Feuerwehren im Dauereinsatz

Überflutungen in der Region Hann. Münden: Menschen von Wassermassen in Auto eingeschlossen

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In der Region Hann. Münden hat starker Regen zahlreiche Straßen und Keller überflutet. In einem Ort greift die Feuerwehr zu einer drastischen Maßnahme.

Hann. Münden – Nach längerem Starkregen hieß es am Samstag (4. August) fast überall in Hann. Münden und den Ortschaften landunter. Wasser- und Schlammmassen bewegten sich auf den Straßen, Keller und Garagen liefen voll, die Feuerwehrleute sind im Dauereinsatz und pumpten Gebäude leer.

Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden

Wie Hann. Mündens Stadtbrandmeister Lutz Hannemann berichtet, waren am Samstagabend mehrere Bereiche der Mündener Kernstadt und der Ortschaften von dem Unwetter betroffen. Schwerpunkte der Einsätze seien die Bereiche Wiershäuser Weg in Hann. Münden, Kattenbühl sowie in Neumünden die Pionierstraße gewesen. An der B80 in Neumünden seien mehrere Menschen in einem Auto von den Wassermassen überrascht und eingeschlossen worden. Sie mussten durch die Feuerwehr befreit werden. Auch Volkmarshausen und Mielenhausen seien betroffen gewesen, wenn auch weniger stark.

Unwetter über Hann. Münden lässt zahlreiche Keller volllaufen

Eine weitere Einsatzhochburg sei der Ortsteil Gimte gewesen. Allein dort habe die Feuerwehr über 50 Einsätze abgearbeitet. Über 110 Meldungen seien eingegangen. Bei den Einsätzen habe es sich überwiegend um vollgelaufene Keller gehandelt.

Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden

Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Thomas Schlenz
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Thomas Schlenz
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Thomas Schlenz
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Thomas Schlenz
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Petra Siebert
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Petra Siebert
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Petra Siebert
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Petra Siebert
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Petra Siebert
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Petra Siebert
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Petra Siebert
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Petra Siebert
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Petra Siebert
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Petra Siebert
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Petra Siebert
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Petra Siebert
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Petra Siebert
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Petra Siebert
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden
Hann. Münden: Starkregen führt zu Überschwemmungen im Raum Hann. Münden © Petra Siebert

Besonders schlimm sei auch der Bereich der Forstversuchsanstalt in Neumünden, Professor-Oelkers-Straße, getroffen worden. Dort sei das Wasser wie in einem Sturzbach oder einer Art Wasserfall den Berg heruntergelaufen. „Sowas habe ich noch nicht erlebt“, sagte Hannemann. Um dem Wasser einen Abfluss zu schaffen, habe die Feuerwehr den Parkplatz aufreißen müssen. Allein in diesem Bereich seien Kräfte fünf Stunden lang vor Ort gewesen.

Feuerwehr im Dauereinsatz in der Region Hann. Münden nach schwerem Starkregen

Alle Feuerwehren der Stadt Hann. Münden sowie die Feuerwehren aus Meensen, Jühnde und Scheden aus der Samtgemeinde Dransfeld waren laut Hannemann im Einsatz. Dazu war der THW-Ortsverband Hann. Münden vor Ort. Unterstützung gab es auch durch die Firma Kirchner. „Die haben uns wieder einmal sehr gut geholfen“, betonte Hannemann. Der Verpflegungszeug des DRK Gimte habe für die Versorgung der Einsatzkräfte gesorgt.

Insgesamt seien 200 Kräfte vor Ort gewesen. Trotz sofort eingerichteter Führungsstelle in Hedemünden und einer weiteren in Hann. Münden sei es nicht leicht gewesen, die Vielzahl an Einsätzen abzuarbeiten, so Hannemann weiter.

Glücklicherweise seien bei dem Unwetter keine Menschen zu Schaden gekommen und die eingeklemmten Personen im Auto konnten befreit werden, so Hannemann. Am Sonntag startete das große Aufräumen in der Dreiflüssestadt.

Nach dem Starkregen begann in Hann. Münden am Sonntagmorgen das große Aufräumen.

Wiershausen

In Wiershausen hatte sich das Wasser seinen Weg über die Felder oberhalb des Ortes zur Straße „Im Bruchhof“ gebahnt, die sich daraufhin in einen reißenden Fluss verwandelte und Schlamm in die Keller der Anlieger spülte.

„Bei mir ist es durch die Kellerfenster gekommen“, sagt Anwohner Edgar Grimme. Laminat, Betonestrich, alles sei kaputt. „Das Wasser kam binnen Minuten, da konnte man nichts mehr machen“, sagt er, als im Hintergrund der Lärm des Bautrockners zu hören ist.

Edgar Grimme zeigt auf sein Kellerfenster, durch das das Wasser kam.

Auf der anderen Straßenseite ist Arnold Thies damit beschäftigt, den Schlamm aus seiner Garage zu schaufeln. Auch der Keller sei betroffen, sagt er.

Bei Arnold Thies in Wiershausen wurden die Garagen und der Keller von den Wassermassen überflutet.

Bei Wiershausens Ortsbürgermeisterin Christine Fuchs wurde der gesamte Keller überflutet, das Wasser drückte durch die Fenster. „Wir waren an dem Abend nicht zuhause. Als wir zurückkamen, war alles vollgelaufen.“ Gemeinsam mit Nachbarn und Freunden arbeitete sie gestern daran, die durch den Schlamm zerstörten Möbel aus dem Haus zu tragen.

Teils hinter vorgehaltener Hand äußerten einige Anwohner Kritik an der Stadt Hann. Münden. Das Straßenniveau sei vor Jahren angehoben worden, dadurch laufe das Wasser in die niedriger liegenden Häuser und Keller. Das sei in den vergangenen Jahren auch mehrfach bei der Stadt moniert worden, es tue sich aber nichts. Außerdem seien einige Regenabläufe im Ort von der Stadt nicht saubergehalten worden, hieß es.

Hermannshagen

Im Hann. Mündener Ortsteil Hermannshagen war das Wasser mit solcher Kraft die Straße hinuntergelaufen, dass sich Asphaltplatten aus dem Straßenbelag gelöst hatten und mitgeschwemmt wurden, berichtet Jens Herbort, Inhaber der Werra Apotheke und zeigt auf drei große weiße Säcke mit Asphaltbruchstücken.

Das Wasser habe sich in einer Mulde vor der Apotheke gestaut und sei durch die Türen nach innen geschwappt. „Zum Glück wurde aber nichts beschädigt, da das Wasser in der Apotheke nicht so hoch stand“, sagt Herbort. Da habe es andere deutlich schlimmer getroffen.

Herborts Schwager Kai Neumann half gestern bei den Aufräumarbeiten vor der Apotheke. Er betreibt seit einigen Jahren eine Wetterstation in Landwehrhagen und ist vielen unserer Leserinnen und Leser als Wetterexperte bekannt.

In Hermannshagen kamen die Wassermassen an der Werra-Apotheke zum Halt. Unser Foto zeigt Kai Neumann beim Aufräumen.

Er sagt: „Das war eine Extremsituation, die keiner vorhersehen konnte. Deswegen war eine vorherige Warnung auch nicht möglich.“ Es habe sich um ein Gewitter gehandelt, das sich punktuell entwickelt und entladen habe.

An der Wetterstation in Landwehrhagen habe es zwar an dem Abend auch geregnet, in Hann. Münden sei aber bestimmt mindestens das Dreifache an Regen in kurzer Zeit heruntergekommen.

Wenn es über einen längeren Zeitraum regne und dies zu einem Anschwellen der Flüsse führe, dann sei das planbar. Bei punktuell auftretenden Starkregenereignissen sei das nicht möglich.

In so einem Fall müsse es in erster Linie darum gehen, Menschenleben zu retten. Glücklicherweise seien weder am Samstag in Hann. Münden noch vergangene Woche im Kreis Kassel Menschen zu Schaden gekommen, betont Neumann.

Angesichts steigender Durchschnittstemperaturen sei damit zu rechnen, dass derartige Extremwettereignisse künftig zunähmen. „Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kältere“, erklärt Neumann. Dadurch entstünden stärkere Unwetter, die sich bei geringer Zuggeschwindigkeit lokal entlüden.

Hochbad

Der Eingangsbereich des Hochbades in Hann. Münden ähnelte am Sonntag einer Seenlandschaft. „Wir haben das Bad heute geschlossen gelassen“, sagt Hochbadpächter Andreas Sadowsky. Immerhin: Das Schwimmbecken selbst sei aufgrund der erhöhten Lage nicht beschädigt worden und technisch einwandfrei geblieben.

Auch der Eingangsbereich zum Hann. Mündener Hochbad wurde von den Wassermassen überschwemmt.

Wegen der Wassermassen vor dem Eingang sei aber ein gefahrloses Betreten des Bades nicht möglich. „Wir wollen vermeiden, dass sich jemand verletzt, die Sicherheit unserer Gäste geht vor“, so Sadowsky.

Am Sonntagmorgen sei er am Bad gewesen und habe die Frühschwimmer nach Hause schicken müssen. „Die sind hartgesotten. Aber es nützt ja nichts, das Wasser muss hier erst weg“, betonte Sadowsky. Er hoffe, dass es nicht noch weiter regne und er das Bad bald wieder öffnen könne.

Rubriklistenbild: © Thomas Schlenz

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