Tierpark Sababurg freut sich nach großem Aufräumen wieder auf Besucher

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Betrieb fast wie vor dem Unwetter: Bis Donnerstagmittag waren innerhalb weniger Stunden schon wieder 800 bis 900 Besucher in den Park gekommen. Die meisten waren darauf vorbereitet, dass es noch gewisse Einschränkungen gibt.
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Tierpark Sababurg nach Unwetter wieder geöffnet

Sababurg. Die Zwangspause im Tierpark Sababurg ist gestern zuende gegangen. 20 Tage, nachdem ein verheerendes Unwetter Teile des Tierparks überschwemmte und dann in einer Flutwelle durch Gottsbüren rollte, waren nach pausenloser Arbeit die rund zehn Kilometer Wege im Park mit tonnenweise Schotter wieder instandgesetzt. Die Besucher können somit wieder gefahrlos in alle Bereiche des Parks gelangen. Auch die drei Tierpark-Imbisse sind wieder in Betrieb. Die Parkplätze sind zu vier Fünfteln wieder hergestellt und sollen fürs erste Wochenende ausreichen. Die Mitarbeiter freuen sich nach eigenen Worten darauf, wieder Besucher zu sehen.

Wieder schlendern ohne Stolperfallen: Am Donnerstag eroberten mehrere hundert Besucher einen Großteil der zehn Kilometer Wege im Tierpark Sababurg zurück. Die Wege (wie im Bild die Hauptallee) wurden nach den schweren Unwetterschäden mit tonnenweise Schotterwieder instandgesetzt.

Am Donnerstagvormittag sah es im Tierpark Sababurg fast so aus wie immer: Aufgeregte Kinder am Eingang, Kameras zückende Eltern, von ungeduldigen Enkeln zum nächsten Gehege gezogene Großeltern, erstaunte Ah-Rufe vom Greifvogelschau-Hügel und entspannt schlendernde junge Paare bevölkerten das gesamte Gelände.

Absperrbänder und Schilder

Allerdings versperren Gitter und Absperrbänder noch einige Bereiche unterhalb des Burgbergs und Schilder weisen darauf hin, dass das Gasthaus geschlossen ist und man wegen der Unwetterschäden die übrigen Toiletten im Gelände benutzen möge.

Noch nicht alles repariert

Das wird auch noch einige Tage so bleiben, denn nach dem schweren Unwetter, das am 1. und 2. August enorme Schäden in mehreren Reinhardswaldorten und im Tierpark anrichtete, kann noch nicht alles repariert sein.

Die Reparatur einiger Wege und Böschungen dauert noch an, wie dieses Foto vom Donnerstagmittag zeigt. Einige wenige Wegeabschnitte müssen deshalb noch gesperrt bleiben.

Über 1000 Tonnen Schotter verteilt

Die Wege sind auf jeden Fall wieder sicher begehbar, wie Uwe Pietsch als Leiter der Eigenbetriebe des Landkreises Kassel, zu denen der Tierpark gehört, versichert. In den vergangenen 20 Tagen wurden für die Reparaturarbeiten an den vielen Spazierwegen über 1000 Tonnen Schotter unterschiedlicher Größe in den Park gefahren. Bagger holten tonnenweise angespülten Felsschutt aus Gräben und Bachläufen, die das Unwetter weggeschwemmt und an anderen Stellen abgelagert hatte.

Schäden an Gebäuden

Der meterhoch angeschwollene Donnebach hatte Felsblöcke und Baumstämme mitgerissen, die Regenflut grub Rinnen in den Boden, spülte Böschungen weg, überflutete das Gasthaus Zum Thiergarten und den Tierparkshop. Hier sind die Gebäudeschäden am größten.

Die Aufräumarbeiten gehen weiter: das Wesertal schippt noch immer Schlamm

Optimistisch trotz schwieriger Lage: Dominik und Lena Fischers Haus in Gieselwerder hat der Starkregen stark getroffen. Auch Tage nach dem Unglück haben sie noch alle Hände voll zu tun.
Optimistisch trotz schwieriger Lage: Dominik und Lena Fischers Haus in Gieselwerder hat der Starkregen stark getroffen. Auch Tage nach dem Unglück haben sie noch alle Hände voll zu tun. © Tanja Temme
Optimistisch trotz schwieriger Lage: Dominik und Lena Fischers Haus in Gieselwerder hat der Starkregen stark getroffen. Auch Tage nach dem Unglück haben sie noch alle Hände voll zu tun.
Optimistisch trotz schwieriger Lage: Dominik und Lena Fischers Haus in Gieselwerder hat der Starkregen stark getroffen. Auch Tage nach dem Unglück haben sie noch alle Hände voll zu tun. © Tanja Temme
Mühlen von schlamm überdeckt.
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Die Aufräumarbeiten gehen weiter: das Wesertal räumt weiter auf.
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Die Aufräumarbeiten gehen weiter: das Wesertal räumt weiter auf.
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Die Aufräumarbeiten gehen weiter: das Wesertal räumt weiter auf.
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Die Aufräumarbeiten gehen weiter: das Wesertal räumt weiter auf.
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Die Aufräumarbeiten gehen weiter: das Wesertal räumt weiter auf.
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Die Aufräumarbeiten gehen weiter: das Wesertal räumt weiter auf.
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Die Aufräumarbeiten gehen weiter: das Wesertal räumt weiter auf.
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Die Aufräumarbeiten gehen weiter: das Wesertal räumt weiter auf.
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Die Aufräumarbeiten gehen weiter: das Wesertal räumt weiter auf.
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Die Aufräumarbeiten gehen weiter: das Wesertal räumt weiter auf.
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Die Aufräumarbeiten gehen weiter: das Wesertal räumt weiter auf.
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Der Infoshop am Eingang ist nur eingeschränkt benutzbar, weil der unterspülte Estrich komplett erneuert und der zerstörte Holzfußboden durch Fliesen ersetzt werden muss, was laut Pietsch wohl bis Jahresende dauert.

Bratwurst am Backhaus

Weil die zerstörte Kühl- und Elektrotechnik im Gasthaus noch nicht komplett wiederhergestellt ist, werden Getränke sowie vor allem Brat- und Currywurst, Stracke sowie Kuchen und je nach Wetter auch Brot vorübergehend am nahen Backhaus angeboten und das auch wochentags und nicht nur an Wochenenden. Die drei tierparkeigenen Imbisse am Eingang, am Kinderzoo und an der Elchlodge sind abgestimmt geöffnet.

Schäden liegen schon bei 1,7 Millionen Euro

Die Gesamtschäden haben sich nach Pietschs Angaben bislang auf etwa 1,7 Millionen Euro summiert, aber es liege noch nicht alles vor.

Der größte Teil der Parkplätze kann wieder genutzt werden. Gestern erfolgten Restarbeiten am Eingang.

Parkplätze weitgehend repariert

Am alten Teil des Parkplatzes wurden im unteren Bereich gestern die letzten Reparaturen vorgenommen, im oberen Bereich erfolgen sie heute. Da der neue Parkplatzbereich Richtung Tal teilweise noch als Schuttlagerplatz genutzt wird, können die Tierparkbesucher die Parkplatzwiese als Ausweichfläche nutzen, was bei dem aktuell trockenen Wetter kein Problem sei. Für Normalbetrieb reichten die Parkplätze aus. Bei einem Groß-Event würde es allerdings eng, weshalb es richtig gewesen sei, das große Mittelalterspectaculum im September abzusagen, sagte Uwe Pietsch..

Auch Tierpark-Mitarbeiter sind froh

Karl Görnhardt aus der Tierparkverwaltung bestätigt, dass auch die Mitarbeiter alle froh sind, dass der Betrieb in Sababurg nun wieder anläuft. Nicht nur wegen der Eintrittsgelder, auf die der Park nun besonders angewiesen sei, sondern auch zur moralischen Unterstützung aller, die im Tierpark arbeiten.

Aufmunternde Kommentare

Man habe nach der Unwetterkatastrophe viele Sympathiebekundungen und aufmunternde Kommentare erhalten. Das helfe enorm, weil man ja den Besuchern, darunter viele Familien, einen schönen Tag ohne Sorgen bieten wolle.

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