- VonLutz Herzogschließen
Lijana Kaggwa, Finalistin von Germany‘s Next Topmodel, engagiert sich gegen Hass im Internet. Nun ist sie mit einer neuen Kampagne unterwegs.
Vellmar – Mit einer umfassenden Kampagne, die sich „Love always wins“ (Liebe gewinnt immer) nennt, kämpft Lijana Kaggwa (28) aus Kassel, 2020 Finalistin in der Sendung Germany‘s Next Topmodel, gegen Hass, Hetze und Verleumdungen in den sozialen Medien, dem sogenannten Cybermobbing. Sie ist das Gesicht einer Initiative des Netzwerkes gegen Gewalt im Internet des Polizeipräsidiums Kassel, der Kasseler Sparkasse und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.
Elf Schulen im Landkreis will die Initiative das Projekt vorstellen. An der Ahnatal-Schule in Vellmar fand die Auftaktveranstaltung statt. Vor rund 220 Schüler und Schülerinnen der sechsten und siebten Klasse erzählte Kaggwa mit Leidenschaft und Engagement aus ihren Erfahrungen, und zu welchen Ereignissen ihre Teilnahme an der Staffel geführt haben. „Das es diese Hetze im Laufe der Staffel gegen mich gab, war mir nicht bewusst“, erzählte sie.
Kasseler Topmodel-Kandidatin mit Kampagne gegen Cybermobbing
„Handys waren uns verboten. Erst kurz vor dem Finale durften wir sie benutzen, und ich musste lesen, was da alles über mich geschrieben wurde – Hass, Hetze und Drohungen“. Das bewog sie daraufhin, ihre Teilnahme noch im Finale zu beenden. „Es gab auch präzise Morddrohungen, so dass ich zeitweise unter Polizeischutz gestellt wurde“, berichtete sie. Ihr 2023 erschienenes Buch „Du verdienst den Tod“, vermittelt tiefe Einblicke, wie es bei dem Dreh der Staffel hinter den Kulissen zuging. So habe die Produktionsleitung die Teilnehmerinnen bewusst beeinflusst, und den Teilnehmerinnen Charakterrollen zuteilt. „Mit dem, was in den Staffeln wirklich passierte, hatte die ausgestrahlte Sendung nichts mehr zu tun“, kritisierte sie. „Es wurde so zusammengeschnitten, dass es für den Sender passte – Menschen wurden zu Objekten.“
Rund ein Jahr habe es gedauert, bis die Angriffe nachließen. Mit ihrem Schritt in die Öffentlichkeit will Lijana Kaggwa Betroffenen helfen und ihnen Mut geben, sich Hilfe bei anderen Menschen zu holen. „Ihr seit nicht allein“, rief sie den Anwesenden zu. „Eltern, wirkliche Freunde, Lehrer und Hilfsorganisationen stehen euch zur Seite, wenn ihr euch gemobbt und angegriffen fühlt.“
Eine rege Diskussion entstand nach dem Vortag – die Schüler und Schülerinnen hatten viele Fragen, die Kaggwa alle souverän beantwortete, bevor sie noch Autogramme unterschrieb. (Lutz Herzog)
Die nächsten Termine
- 1. November: Schulbesuch in der Albert-Schweizer-Schule in Kassel
- 5. November: Schulbesuch in der Theodor-Heuss-Schule Baunatal
- 13. November: Schulbesuch in der Hegelsbergschule Kassel
- 18. November: Schulbesuch in der Elisabeth-Selbert-Schule in Zierenberg.
Im kommenden Schuljahr nehmen sechs weitere Schulen an dem Projekt teil.