- VonSabine Kohlschließen
Die Woco-Group wird bis 2027 ihre Werke in Bad Soden-Salmünster und Steinau schließen. 150 Arbeitsplätze fallen weg. Grund sei die „anhaltend schwierige Marktsituation“.
Bad Soden-Salmünster/Steinau- Wie die Woco Group am Mittwoch, 5. März in einer Pressemeldung mitteilt, sollen die Schließungen der Werke im Kinzigtal bis 2027 erfolgen. Grund, so der Automobilzulieferer, sei das anhaltend schwierige Marktumfeld in der Automobilindustrie mit sinkenden Absatzzahlen, verschobenen Modellanläufen und hohen Kosten.
Bereits Ende 2022 wollte das Unternehmen einen umfangreichen Personalabbau mit der Einführung einer Vier-Tage-Woche vermeiden.
Woco Group schließt Werke im Kinzigtal - 150 Stellen fallen weg
„Produzierende Unternehmen leiden stark unter dem gesamtwirtschaftlich schlechten Marktumfeld und hohen Energie- sowie Personalgesamtkosten. Die Unterbrechung globaler Lieferketten hat insbesondere die Automobilindustrie in den vergangenen Jahren stark getroffen und die Material- sowie Teilekosten deutlich erhöht. Die Konkurrenz aus China verschärft die Situation und die Automobilzulieferer leiden unter dem verlangsamten Absatzwachstum bei Elektroautos“, schreibt das Unternehmen.
Auch die Woco Group müsse sich künftig auf stark reduzierte Produktionsvolumina einstellen. Kurzarbeit sowie die Einführung der Vier-Tage-Woche in der Zentrale, die sich ebenfalls in Bad Soden-Salmünster befindet, hätten „keine adäquate Kostenstruktur erreichen“ können. Die konjunkturelle Schwäche sei stärker gewesen.
Da mit einer Verbesserung in den kommenden Jahren nicht zu rechnen sei, so das Unternehmen, seien nun weitere Maßnahmen erforderlich. Die Produktionsstätten in Bad Soden-Salmünster und Steinau seien unter diesen Bedingungen nicht wettbewerbsfähig, weshalb sie nun geschlossen werden sollen. Rund 150 Stellen fallen weg. Die Verlagerung der Produktion erfolge dabei in mehreren Wellen.
Werksschließungen der Woco Group im Kinzigtal bis 2027
Zudem kündigt die Woco Group einen Stellenabbau in der Zentrale in Bad Soden-Salmünster an, den sie allerdings nicht beziffert. Die meisten gewerblichen Ausbildungsberufe werden demnach künftig nicht mehr angeboten, die technischen und kaufmännischen Ausbildungsberufe blieben jedoch bestehen. Alle laufenden Ausbildungsverhältnisse sollen regulär zu Ende geführt werden.
Die Gespräche mit der Arbeitnehmerseite beginnen ab sofort, kündigt das Unternehmen an. „Für die Gesellschafter und Geschäftsführung ist es selbstverständlich, mögliche harte Auswirkungen auf das notwendige Maß zu beschränken und sozialverträglich zu gestalten“, heißt es in der Mitteilung.
Auch in Fulda steht - sogar noch in diesem Jahr - eine Werksschließung an. Bei der Firma Mehler Texnologies fallen fast 200 Stellen weg.