Fragen und Antworten

Formeller Beschluss zur Umgestaltung des Marstalls und der Markthalle

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Weg frei für die Umgestaltung der Markthalle und des Marstalls: Die Mehrheit der Fraktionen im Stadtentwicklungsausschuss sprach sich für den Bebauungsplan aus.
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Die Mehrheit der Fraktionen im Stadtentwicklungsausschuss hat am Dienstag den Weg frei gemacht für den Umbau von Marstall und Markthalle.

Die Linken stimmten dagegen, die AfD enthielt sich. Mit dem Aufstellungs- und Offenlegungsbeschluss können die Stadtverordneten in ihrer nächsten Sitzung nun die baurechtliche Grundlage für die Umgestaltung schaffen. Aber was genau soll eigentlich entstehen? Das Konzept hatte sich im Laufe der Zeit schließlich verändert. Fragen und Antworten.

Wie sah der ursprüngliche Plan zur Umgestaltung aus?
Die Absicht, Marstall und Markthalle umzugestalten, gibt es schon länger. Vor sechs Jahren legte das Architekturbüro Sprengwerk ein Konzept vor, das vorsah, den bisher auf zwei Ebenen (Erdgeschoss und 1. Obergeschoss) herrschenden Marktbetrieb komplett auf der oberen Ebene anzusiedeln. Im Erdgeschoss wollte man Veranstaltungs- und Ausstellungsflächen schaffen. Außerdem war die Rede von einer gläsernen Überdachung des Vorplatzes. Im Dachgeschoss sollten Gewerbe- und Büroflächen entstehen, ebenso im Kellergeschoss (plus Technik). Unter anderem durch die Corona-Pandemie sowie durch die Folgen des Ukraine-Krieges mit Energiekrise und Inflation habe man nun aber andere Bedingungen, erklärte Geschäftsführer Matthias Tunnemann bereits im vergangenen Jahr. Der Jazz-Club Theaterstübchen und die Caricatura-Galerie wollten ursprünglich ins Erdgeschoss einziehen, hatten dann aber einen Rückzieher gemacht.
Was sieht die aktuelle Planung vor?
Auch wenn das Bekanntwerden des neuen Konzepts 2023 für zahlreiche Diskussionen in der Stadt sorgte, sagt der Geschäftsführer: „Es hatte keinen Sinn, zwanghaft an den alten Plänen festzuhalten.“ Für die vier Ebenen des Marstalls, der eine Gesamtfläche von 7620 Quadratmetern umfasst, ist Folgendes vorgesehen: Im Dachgeschoss ist gewerbliche Nutzung geplant. Tunnemann sagt: „Die Idee ist, dort perspektivisch Wohnen auf Zeit in 22 möblierten Appartements zu ermöglichen.“ Derzeit ist noch das Stadtarchiv im Dachgeschoss, das Ende des Jahres nach unten ins Kellergeschoss – auf der Ebene Wildemannsgasse – ziehen soll. Der Marktbetrieb mit insgesamt 60 Beschickern bleibt weiterhin auf zwei Ebenen. Abgesehen von einzelnen Arbeiten – wie beispielsweise dem Einbau einer neuen Küche für das Café Markttreff – werde man sich erst ab Ende 2026 mit den Plänen für eine weitreichendere Umgestaltung der Markthalle beschäftigen. „Alles immer in enger Absprache mit den Beschickern“, sagt Tunnemann. Die gesamten Investitionskosten für alle Pläne liegen bei rund zehn Millionen Euro.
Wird es eine gläserne Überdachung des Vorplatzes geben?
Das war ursprünglich der Plan. Aber: Dieser ist laut Matthias Tunnemann aber erst einmal vom Tisch, da die Überdachung nur für den Fall einer Erweiterung der Marktfläche auf einer Ebene vorgesehen war. Mit zwei Ebenen sei das nicht notwendig. Die Baulückenschließung im vorderen Bereich des Grabens sei ebenfalls erst einmal verschoben, aber nicht komplett verworfen.
Welche Arbeiten wurden bereits erledigt?
Die Umsetzung des Konzepts erfolgt in Etappen. Die Bauarbeiten für den Umzug des Stadtarchivs laufen bereits. Außerdem wurde parallel dazu in Technik und Leitungen investiert. „Das sind Investitionen, die auf den ersten Blick nicht zu sehen sind“, sagt Tunnemann. Das Treppenhaus wurde bereits erneuert. Es gibt einen Lastenaufzug. Ziel sei es, alle Ebenen barrierefrei zugänglich zu machen.
Warum braucht es jetzt noch mal einen Beschluss der Stadtverordneten?
„Es handelt sich mehr um eine formale Sache“, erklärt der Geschäftsführer. Die Stadt Kassel als Eigentümerin hat das Gebäude per Erbbaurechtsvertrag über 70 Jahre an die Marstallverwaltungsgesellschaft mbH verpachtet, zu der auch Tunnemann gehört und die wiederum Flächen an andere Betreiber vermietet. Es handelt sich nun also nicht mehr um ein öffentliches, sondern ein privates Gebäude. Vor allem für den Bau der Appartements muss neues Baurecht geschaffen werden. „Der bisherige Bebauungsplan ist sehr allgemein.“ Die bisher erfolgten Arbeiten seien dennoch möglich gewesen. „Hier widerspricht die Nutzung nicht den Zielen im bisherigen Plan.“ (Daria Neu)

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