Werra-Meißner-Kreis

Sie setzen sich für die Natur ein

+
Einsatz für die Umwelt: 17 Gruppen mit verschiedenen Projekten haben beim Umweltpreis teilgenommen. Die Preise übergaben Landrätin Nicole Rathgeber (Zweite von rechts) und Kreisbeigeordneter Philipp Kanzow (Dritter von links).
  • schließen

Der Umweltpreis des Werra-Meißner-Kreises für nachhaltige Projekte ist vergeben worden. In diesem Jahr gab es Neuerungen bei den Vergabe-Kategorien.

Eschwege – Vom Modellbau eines Wasserwerkes über einen Ökogarten, eine CO2-App bis zum Agroforst: 17 Schulen, Vereine und Initiativen mit ihren ganz unterschiedlichen Projekten sind zur Vergabe vom Umweltpreis des Werra-Meißner-Kreises gekommen. Gewinne gab es drei unterschiedlichen Kategorien.

Der Olympische Gedanke zählt beim Umweltpreis des Werra-Meißner-Kreises

Das Motto des diesjährigen Umweltpreises war „Der olympische Gedanke zählt – Umweltschutz lebt vom Mitmachen“.

Gabriele Maxisch, Umweltberaterin des Kreises, führte als Moderatorin durch die Veranstaltung. Die Verleihung der Preise übernahmen Landrätin Nicole Rathgeber und Kreisbeigeordneter Philipp Kanzow. „Das ist wahrscheinlich der bunteste Preis im Werra-Meißner-Kreis“, sagt Rathgeber. „So viele unterschiedliche Projekte wurden eingereicht, verschiedene Menschen und Generationen haben sich daran beteiligt – das ist einfach großartig, denn Umweltschutz geht uns alle an.“

Rathgeber habe den Prozess in diesem Jahr von Anfang an begleitet. Jedes der Projekte sei einen Preis wert, deswegen sei die Vergabe der Platzierungen äußerst schwergefallen. Eine Jury entschied bereits am 5. Mai über die endgültigen Platzierungen. „Der Umweltpreis wird seit 1992 im Werra-Meißner-Kreis verliehen“, sagt Kreisbeigeordneter Kanzow.

„Im Laufe der Jahre haben sich die großen Fragen im Umweltschutz verändert. Und wie man an den von Jahr zu Jahr steigenden Zahlen der Bewerbungen für den Preis sieht, wollen immer mehr Menschen einen aktiven Beitrag zum Schutz der Umwelt leisten.“ Jedes Engagement im Umwelt- und Klimaschutz würde zählen. Wichtig dabei sei der Spaß an der Sache sowie die Motivation anderer, sagt Kanzow.

Neuerungen bei den Bewertungskategorien

In diesem Jahr wurden erstmals drei Bewertungskategorien eingeführt. So wurden Preise für Projekte von Grundschulen und Kindern bis elf Jahre, von weiterführenden Schulen und von Vereinen und privaten Initiativen mit Öffentlichkeitsbeteiligung vergeben.

In jeder Kategorie gab es jeweils die Platzierungen erster, zweiter, dritter sowie Anerkennungspreise für die unteren Platzierungen.

Die ersten Preise wurden mit je 600 Euro dotiert. Für die Zweitplatzierten gab es je 400 Euro und für die Drittplatzierten 300 Euro.

Als Anerkennungspreise gab es einen Apfelbaum sowie eine große Tüte voll mehrjähriger Blühwiesen-Samen für rund 100 Quadratmeter Fläche. „Keiner soll bei der Vergabe leer ausgehen“, sagt Rathgeber. Deshalb wurde das Gesamtbudget für die Preise von 2500 Euro auf 5000 Euro verdoppelt.

Die Gewinner der drei Kategorien des Umweltpreises Werra-Meißner

In der Kategorie „Grundschulen und Kinder bis elf Jahre“ haben die Schüler der Gelstertalschule in Hundelshausen den ersten Preis gewonnen.

Mit ihrem Schulgarten-Projekt in Kooperation mit dem Verein Educational Gardening konnten sie die Jury überzeugen. Die Schüler kümmern sich von der Bodenpflege über die Aussaat bis hin zur Ernte und Verarbeitung um den Garten. Das Gemüse und Obst aus dem Garten wird in der Koch-AG verwendet.

Sieger der Kategorie „weiterführende Schulen“ wurden die Mitglieder der Zukunfts-AG der Freiherr-vom-Stein-Schule in Hessisch Lichtenau mit ihrem Projekt „CO2 im Blick“. Ziel des Projektes war es, den Menschen ein Gefühl für die Massenangaben von CO2 zu vermitteln.

Die Schüler haben dazu Leistungsdaten unterschiedlicher elektrischer Geräte gesammelt und die CO2-Verbrauchswerte bei einem Betrieb mit ausschließlich fossilen Energieträgern errechnet. In der Schule und im Rathaus in Hessisch Lichtenau haben sie Aufkleber mit den Werten verteilt. So sieht jeder den CO2-Verbrauch.

Erster in der Kategorie „Vereine und private Initiativen mit Öffentlichkeitsbeteiligung“ wurde der Verein Regenerative und Soziale Landwirtschaft mit dem Projekt Agroforst. Agroforstsysteme bestehen aus einer Kombination aus Gehölzen, landwirtschaftlichen Nutzpflanzen sowie Viehhaltung.

Unter anderem sind das dem Klimawandel angepasste Beerensorten, Pflanzen, die Wasserrückhaltekapazitäten aufweisen und die Integration von mobilen Hühnerställen. Das Einbringen von Gehölzen fördert die Strukturierung der Landschaft und somit die Verringerung von Erosion und die Verbesserung der Wasserhaltefähigkeit des Bodens.

Sie schützen die Ackerkulturen vor Wind, Starkregen und starker Sonneneinstrahlung. Die Biodiversität und die regionale Wertschöpfung werden gefördert

Das sind die 17 Teilnehmer am Umweltpreis mit ihren Projekten

- „Vielfalt durch Agroforst“, Regenerative und Soziale Landwirtschaft e.V.

- „Baum des Jahres“, Heimatverein Niederdünzebach, Arboretum

- „Ökogarten Stölzingen“, Waldkappel, private Initiative

- „Umwelt von Anfang an“, Müllprojekt, Kindergarten Wichmannshausen

- „Eine-Welt-Schule-Lied“, Ernst-Reuter-Schule, Neu-Eichenberg

- „CO2 im Blick“, Freiherr-vom-Stein-Schule, Hessisch Lichtenau

- „Olli Obst“, Abfall kompostieren, Grundschule Hessisch Lichtenau

- „Nachhaltige Schulhofumgestaltung“, OG Eschwege

- „Wasserkraftwerk-Modell“, Friedrich-Wilhelm-Schule, Eschwege

- „Schulgartenprojekt“, Gelstertalschule, Hundelshausen, Wehretal

- „Kinder-Natur-Turnen“, Sportverein Vierbach

- „Nistkasten-Patenschaft“, Sportverein SV Ermschwerd, Witzenhausen

- „Neue Biotope“, Vogelschutzbeauftragte aus Wichmannshausen

- „Mitfahr-App“, Berufliche Schulen Eschwege

- „Klimawald – Natur- und Erlebnispfad“, Adam-von-Trott-Schule, Sontra

- „Klima-Guard“, Kurs Wirtaschaftslehre der Beruflichen Schulen Eschwege

- „Modell-Häuser und Wasserkraftwerk/ Pfandflaschen-Projekt/ Projekt Mülltrennung“, Johannisbergschule, Witzenhausen

(Marius Gogolla)

Kommentare