VonTobias Farnungschließen
Die Europawahl-Ergebnisse in der Region Fulda: Die Wagenknecht-Partei holt aus dem Stand 13,04 Prozent. Die CDU ist in Eiterfeld besonders stark. Und die Klimakleber-Partei spielt keine Rolle. Sieben besondere Auffälligkeiten:
Fulda - Bei der Europawahl kam die CDU in Hessen nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf 30,0 Prozent und gewann im Vergleich zur EU-Wahl vor fünf Jahren 4,2 Prozentpunkte hinzu. Auf dem zweiten Platz folgte die hessische Regierungspartnerin SPD mit 16,4 Prozent (minus 2,0 Prozentpunkte). Dahinter lag die AfD mit plus 3,7 Prozentpunkten auf 13,6 Prozent.
Die Grünen verbuchten minus 10,5 Prozentpunkte und landeten mit 12,9 Prozent nur auf Rang vier. Die FDP konnte ihr Ergebnis in etwa halten (minus 0,1 Prozentpunkte) und kam auf 6,3 Prozent. Die neue Partei Bündnis Sahra Wagenknecht schaffte in Hessen aus dem Stand 4,4 Prozent.
Europawahl-Ergebnisse: Diese Auffälligkeiten gab es in der Region Fulda
Die Wahlbeteiligung legte deutlich zu - sie lag bei 63,1 Prozent (2019: 58,4 Prozent). Landesweit erstmals konnten auch 16- und 17-Jährige ihre Kreuzchen machen. Im Landkreis Fulda konnte die Union fast zu alter Stärke auflaufen. Sie erhielt rund 42 Prozent. Die AfD kam auf 18,37 Prozent, die SPD auf 9,81 Prozent, die Grünen auf 7,48 Prozent.
Mit 50,7 Prozent erzielte die CDU in der Gemeinde Hilders ihren Höchstwert. Sorgen machen dürfte den Christdemokraten nur das Ergebnis in der Stadt Fulda, wo sie nur gut ein Drittel der Stimmen holten. Wir haben sieben besondere Auffälligkeiten bei den Ergebnissen der Europawahl im Landkreis Fulda herausgearbeitet:
1. Die CDU kann sich auf die Eiterfelder verlassen: Wenn es eine Gemeinde im Landkreis Fulda gibt, auf die sich die CDU verlassen kann, dann ist es Eiterfeld. Gleich vier Ortsteile der Marktgemeinde im Hünfelder Land sind unter den fünf Wahlbezirken mit dem besten CDU-Ergebnis: Oberweisenborn (80,39 Prozent), Reckrod (69,23), Treischfeld (67,12) und Dittlofrod (63,57). Einzig der Neuhofer Ortsteil Kauppen dringt mit 65,62 Prozent in diese Regionen vor.
2. FDP nur noch in drei Orten zweistellig: In 170 Wahllokalen im Landkreis Fulda wäre die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde – wenn es sie auf EU-Ebene gäbe – gescheitert. Lediglich in 101 Bezirken stand eine fünf plus x. Ausreißer nach oben war der Gersfelder Stadtteil Obernhausen, wo die Liberalen satte 16,28 Prozent holten. Ebenfalls zweistellig war es in Künzell mit 11,11 Prozent und in Gruben, wo die FDP10,00 Prozent erreichte.
3. Wenige wählen Klimaschützer: Wirklich viele Wähler konnte die Letzte Generation in der Region Osthessen nicht mobilisieren. Insgesamt wählten im Landkreis Fulda gerade einmal 146 Wählerinnen und Wähler die Partei der Klimakleber – 0,13 Prozent der insgesamt 109.573 abgegebenen Stimmen. Die prozentual größte Zustimmung erreichten sie in Rengersfeld (3,61 Prozent), gefolgt von Döllbach (1,61) und Wendershausen mit 1,16 Prozent der Stimmen – was ehrlicherweise aber nur zwei Stimmen sind.
4. SPD in Schlotzau, Rodenbach und Günthers stärker als die CDU: Die Sozialdemokraten hatten schon bessere Zeiten. In nur vier Orten kam die SPD noch auf mehr als 20 Prozent. In dreien davon – nämlich in Schlotzau, Rodenbach und Günthers schnitten sie damit besser als die CDU ab. Kleiner Wermutstropfen: In Schlotzau reichte es dennoch nicht für Platz eins – hier holte die AfD noch mehr Stimmen, in Günthers schnitten SPD und AfD gleich ab.
5. Fast jeder zweite Hundsbacher setzt sein Kreuz bei der AFD: 45,07 Prozent der 71 Wählerinnen und Wähler in Hundsbach, die zur Wahl gegangen sind, haben ihre Stimme der AfD gegeben. Die Partei ist damit stärkste Kraft in dem Tanner Stadtteil vor der CDU, die 26,76 Prozent holte. Im Eiterfelder Ortsteil Reckrod (52 Wähler) hingegen konnte die AfD überhaupt nicht punkten. Hier gab es keine einzige Wählerstimme – einmalig im Landkreis Fulda.
Video: Das Endergebnis der Europawahl in Deutschland
6. Wagenknecht-Partei in Gersfeld überaus beliebt: Auffällig groß ist die Zustimmung für die neue Partei von Sahra Wagenknecht: Das BSW schaffte es in Altenfeld aus dem Stand heraus auf 13,04 Prozent der 69 Wähler – drittstärkste Kraft im Ort! In Rengersfeld gab es immerhin 9,64 Prozent. Insgesamt kreuzten in Gersfeld und seinen Stadtteilen 129 Wählerinnen und Wähler die Partei der ehemaligen Linken-Politikerin an – 4,75 Prozent.
7. Grüne gehen in vier Ortschaften leer aus: In gleich vier Orten – Dörmbach, Brand, Sandberg und Unterbernhards – sind die Grünen ohne Wählerstimme geblieben. In Eiterfeld-Ufhausen gab es immerhin ein Kreuzchen. Die breiteste Zustimmung hat die Partei im Ehrenberger Ortsteil Melperts erfahren. Dort haben 17 der 61 Wählerinnen und Wähler ihr Kreuzchen bei den Grünen gemacht – was umgerechnet 27,87 Prozent bedeutet.

