VonSteven Mickschschließen
Menschen mit der Krankheit ME/CFS wollen mit einer Liegend-Demo in Frankfurt mehr Aufmerksamkeit für Betroffene schaffen.
Die Krankheit ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) war im Zuge der Corona-Pandemie durchaus mehr Menschen ein Begriff, weil Long Covid sich Symptome mit ME/CFS teilt. Doch ein breites Echo und Bewusstsein blieb aus, obwohl sie bereits 1969 von der Weltgesundheitsorganisation als neurologische Erkrankung klassifiziert wurde.
Betroffene beklagen, dass sie weder medizinische, pflegerische noch soziale Versorgung erhalten. Bis heute fehlten Anlaufstellen für ME/CFS-Betroffene, da Kompetenzzentren und interdisziplinäre Ambulanzen nicht existieren – von einer heilenden Therapie ganz zu schweigen, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative #LiegendDemo.
Diese Initiative möchte, dass sich etwas zum Guten verändert, in der Aufklärung, Behandlung, Versorgung und Forschung. Deshalb organisiert sie für den 24. Februar einen „Trauergang“ durch die Frankfurter Innenstadt. Beginn ist um 13 Uhr an der Katharinenkirche nahe der Hauptwache. Anders als bei lautstarken Demonstrationen gehen die Teilnehmenden schweigend, wie bei einem Trauerzug. Sie betrauern die verlorene Lebenszeit, die sie durch die Krankheit erleiden – ohne Aussicht auf Heilung. Ziel der Demo ist der Frankfurter Römer. Dort werden die Teilnehmer:innen sich mit weiteren Betroffenen für einige Minuten auf den Boden legen.
„Mit unserem Trauergang wollen wir die vielen von ME/CFS betroffenen Menschen, die zu Hause ihre Betten kaum oder gar nicht mehr verlassen können, sichtbar machen, damit sie gesellschaftlich und politisch besser gesehen werden können“, erklärt die Initiatorin Gritt Buggenhagen, die selbst schwer von ME/CFS betroffen ist.
