KWP-Open-Air

Unwetter beendet GSO-Konzert im Göttinger Wald

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Sorry!, sagt Nicolas Milton. Gegen das aufziehende Unwetter am Donnerstagabend konnten er und die Musiker des Göttinger Symphonie Orchesters (GSO) nicht anspielen. Das Konzert endete vorzeitig. Akteure und Zuschauer wurden per Bus in die TSC-Tennishalle gebracht.
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Beim KWP-Open-Air in Göttingen gibt es am Donnerstag mehrere Premieren - am Ende landen viele Besucher in einer Tennishalle

Göttingen – Das Konzert des Göttinger Symphonie Orchesters sollte am Donnerstagabend zum Auftakt des dreitägigen KWP-Festivals eine rauschende Premiere im Kaiser-Wilhelm-Park, mitten im Göttinger Stadtwald sein: Wurde es auch, aber eine verkürzte. Ein Gewitter sorgte für den Abbruch. Die Räumung des Geländes klappte hervorragend und ohne Murren der gut 800 Besucher.

Erstmalig Abbruch eines Konzerts beim Göttinger KWP-Open-Air

Das ist auch für Ronald Grops vom Fachbereich Kultur der Stadt ein Novum: Seit 2004 organisiert er das Festival und dessen Ablauf mit. „Es ist das erste Mal, dass wir abgebrochen haben“, sagt er und fügt an: „Wegen Regen haben wir noch nie abgebrochen.“ Soll heißen: Die Gefahr für Besucher war am Donnerstagabend bei Blitz und Donner im Wald einfach zu groß.

Aber der Reihe nach: Am Morgen hatten die Organisatoren um Isabell Dietrich und Julia Korrek vom Fachbereich Kultur grünes Licht für die KWP-Open-Air-Premiere des Symphonie-Orchesters gegeben. „Gewitter waren zu dem Zeitpunkt nicht angesagt“, sagt Ronald Grops. Bis 18 Uhr probte das GSO in der Wald-Arena - und Dirigent Nicolas Milton war begeistert über die Atmosphäre im KWP.

Veranstalter verteilt 500 Ponchos an die Besucher

„Dann war aus der Ferne ein Donnergrummeln zu hören“, schildert Grops. Nach Absprache mit Nicolas Milton und GSO-Geschäftsführerin Franziska Vivaldi legte das Orchester eher los, um 18.45 Uhr. Man wollte auf die geplante Pause verzichten und früher Schluss machen. Vom Veranstalter wurden zu diesem Zeitpunkt bereits 500 Ponchos als Regenschutz verteilt.

Dieses Ende kam dann noch früher als erwartet: „Das aufziehende Gewitter ließ uns keine Möglichkeit“, sagt Grops. Sofort wurden die Shuttle-Busse zum KWP beordert, für den Transport der etwa 800 Zuschauer. Viele wurden zunächst in die nahe Tennishalle des GTC geleitet. Die gehört stets als Evakuierungsort zum ständigen KWP-Sicherheitskonzept.

Viele warteten in der GTC-Tennishalle auf eine Fortsetzung des GSO-Konzerts

„Viele nutzten diese Zwischenstation, um dann, bei einer Fortsetzung wieder zum Festivalgelände zu kommen. Das hatten wir so geplant.“ Doch die Wetterlage, mittlerweile regnete es heftig, machte den Re-Start des GSO-Konzertes unmöglich.

Die Besucher trugen es mit großer Fassung, wie Grops sagt. „Keiner hat geschimpft, alle hatten Verständnis. Es gab keinen Stress.“ Lediglich der Bustransfer dauerte ein wenig, denn 800 Besucher zu fahren, dafür seien nun einmal einige Busse nötig.

Besucher machten keinen Stress - Veranstalter bekamen Lob

Im Nachhinein haben sich Besucher via Nachrichten bei Ronald Grops für die Organisation bedankt. Fazit: Es war ein besonderes Erlebnis – auch das verkürzte Konzert in der „grünen Kathedrale“ Kaiser-Wilhelm-Park.

GSO-Karten gelten nun auch für KWP-Samstagabend-Veranstaltung

Und der Veranstalter hat reagiert: Die GSO-Karten sind nun für den KWP-Samstag gültig. Auch eine Rückerstattung des Eintrittspreises über Reservix ist möglich, wie Julia Korrek sagt. Wiederkommen will auch das GSO, dessen musikalischer Chef, Nicolas Milton, war so begeistert über die Konzerthalle im Grünen, dass er fragte: „Warum haben wir hier noch nie zuvor gespielt?“

Für die weiteren Festivaltage sieht Ronald Grops trotz gemischter Wetterprognose keine Gefahr: Es seien zwar Schauer angesagt, aber man sei präpariert, auch Rindenmulch zum Anfüllen des Bodens liegt bereit. „Nur die Ponchos fehlen, aber die Gäste kommen bestimmt mit entsprechender Kleidung.“ Und er wiederholt: „Bei Regen haben wir noch nie abgebrochen.“ (Thomas Kopietz)

KWP-Open-Air: Das Göttinger Symphonie Orchester (GSO) spielte das erste Mal im Wald-Konzertsaal – dabei begeisterten die Solisten und Opernstars Elizabeth Sorbara und Costa Latsos sowie das gesamt Orchester 800 Zuschauer.

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