Universität Kassel

Semesterstart im Notquartier: Wohnungen für Studierende dringend gesucht

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Sucht eine Bleibe in Kassel: Masterstudent Faraz Ali schläft aktuell im Notquartier des Studierendenwerks an der Kohlenstraße.
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Das Wintersemester hat begonnen, am Montag gingen die Lehrveranstaltungen an der Uni Kassel wieder los. Mehr als 4300 Erstsemester vermeldet die Hochschule. Das sind zwar weniger als in den Vorjahren, doch der Druck auf dem Wohnungsmarkt ist zum Semesterstart unverändert hoch.

Viele Neuankömmlinge in der Stadt sind noch auf Wohnungssuche. Alle 1100 Wohnheimplätze des Studierendenwerks sind ausgebucht, rund 500 Bewerber sind unversorgt geblieben. Das Studierendenwerk bittet daher Vermieterinnen und Vermieter dringend um Angebote.

Kassel – Für Faraz Ali ist es ein harter Start in sein Studium in Kassel. Der 27-jährige ist aus Faisalabad in Pakistan hierher gekommen, um einen Master in Mathematik zu machen. Doch neben den ersten Vorlesungen, die ab heute beginnen, drehen sich seine Gedanken vor allem um eins: die Wohnungssuche.

Seit zwei Wochen versucht der internationale Student, eine kleine Wohnung oder ein Zimmer in Kassel zu finden. Bislang vergeblich. Vorerst hat er Unterschlupf beim Studierendenwerk bekommen. Dieses stellt im Untergeschoss des Wohnheims an der Kohlenstraße aktuell sechs Notbetten zur Verfügung.

Studierende auf Wohnungssuche können dort für einige Tage übergangsweise übernachten. Aktuell sind drei Betten belegt, sagt Michael Fuchs von der Abteilung Studentisches Wohnen des Studierendenwerks. In der Regel nähmen von Mitte September bis Ende Oktober etwa 25 Erstsemester das Angebot in Anspruch. Während die Notbetten bislang an wechselnden Standorten eingerichtet wurden, will das Studierendenwerk sein Notquartier zum Semesterstart nun dauerhaft an der Kohlenstraße vorhalten.

Die 1100 regulären Wohnheimzimmer in Kassel und Witzenhausen sind bereits ausgebucht. Etwa 320 Plätze sind zum Semesterstart frei geworden. Auf der Bewerbungsliste sind aber immer noch 500 Studierende übrig.

„Wir beobachten eine große Solidarität unter den Studierenden“, sagt Brigitte Schwarz vom Studierendenwerk. Wer könne, helfe Freundinnen oder Freunden mit einem freien Sofa oder einer Luftmatratze. „Das hilft, taugt aber nicht als Dauerlösung. Denn erst mit einer festen Meldeadresse kann man ein Bankkonto eröffnen, einen Mobilfunkvertrag abschließen und normal durchstarten ins Wintersemester“, so die Studierendenwerks-Sprecherin. Viele Studentinnen und Studenten suchten aktuell noch nach günstigen Zimmern und Wohnungen, vor allem im Preissegment bis 360 Euro. Das ist der Betrag, der beim Bafög fürs Wohnen vorgesehen ist.

Auch internationale Studierende wie Faraz Ali haben meist ein schmales Budget. Da sie bei ihrer Ankunft in der Regel noch kein oder wenig Deutsch sprechen, stellt die Wohnungssuche für sie ein noch größeres Problem dar. Der 27-Jährige hofft, dass er bald ein eigenes Bett hat. „Ein kleines Zimmer, ein Bad, eine kleine Küche“, sagt er auf Englisch, „und ich wäre schon zufrieden.“ (Katja Rudolph)

Kontakt für Vermieterinnen und Vermieter

Private Vermieterinnen und Vermieter können ihre Zimmer- und Wohnungsangebote kostenlos online über die Webseite des Studierendenwerks veröffentlichen: studierendenwerk-kassel.de/wohnungsboerse/anbieten
Angebote nimmt das Studierendenwerk auch telefonisch, per E-Mail oder persönlich entgegen:
Tel. 0561 804-25 52 (Mo. bis Do. 10-15 Uhr, Fr. 10-12 Uhr); E-Mail: infotheke@studierendenwerk.uni-kassel.de;
Campus Center, Moritzstr. 18, Ebene 3 (Mo. bis Fr. 10-12 Uhr sowie Mo bis Do.13-15 Uhr).
Auch Studierende finden dort Hilfe.

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