In der lockeren Runde haben sieben ehemalige Schülerinnen und Schüler des Oberstufengymnasiums Anekdoten aus ihrer Schulzeit erzählt...
Eschwege – Schulgeschichten, Berufe und Nachhaltigkeit: Während der Feierlichkeiten zum Jubiläum des Oberstufengymnasiums diskutierten und inspirierten sieben Ehemalige aus diversen Berufsfeldern während einer lockeren Podiumsdiskussion.
Tobias Stück moderierte als Redaktionsleiter der Werra-Rundschau die kurzweilige Gesprächsrunde und manövrierte durch eine Sammlung unterhaltsamer Fragen und heiterer Antworten.
In dem lockeren Format wurde Kurzweiligkeit großgeschrieben; jeder der Gäste schmunzelte, als alte Anekdoten aus der Schulzeit ausgegraben wurden. So ist die „Traube“ in der Eschweger Innenstadt ein Stichwort, das Erinnerungen belebt: „Ganze Schülergenerationen haben hier ihre Freistunden verbracht“, blickt Alexander Heppe als Bürgermeister zurück.
Unternehmerin Desirée Derin-Holzapfel wird niemals die Modesünden ihrer Generation vergessen: „Weite Schlaghosen und ganz viel Farbe. Zum Glück ist davon nichts hängen geblieben“.
Christian Mihr, Geschäftsführer von „Reporter ohne Grenzen“, hat am OG immer die „respektvolle, wertschätzende und faire Atmosphäre“ geschätzt: Wenn man mal zu spät zum Unterricht kam, war das mit einem Termin im Sekretariat oder anderswo schnell begründet.
Das kam besonders Heppe zugute, wenn die Freistunden für Brötchenkäufe genutzt wurden: „Ganz sozial haben wir natürlich für die ganze Klasse eingekauft und liefen mit großen Tüten durch die Gänge“, schmunzelte er.
An den Lebensläufen wurden die Möglichkeiten nach dem OG deutlich: Nicole Rathgeber zeigt, wie unerwartet das Leben verlaufen kann. Nach der Arbeitsagentur stieg die Juristin in die Kommunalpolitik ein und wurde Landrätin – „geplant war das nach dem Abi nicht“.
Prof. Dr. Sascha Quanz, Professor für Astrophysik, hatte hingegen schon Begriffe wie „Astronaut“ und „Sterne“ in seiner Abi-Zeitung stehen. „Die Schule muss Träume fördern und das ist dem OG damals gelungen“, so Quanz.
Die Jubiläumswoche hat mit „OG Goes Green“ schnell ein Leitmotiv gefunden, das die ganze Schulgemeinde bewegt, wodurch die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen auch die Podiumsdiskussion geprägt haben.
Bio-Landwirt Julius Nennewitz erläuterte das Agroforst-Konzept, bei dem Bäume und Landwirtschaft verbunden werden. Der kühlende Effekt der Bäume, der Spaziergängern im Wald begegnet, wird auf die Landwirtschaft übertragen: Bäume schützen vor Hitze, unterstützen die Wasserwirtschaft und binden Kohlenstoffdioxid.
Tobias Alsleben als Student der internationalen Beziehungen betonte das Ziel des Friedens: Krieg sei eine zentrale Fluchtursache, aber auch der Klimawandel, den die Industriestaaten verantworten, fördere Migrationsströme. Bildung, Chancengleichheit, Umweltzertifikate und Pressefreiheit fallen auch unter die UN-Ziele und boten Stoff für die offene Diskussionsrunde.
(Lorenz Schöggl)