Die Stadt Fulda wird voraussichtlich zur nächsten Fastnachtssaison um eine Attraktion reicher. Denn auf der Bahnhofstraße soll dauerhaft ein „Walk of Foaset“ entstehen. Die ursprüngliche Idee dazu stammt aus dem Januar 2020.
Fulda - Der damalige Sternenprinz Harald LXXIX (Harald Ortmann) hatte auf dem Ball der Stadt Fulda im Januar 2020 bei seiner Proklamation seine elf närrischen Geboten vorgestellt. Eines drehte sich um die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Er wollte einen „Walk of Foaset“ etablieren.
Für die Randstaaten und deren Fürstlichkeiten soll dort je ein Stern installiert werden, ähnlich dem berühmten „Walk of Fame“ in Los Angeles. So lautete der Ausspruch des damaligen Sternenprinzen. Und dieser närrische Wunsch wird nun – drei Jahre später – von und in der Stadt Fulda erfüllt.
Stadt Fulda erhält einen „Walk of Foaset“ - ähnlich wie der berühmte „Walk of Fame“
„Die Idee, die ursprünglich eher spaßig gemeint war, wurde von Mitgliedern des BID (Business Improvement District) Bahnhofstraße aufgegriffen und als interessanter Beitrag für die Straße angesehen“, erklärt Magistratspressesprecher Johannes Heller auf Anfrage. Der damalige Sternenprinz Harald Ortmann findet die Idee „total klasse“.
„Ich habe mal mit Freunden überlegt, ob ein Gesetz schon mal umgesetzt wurde. Ich glaube, das war bei größeren Aktionen noch nicht der Fall.“ Und er gibt zu, dass er nicht der Hauptantreiber war. Der Apotheker Max Traut war von der Idee so begeistert, dass er damals ein Tuch mit einem Stern, passend zum „Walk of Fame“, ins Schaufenster gehängt und Ortmanns Idee aufgegriffen hatte.
Der „Walk of Foaset“ wird ein Magnet sein, um die Leute in die Stadt zu locken.
Aber nicht nur der ehemalige Prinz, sondern auch FKG-Präsident Oliver Weißenberger war überrascht, dass ein Gesetz ernstgenommen und umgesetzt wird. „Es ist schön für die Foaset in Fulda. Es ist toll, dass der Magistrat das durchsetzt“, lobt er .Die Bahnhofstraße wurde indes aus gutem Grund gewählt. Schließlich startet dort jedes Jahr der Rosenmontagsumzug durch Fulda.
„Die Straße ist sozusagen das Eingangstor für Fulda. Jeder Tourist oder Bürger sieht durch die Platten die Verbindung zur Fastnacht“, betont Ortmann. Für den Direktor des Fastnachtsmuseums im Stadtschloss passt die Lage geographisch ebenfalls gut: „Man hat in Fulda künftig eine schöne Verbindung mit dem ‚Walk of Foaset‘, dem Fastnachtsmuseum und dem -brunnen an der Tränke in der Unterstadt.“
Im Gegensatz zum „Walk of Femmes“, der am 8. März und während der Frauenwoche ebenfalls in der Bahnhofstraße gezeigt wurde und besondere Frauen ehrte, soll der „Walk of Foaset“ dauerhaft sein und nicht abgebaut werden. Laut Stadt soll es sich um metallische Platten handeln, die im Gussverfahren hergestellt und in den Boden gesetzt werden.
„Für uns Karnevalisten ist es eine Bereicherung. Es hat schon was. Wie sehr es dann auffällt, wenn es fertig ist, werden wir sehen“, zeigt sich Weißenberger gespannt. Und wenn alles gut läuft, werden er, Ortmann und alle anderen bereits zur nächsten Fastnachtssaison die Ausführung beobachten können.
Hintergrund: Gässchen
In Fulda gibt es einige Anspielungen auf die Fastnacht. So gibt es den Fastnachtsbrunnen an der Tränke in der Unterstadt sowie ein -museum im Stadtschloss. Außerdem befindet sich zwischen dem Buttermarkt und der Ohmstraße seit 1965 das Fastnachtsgässchen, von wo aus die Kampagne eröffnet wird. Es wurde vom damaligen Prinzen Alexander XXIV Genoux (Prinz Cocktail) getauft.
So zumindest ist der Zeitplan der Stadt angedacht. Wohl nicht am 11. November, aber im besten Falle vor Rosenmontag am 12. Februar 2024. Abgebildet auf dem „Walk of Foaset“ werden nicht einzelne Personen, sondern die Vereine – 14 an der Zahl, also die zwölf Randstaaten, der Bundesstaat Petersberg sowie die FKG.
Außerdem werde man das Blackhorse-Wappen und zwei weitere Fastnachtsvereine abbilden. Zu Beginn soll es sich also um 17 Platten handeln. Diese Zahl ist allerdings nicht in Stein gemeißelt, wie Heller erklärt. Es könnten noch andere Vereine verewigt werden. Dass es keine Einzelpersonen sind, halten Ortmann und Weißenberger für richtig.
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„Die Foaset ist ein Fest der Gemeinschaft. Die Vereine zu zeigen, ist spannender als irgendein Personenkult“, meint der damalige Sternenprinz. Weißenberger spricht von einem „ganzjährigen Symbol, das all jene würdigt, die sich in den Vereinen aktiv engagieren. Jeder sieht die Logos und erkennt, dass die Vereine nicht nur saisonal, sondern ganzjährig aktiv sind.“
Angaben zu den Kosten konnte die Stadt Fulda indes noch nicht machen, da sie erst verschiedene Angebote der Firmen prüfen müsse. Im August hatte es hingegen eine traurige Nachricht in der Foaset-Gemeinde in Osthessen gegeben: Willi Heurich starb im Alter von 88 Jahren.