Einzelhandel

Spekulationen in Frankfurt nach Signa-Pleite – Auswirkungen auf Galeria?

+
Die Zukunft des großen Kaufhauses an der Zeil ist nach dem Insolvenzantrag von Signa mal wieder ungewiss. Peter Jülich
  • schließen

Nach der Insolvenz des Immobilienunternehmen Signa Holding werden in Frankfurt Auswirkungen auf den Einzelhandel und den Bau befürchtet.

Frankfurt – Die Schreckensnachrichten rund um das weit verzweigte Immobilienunternehmen Signa Holding reißen nicht ab. Unklar ist bislang, welche Auswirkungen die gestellten Insolvenzanträge einzelner Tochterunternehmen für den Einzelhandel und laufende Bauprojekte in Frankfurt haben. Der für den Einzelhandel zuständige Gewerkschaftssekretär bei Verdi, Horst Gobrecht, vermag selbst noch nicht einzuschätzen, welche Auswirkungen das in Eigenverwaltung beantragte Sanierungsverfahren etwa für Galeria Kaufhof an der Hauptwache hat. „Ich vermute, es geht um weiteren Personalabbau und Häuserschließungen“, so Gobrecht. Allerdings gebe es bei der Belegschaft nach dem jahrelangen Hickhack ohnehin schon „Absetzbewegungen“.

Das Schicksal des traditionsreichen Kaufhauses an der Hauptwache ist besonders eng mit dem Konzern des österreichischen Immobilienmoguls René Benko verbandelt, denn die Immobilie an der Zeil gehört auch der Signa. Sollte Galeria die Zahlung der sehr teuren Miete an der Hauptwache einstellen, würde das Geld dem insolventen Mutterkonzern zusätzlich fehlen.

Signa-Insolvenz bringt Unsicherheit: Sport-Scheck in Frankfurt betroffen

Von der Pleite der Signa Holding ist in jedem Fall auch die Warenhauskette Sport-Scheck betroffen. Die Signa-Tochter mit Filialen in Frankfurt und Kassel habe ebenfalls Insolvenz angemeldet, berichtete die Immobilienzeitung am Donnerstag. Das Tochterunternehmen Signa Retail Selection mit Sitz in der Schweiz bereite zudem den Verkauf sämtlicher Handelsaktivitäten der Konzerngruppe vor. Auch hierbei kann aktuell nur spekuliert werden, was das für die Galeria-Standorte bedeutet.

Marion Schardt-Sauer, die Finanzexpertin der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, fragt sich derweil, ob die Signa-Pleite auch Auswirkungen für den hessischen Steuerzahler haben könnte. Schließlich sei die Hessische Landesbank Helaba größte öffentliche Geldgeberin für Signa-Kredite. Die hessischen Steuerzahler:innen hätten ein Recht darauf zu erfahren, was das finanzielle Engagement der Helaba in dreistelliger Millionenhöhe für sie bedeute, so Schardt-Sauer.

Die Linke im Römer sorgt sich eher um Handwerksbetriebe, die möglicherweise auf offenen Rechnungen sitzenbleiben, falls Bauprojekte der Signa nicht mehr fortgeführt werden sollten. Die Stadt geht allerdings davon aus, dass das im Bau befindliche Büro- und Geschäftsgebäude an der Katharinenkirche fertiggestellt wird. Der Rohbau sei ohnehin schon fast fertig, es handele sich zudem um eine attraktive Lage, hieß es am Donnerstag (30. November) auf FR-Anfrage aus dem Planungsdezernat. Um eine attraktive Lage handele es sich auch bei der Brache am Opernplatz. Das Grundstück auf dem ehemaligen Mövenpick-Gelände gehört ebenfalls der Signa-Gruppe. Das Dezernat hofft hier auf eine Zwischennutzung, solange die Planungen ruhen. (Oliver Teutsch)

Kommentare