VonClara Veiga Pintoschließen
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Eine deutliche Veränderung im Kreis Kassel: Während die politische Landkarte vor fünf Jahren noch ziemlich rot war, ist sie nun fast überall schwarz.
Kreis Kassel – Die Landtagswahl in Hessen war stark geprägt von Themen, die mit Hessen selbst wenig zu tun haben. Die große Unzufriedenheit mit der Ampel-Koalition in Berlin spielte der CDU in die Karten.
Klare Stimmensiegerin dieser Wahl ist sie – auch im Landkreis Kassel. Nur zwei der 28 Kommunen sind weiterhin SPD-dominiert. Die Besonderheiten dieser Wahl im Überblick:
Hessenwahl 2023: CDU landesweit klar vorne
Die CDU ist ganz klare Wahlsiegerin in fast allen Kommunen des Landkreises Kassel. Am besten abgeschnitten haben die Christdemokraten in Naumburg (39,2 Prozent) – bei der Landtagswahl 2018 war es noch Bad Karlshafen. Am schlechtesten abgeschnitten hat die Partei in Söhrewald (27,4 Prozent).
Landtagswahl in Hessen: SPD auch in Hochburg Nordhessen schwach
Auch wenn die Landkreiskarte aktuell vorwiegend schwarz ist – Wesertal und Söhrewald bleiben den Genossen treu. Das beste Ergebnis erzielte die Partei in Wesertal (30,7 Prozent). Am wenigsten Stimmen ergatterte sie in Wolfhagen (21,2 Prozent). In den vergangenen Jahren zeichnete sich Baunatal immer als SPD-Hochburg ab (stärkste SPD-Gemeinde 2018 mit 39,1 Prozent). Davon ist heute nichts mehr zu spüren. In Baunatal holte die SPD nur noch knapp 25 Prozent.
Landtagswahl in Hessen: AfD auch im Kreis Kassel stark
Landesweit holte auch die Alternative für Deutschland auf und erlangte am Wahlsonntag zahlreiche Wählerstimmen. Das zeichnet sich auch im Landkreis Kassel ab: Am meisten für die AfD gestimmt haben die Wähler in Helsa mit 24,2 Prozent. 2018 lag das beste Ergebnis der Partei noch bei 16,2 Prozent – damals in Espenau. Die wenigsten Stimmen bekam die AfD bei dieser Wahl in Habichtswald (16 Prozent).
Hessenwahl 2023: Grüne mit Einbußen – auch in Nordhessen
Im Gegensatz zur AfD mussten die Grünen am Sonntag deutliche Einbußen machen. Was sich allerdings nicht verändert hat: In Kaufungen erzielte die Partei 2018 und in diesem Jahr das beste Ergebnis. Vor fünf Jahren ergatterten die Grünen noch 20,2 Prozent – diesmal waren es 14,6 Prozent.
FDP schafft es in letzter Sekunde auf 5 Prozent bei Hessenwahl
Auch die FDP hat im Landkreis Kassel Stimmen eingebüßt. 4,7 Prozent ist ihr bestes Ergebnis – das fuhren die Liberalen in Wesertal ein. Trotzdem liegt es weit hinter dem besten Ergebnis der Liberalen bei der vorigen Landtagswahl. 7,8 Prozent sammelten sie 2018 in Bad Karlshafen ein. In Trendelburg bekam die FDP diesmal am wenigsten Stimmen: drei Prozent.
Freie Wähler in Hessen überraschen bei Landtagswahl
Eine freudige Überraschung gab es für die Freien Wähler in Trendelburg, dort holte die noch recht junge Wählergruppe 9,3 Prozent und damit ihr bestes Ergebnis im Landkreis. Es liegt noch über dem besten Ergebnis der Landtagswahl zuvor. 2018 hatten in Liebenau acht Prozent der Wahlberechtigten die Freien Wähler gewählt. Sie waren 2018 lediglich im Wahlkreis Kassel-Land I mit einem Direktkandidaten angetreten. Diesmal waren die Freien Wähler per Erststimme auch in den anderen Kommunen im Landkreis wählbar. Die wenigsten Stimmen bekamen sie in Habichtswald: 2.3 Prozent.
Die Linke verpasst Sprung in den Hessischen Landtag
Für die Linke ist auch im Landkreis das Ergebnis schlecht ausgefallen. Am schlechtesten war es in Reinhardshagen, dort stimmten nur 1,6 Prozent für die Linken. Mit 3,6 Prozent lag ihr Ergebnis in Kaufungen und Liebenau am höchsten. Zum Vergleich: Das diesmal höchste Ergebnis kommt nur knapp an das für 2018 schlechteste Ergebnis heran: 3,7 Prozent in Breuna. Ihr bestes Ergebnis war 7,8 Prozent in Kaufungen.
Die meisten Menschen gingen bei dieser Wahl in Ahnatal an die Urne. Dort lag die Wahlbeteiligung bei 75,1 Prozent. Am niedrigsten war sie in Bad Karlshafen mit 62 Prozent. (Clara Pinto und Valerie Schaub)
Landtagswahl in Hessen: In Hersfeld und Rotenburg holt die CDU die Direktmandate.

