Straßenkarneval

Trotz gestiegener Kosten für Sicherheitskonzepte - in der Region Fulda finden alle Umzüge statt

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Auch auf Fuldas Straßen wird am Rosenmontag gefeiert – wie hier die 1. Männertanzgarde Bachrain im Jahr 2024.
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In Thüringen, Bayern und im Hessischen Marburg wurden aufgrund steigender Kosten und höherer Sicherheitsvorkehrungen einige närrische Umzüge abgesagt. In der Region Fulda ist das nicht der Fall. Hier finden die Gaudiwürmer am Fastnachtswochenende alle statt – trotz höherer Sicherheitsempfehlungen und steigender Kosten.

Fulda - Tanzen, Lachen, Schunkeln und Feiern – das gehört zum Straßenkarneval dazu. Damit die Straßen in der Barockstadt und im gesamten Landkreis auch sicher sind, werden zahlreiche Polizeikräfte in Uniform, aber auch in Zivil für Ordnung sorgen.

In Fulda sind Fußtruppen und Fahrzeuge der Polizei am Rosenmontag im Einsatz. Ebenso werden Gitter, genauso wie Poller und Busse dafür sorgen, dass niemand in den Zug fahren kann. FKG-Vize-Präsident Jan Frühauf schildert, dass die behördlichen Vorgaben, wie Struktur, Aufbau und Ausführlichkeit des Sicherheitskonzeptes neu erfasst werden mussten.

Trotz hoher Sicherheitskosten finden in der Region alle Umzüge statt

Jetzt sind Stadt, Polizei und Ordnungsamt voll des Lobes, so Frühauf. Die Kosten für die beiden Umzüge werden unter anderem durch die Spendenaktion des Romo-Ordens und durch Sponsoren finanziert. Ebenfalls unterstützt die Stadt Fulda mit Rat und Tat die Lindwürmer.

Wenn bei der ganzen Feierei dann die Blase drückt, stehen Toi-Toi-Häuschen bereit. Von der Kurfürstenstraße (im Bereich der ehemaligen Tankstelle) über den Heinrich-von-Bibra-Platz, am Bahnhofsvorplatz, in der Bahnhofsstraße/Ecke Heinrichstraße, in der Bahnhofstraße, am Universitätsplatz, Schlossstraße/Ecke Friedrichstraße/Bonifatiusplatz, in der Friedrichstraße, Unterm Heilig Kreuz, am Buttermarkt, Brauhausstraße/Ecke Karlstraße, Karlstraße/Ecke Mittelstraße und Karlstraße/Ecke Königsstraße sowie im Bereich des Finanzamtes in der Königstraße.

Mit Pflaster und Bandagen werden die Rettungswagen und Notarztfahrzeuge des Deutschen Roten Kreuzes im Einsatz sein. Zahlreiche Sanitäter werden für kleinere Blessuren mobil in den Straßen der Stadt unterwegs sein.

Gitter, Poller und zahlreiche Polizeikräfte sorgen für Sicherheit der Karnevalisten

In Rommerz, beim „KUR“ am Fastnachtssamstag ist traditionell die „Hölle“ los. Auch hier haben sich die Verantwortlichen des Rommerzer Carneval Vereins (RCV) um ausreichende Sicherheitsvorkehrungen gekümmert. Im Ortskern wird es eine feste Station des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) geben, die zusammen mit fußläufigen Rettungskräften für die medizinische Sicherheit der Besucher sorgt.

Die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren Rommerz und Dorfborn sorgt für die Absperrungen der Zufahrtswege von Neuhof, Flieden und Hauswurz. Alle Zufahrtsstraßen zur Hauswurzer Straße, die seit letztem Jahr als neue Zugstrecke dient, sind gesperrt, erläutert die Vorsitzende des RCV, Nadja Krack.

Aufgrund der engen Straßenverhältnisse haben sich der Vorstand des RCV in Absprache mit den Sicherheitskräften entschieden, keine Gitterabsperrungen im Zuschauerbereich zu installieren. „Diese Maßnahme sei notwendig, um die Fluchtmöglichkeiten im Ernstfall nicht einzuschränken und das Verletzungsrisiko bei Gedränge zu minimieren. Selbstverständlich wird die Polizei auch in diesem Jahr wieder vor Ort sein, um für die Sicherheit zu sorgen. Aktuell sind alle notwendigen Auflagen erfüllbar und die entstehenden Kosten durch die Partyzone nach dem Umzug tragbar,“ so die Vorsitzende weiter.

Aktuell sind alle notwendigen Auflagen erfüllbar und die entstehenden Kosten durch die Partyzone nach dem Umzug tragbar.

Nadja Krack, Vorsitzende RCV

Krack weißt jedoch darauf hin, dass im Falle einer wetterbedingten Absage des Umzugs finanzielle Herausforderungen entstehen werden, da die Kosten trotzdem anfallen.

In Hofbieber veranstalten die Ho-Bi-Fa Karnevalsgesellschaft und die ortsansässigen Vereine traditionell den närrischen Lindwurm am Fastnachtssonntag. Für die Sicherheit der närrischen Besucher und Teilnehmer stehen 15 Einsatzkräfte der Polizei zur Verfügung. 14 Einsatzkräfte sowie ein Notarzt des Malteser Hilfsdienstes werden ebenfalls vor Ort sein. Die Sanitätsstation des Malteser Hilfsdienstes wird auf dem Parkplatz der Biebertalschule im Schulweg betrieben. Der Vorstandsprecher der Ho-Bi-Fa, Thorsten Beck, erläutert auf Nachfrage der Fuldaer Zeitung, dass das Sicherheitskonzept zwei Phasen umfasse.

Alles Wissenswerte zu Anfahrt, Straßensperrungen und Parkplätzen

Zum einen den Umzug und zum anderen die Fete des Straßenkarnevals. Während des Umzuges seien Container als Barrikaden an neuralgischen Punkten aufgestellt, so Beck. Und folgende Straßen sind an diesem Tag von 12 bis 21 Uhr sowieso gesperrt: An St. Florian, Lichtweg, Fuldaer Straße, ab Kreuzung Raiffeisenstraße bis Kreuzung Morleser Straße, Am Lindenplatz, Langenbieberer Straße, Schuweg und An der Insel.

Auch in Rommerz findet der KUR wieder statt.

Eine Einbahnstraßenregelung besteht in der Langenbieberer Straße von Langenbieber kommend ab Ortseingang, sodass diese Straße als Anfahrt für die Prunkwagen genutzt werden kann. Für Vereine, die mit dem Bus anreisen, besteht die Möglichkeit, am Edeka-Neukauf in der Morleser Straße zu parken. Umleitungen sind ausgeschildert. Bis jetzt seien Aufwand und Kosten noch tragbar. Für die Zukunft müsse man aber schauen, ob die Gemeinde noch mehr unterstützen müsse, so Thorsten Beck abschließend.

Derzeit alle entstehenden Kosten tragbar

In Flieden ist das Sicherheitskonzept das gleiche geblieben wie im vergangenen Jahr, teilt Sabine Deichmann, Vorstandsmitglied des Fliedener Carneval Vereins (FCV), auf Nachfrage mit. In enger Absprache mit den Ordnungsbehörden sind folgende Straßen ab 12.15 Uhr gesperrt: Reinhardstraße, Zentstraße, Fuldaer Straße, Hauptstraße, Bahnhofstraße, Magdloser und Schlüchterner Straße.

Die Sperrungen betreffen alle Verkehrsteilnehmer. Vereine, die mit Bussen anreisen, können dann nicht mehr zum Festplatz am Weiher weiterfahren. Sobald der Gaudiwurm an den neuralgischen Punkten vorbeigezogen ist, werden die Sperrungen aufgehoben. Anschließend findet die After-Umzugs-Party in der TV-Turnhalle statt. Der Ortskern von Flieden, der vor allem von Familien genutzt wird, wartet ebenfalls wieder mit Musik und Tanz auf.

Sowohl für den Romo-Umzug in Hünfeld als auch für den Umzug am Fastnachtssonntag in Rückers gibt es ein abgestimmtes Sicherheitskonzept mit Polizei und Ordnungsbehörde. Ebenfalls werden Sanitäter vor Ort sein, um sich um kleinere Blessuren zu kümmern. Außerdem gibt es Zuwegungen für mögliche Einsätze von Hilfs- und Rettungskräften.

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