Unikat oder Abzocke?

Seltene Münzen: Fehlprägungen in Frankfurt zu horrenden Summen im Angebot

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In Frankfurt werden auf kleinanzeigen.de Fehlprägungen von 2-Euro-Münzen für tausende Euro angeboten. Was macht diese Münzen so wertvoll?

Frankfurt – Frankfurt ist eine Geldstadt. Allerdings kann man nicht nur an der Börse große Gewinne einfahren. Auf kleinanzeigen.de (vormals Ebay Kleinanzeigen) verkaufen Frankfurter fehlgeprägte 2-Euro-Münzen und erhoffen sich teils fünfstellige Gewinne.

Bei den Fehlprägungen handelt es sich um Münzen mit kleinen oder größeren Makeln, die beim Prägen entstanden sind. Diese Fehler sind nicht gewollt, machen die Münze allerdings zum Unikat. Aus einem Münzwert von 2 Euro kann so schnell der Gegenwert eines Jahreswagens werden – wenn sich die richtigen Käufer finden.

Ein genauer Blick ins Portemonnaie und auf die Münzen kann sich lohnen. Für Fehlprägungen zahlen Sammler häufig ein Vielfaches des eigentlichen Münzwertes. (Symbolbild)

Kopf oder Zahl?: Fehlprägungen werden in Frankfurt zum Spekulationsobjekt

Fast bescheiden mutet noch das Angebot eines Verkäufers aus Sossenheim an. Gerade einmal 500 Euro soll die fehlgeprägte Ziffer auf dessen Münze wert sein.

Das Dreifache des Preises wird von einem Verkäufer in der Frankfurter Innenstadt verlangt. Allerdings muss man bei dem von ihm angebotenen Stück aus Frankreich schon vom Fach sein, um den Wert zu erkennen. Genauere Angaben, wo hier der wertvolle Fehler zu finden sei, macht der Verkäufer nicht. Der Preis ist allerdings gut sichtbar: 1.500 Euro.

Auf die preisliche Flughöhe freischwebender Eurosterne begibt sich ein weiterer Verkäufer aus der Frankfurter Innenstadt. Eine, laut seinen Angaben, leicht vergrößerte Jahreszahl sowie den Münzrand berührende Sterne, sollen einen Preis von 17.000 Euro rechtfertigen. Allerdings auf Verhandlungsbasis.

Frankfurt: Fehlprägungen können hohe Verkaufspreise erzielen, vor einem Kauf sollte man sich beraten lassen

Gelegentlich kann es sich also auszahlen, jeden Euro noch einmal umzudrehen, bevor man ihn ausgibt. Vielleicht schlummert ein verborgener Schatz in ihrem Geldbeutel – falls jemand bereit ist, Ihren Fund für Sie zu „vergolden“. Auch bei Kleinanzeigen gilt wie im Bankenturm: Gewinne werden Sie nur erzielen, wenn das Geld aus der Tasche von jemand anderem in Ihre eigene fließt.

Sollten sie 17.000 Euro auf der hohen Kante haben und mit dem Gedanken spielen, diese in Fehlprägungen zu investieren, ist selbstverständlich Vorsicht geboten. Nicht alles ist Gold was glänzt und nicht jeder Kratzer eine wertsteigernde Fehlprägung. Bevor man einen Kauf dieser Art tätigt, ist es ratsam, sich bei entsprechendem Fachpersonal über die Echtheit solcher Angebote zu informieren. (Paul Eisbach)

Rubriklistenbild: © K. Schmitt/Imago

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