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Die Sperrung des Mainkais in Frankfurt, der Hauptstraße am Mainufer nahe des Römer, regt viele auf. Nun sagt die Stadt das Vorhaben zum Teil ab.
Frankfurt -Die nächtlichen Sperrungen und die Wochenend-Sperrung des Mainkais sind vom Tisch. Der Magistrat will diese von der eigenen Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt beschlossenen Sperrungen der Uferstraße in der Innenstadt nicht umsetzen. Das erklärt er in einem jetzt veröffentlichten Bericht. Darin heißt es: "Umnutzungen an Wochenenden und Feiertagen sowie in den Nachtstunden sind weder mit vertretbarem Aufwand umzusetzen noch zielführend und auch straßenverkehrsrechtlich nicht rechtssicher umzusetzen", heißt es in dem Bericht. "Sie werden daher abgelehnt." So dürften Straßen grundsätzlich nur gesperrt werden, wenn die Fläche auch in dieser Zeit für eine Veranstaltung benötigt werde.
Radfahrer dürfen weiter fahren - das wird zum Problem für Veranstaltungen
Und auch für Veranstaltungen wird es eng. Schließlich soll der Mainkai nur für den motorisierten Verkehr, also Autos, Lastwagen, Busse und Motorräder gesperrt werden. Fahrräder sollen weiterhin uneingeschränkt fahren können.
Für die Radfahrer gibt es seit vorigem Sommer eigene Fahrradspuren, die "auch während der temporären Umnutzung in den Schulferien nutzbar bleiben" sollten, so der Magistrat. Eine der drei Autofahrspuren war zugunsten der Radwege weggefallen. Die für Veranstaltungen nutzbare Fläche seit deshalb auf den "Verkehrsraum zwischen den Radfahrstreifen" beschränkt, so der Magistrat. Wie Veranstaltungen in einem lediglich etwa sechs Meter breiten Korridor stattfinden können, erklärt die Stadtregierung nicht. Lediglich: Während des Mainfests und des Museumsuferfests werde der Mainkai auch für Radfahrer gesperrt. Die Feste sind für die Wochenenden 5. bis 8. August sowie 26. bis 28. August vorgesehen.
Anwohner in Sachsenhausen sauer über verdrängte Autos
Zusammen mit ihrem Bericht hatte die Regierung auch die Auswertung der testweisen Sperrung des Mainkais von Juli 2019 bis August 2020 vorgelegt. Da die Stadt die mit 20 000 Fahrzeugen am Tag befahrene wichtige Ost-West-Straße ohne Umleitungskonzept gesperrt hatte, sorgten der verdrängte Verkehr und viele Staus besonders im südlich des Mains gelegenen Sachsenhausen für scharfe Proteste vieler Anwohner sowie aus der Wirtschaft, von Unternehmen und Handwerkern.
Unterstützt wurde die Testsperrung besonders von SPD, Grünen, Umweltverbänden und Radfahrerlobby. Über den Beschluss der Koalition im Parlament vom Januar geht der Magistrat nun noch hinaus: Er wolle den Mainkai dauerhaft für den motorisierten Individualverkehr sperren. Das Ziel hatte Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) schon mehrfach genannt.
Ziel bleibt: Die ganze Straße soll entwidmet werden
Entsprechend des Parlamentsauftrags wolle der Magistrat nun ein stadträumliches Freiraum- und Gestaltungskonzept erarbeiten. In der Zwischenzeit bleibe es bei der temporären Sperrung für Veranstaltungen immer in den Schulferien - wobei die Belieferung der Schifffahrtslinien an deren Liegeplätzen gewährleistet bleibe. Die dauerhafte Sperrung könne dann "gegebenenfalls" erfolgen, wenn das Verwaltungsverfahren für die Entwidmung des Mainkais als Straße durchgeführt sei.
Die Römerkoalition hatte bekanntlich Ende Januar beschlossen, dass die Ost-West-Straße am Main während der Ferien, nachts von 22 bis 6 Uhr sowie über die Wochenenden für den motorisierten Verkehr gesperrt werden solle. Die erste Feriensperrung ist für diesen Sommer vorgesehen. Dicht gemacht wird die Straße aber schon zwei Wochen zuvor am 11. Juli, da sie in der dann folgenden Woche als Veranstaltungsfläche für die Messe Eurobike genutzt werden soll. ( Dennis Pfeiffer-Goldmann)
Mehr Infos heute im Römer
Das Umleitungskonzept für die Mainkai-Sperrung stellt die Stadt heute im Mobilitätsausschuss vor: 17 Uhr, Plenarsaal Römer.