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Das Sola-Festival kommt wieder nach Kassel. Diesmal jedoch ohne ganz große Namen auf dem Line-Up. Außerdem gibt es Kritik an der kleineren Techno-Veranstaltung am Herkules.
Kassel – In wenigen Tagen verwandelt sich das Areal rund um den Kasseler Herkules in eine Bühne. Denn das Sola-Festival findet in kleinem Rahmen schon am Samstag, 11. Mai, auf der Wiese hinter dem Monument statt.
Rund 2500 Gäste feiern dort dann zu Techno-Musik – etwa 300 Tickets sind noch verfügbar, sagt Adam Cieplak von der Veranstaltungsfirma AC2B aus Würzburg.
In der Bevölkerung sind bereits Stimmen laut geworden, die Bedenken äußern. So sagt etwa Jürgen Wolf vom Naturschutzbund in Kassel: „Wir finden Zeitpunkt und Ort der Veranstaltung problematisch. Sie findet zur Hauptbrutzeit statt.“
Denn es gebe viele sensible Arten im Habichtswald. Wolf betont aber auch, dass die Nabu-Gruppe nicht generell gegen eine solche Veranstaltung sei: „Wir hätten uns aber gefreut, mit in die Planung einbezogen zu werden.“
Eine Sprecherin von Hessen Kassel Heritage (HKH) sagt: „Bei allen externen Veranstaltungen in unseren Museen, Schlössern und Parks ist vertraglich geregelt, dass behördliche Genehmigungen durch den Veranstalter selbst einzuholen sind.“
Dazu gehöre auch die Untere Naturschutzbehörde. Dem sind die Veranstalter des Sola-Festivals nachgekommen. Die Untere Naturschutzbehörde habe ein Gutachten veranlasst, woraufhin der Bühnenstandort leicht geändert wurde, heißt es. Auch müsse der Veranstalter Auflagen erfüllen. Dazu gehören unter anderem Mittel für Rasen- und Lärmschutz.
Außerdem soll das Herkules-Monument an dem Tag für Besucherinnen und Besucher, die nicht an dem Tagesfestival teilnehmen, gesperrt werden, so HKH.
Unter anderem tritt am 11. Mai der DJ Klangkuenstler beim Sola-Festival auf. Der aus dem Allgäu stammende Michael Korb spielt seit mehr als zehn Jahren elektronische Musik wie Deep- und Tech-House, später hat er auch viel im Techno-Bereich produziert.
Auch DJ Somewhen ist dabei. Er kehrt damit am 11. Mai nach Kassel zurück. Denn der DJ hat schon im vergangenen Jahr in der documenta-Stadt aufgelegt – da allerdings beim großen Sola-Festival vor der Orangerie. Auch in diesem Jahr gibt es dort wieder die größere Version.
Am Samstag, 31. August, findet die Techno-Veranstaltung damit zum dritten Mal in der Karlsaue statt. Headliner ist diesmal der französische DJ I Hate Models.
Nach weltweit bekannten DJs wie Sven Väth und Paul Kalkbrenner muss das Sola-Festival somit diesmal ohne ganz große Namen auskommen. Unter anderem treten in diesem Jahr noch Chris Liebing und Ida Engberg auf – beide sind bekannt geworden durch den Berliner Techno-Club Berghain.
Beide Sola-Veranstaltungen haben eine unterschiedliche musikalische Ausrichtung, heißt es vonseiten der Veranstalter: „Das Sola-Festival am Herkules ist für die neue Generation an Techno-Fans. Vor der Orangerie haben wir wieder Vertreter der verschiedensten Generationen“, sagt Adam Cieplak.
Vor der Orangerie werden am 31. August 15 000 Menschen feiern können. Darauf freuen sich Adam Cieplak und sein Team. Besonders groß ist die Vorfreude aber auf die Veranstaltung am Herkules:
„Mit dem Herkules als Veranstaltungsort legen wir noch einmal eine Schippe drauf. Der Herkules und die Aussicht auf die Stadt lassen das Herz höherschlagen“, sagt der Geschäftsführer.
Für Samstag, 11. Mai, sollen vermehrt Busse eingesetzt werden, um die Techno-Fans zum Veranstaltungsort zu bringen, sagt Cieplak: „Das genaue Konzept wird noch ausgearbeitet.“ Einlass zu beiden Veranstaltungen ist ab 16 Jahren.
Eine Karte für das Sola-Festival am Herkules kostet 45 Euro, eine Karte für das Sola-Festival an der Orangerie 29 Euro. Ein Kombi-Ticket gibt es für 69 Euro. (Anna Weyh)
Mehr Infos: sola-festival.de
