der Badesaison. Der Wels, der monatelang im Naturbadesee in Beiseförth sein Unwesen getrieben hat, scheint weg zu sein. Dieser Überzeugung sind Gewässerwart Philipp Montag und Kioskbetreiber Thomas Folli. „Wir gehen fest davon aus, dass der Wels weg ist“, sagt Folli. Grund dafür soll das Hochwasser im März sein. Dabei sei die Fulda quasi eins mit dem Naturbadesee geworden.

„Die Fulda floss über die Ränder des Geländes in den See. Da muss der Wels mit der Strömung der Fulda Richtung Kassel geschwommen sein“, sagt Philipp Montag. Eine Tour zu seinen Artgenossen – denn in der Fulda Richtung Kassel sei laut dem 25 Jahre alten Gewässerwart die Wels-Population ohnehin deutlich größer. Alle Angler, die vorgehabt hatten, den berühmt gewordenen Wels zu erwischen, werden nun wohl leer ausgehen.

Riesen-Wels aus Naturbadesee in Beiseförth saugte eine Ente ein

Sogar eine Ente soll der Wels vergangenen Herbst vor den Augen des Kioskbetreibers Thomas Folli gefressen haben, woraufhin mit Sonar nach dem Raubfisch gesucht wurde und Angler kamen, um ihn zu fangen – doch alles vergeblich. „Wäre der Wels immer noch im See, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass ihn einer der vielen Angler gefangen hätte“, so Folli. Laut dem Kioskbetreiber habe es in den vergangenen Monaten unzählige Interessenten und Anrufer wegen des Wels´ gegeben. „Einige von denen kamen und haben auch probiert, den Wels zu fangen“, sagt er.

Fraß vor den Augen des Kioskbetreibers eine Ente: der Wels im Beiseförther Badesee

So auch Angler und Gewässerwart Philipp Montag: „Ich habe es selber einige Male versucht“, sagt Montag. Das Problem: Der Wels habe im drei Meter tiefen Badesee genug Nahrungsquellen gehabt: „Der Fisch war nicht zu fangen“, sagt Folli. „Der hatte im See enorm viel zu fressen. An einer Ente verdaut der Wels mehrere Tage.“

Gute Neuigkeiten für Badefans: Keine Sorgen mehr wegen Riesen-Wels

Für Badefans, die wegen des Welses Bedenken hatten, sind das gute Neuigkeiten: Sie brauchen sich wohl im Beiseförther Naturbadesee erst mal keine großen Sorgen machen. „Inzwischen waren auch wieder die ersten Badegäste und Camper wieder da“, sagt Montag. Denn erst vergangenes Jahr sei der Beiseförther Badesee für Gäste wegen des Welses sogar gesperrt worden.

Große Gefahren habe für Menschen, die sich im See aufhalten, aber nie bestanden: „Der Wels greift keine Menschen an. Außerdem war der Wels nur 1,60 bis 1,80 Meter groß. In Spanien und auch anderen großen Gewässern in Deutschland werden Fische gefangen, die bis zu drei Meter lang sind“, sagt der 25-jährige Gewässerwart. Auch vor den Zähnen des Welses braucht man keine Angst haben: „Beim Wels sind die wie Schmirgelpapier“, so Montag weiter. „Andere Fische wie Hechte und Zander dagegen haben Zähne, die auch Menschen wehtun können.“ (Kerim Eskalen)

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