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Viele wollen in die umstrittene neue Eintracht-Sportsbar „Zum Jürgen“

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Für die umstrittenen neuen VIP-Plätze auf der Gegentribüne im Waldstadion gibt es eine hohe Nachfrage. Auch VIP-Zelt vor der Haupttribüne wird zur kommenden Saison wieder aufgebaut.

Frankfurt – Zur kommenden Saison wird es erstmals in der langen Geschichte des Frankfurter Waldstadions auch auf der Gegentribüne einen VIP-Bereich geben. Im Mittelrang im Block 33 wird die Sportsbar „Zum Jürgen“ für all jene eröffnet, die sich das Saisonticket knapp 3000 Euro kosten lassen. Nur für die Bundesliga, wohlgemerkt.

Spiele im DFB-Pokal oder auf internationalem Parkett müssen extra gelöhnt werden und dürften mindestens 150 Euro pro Partie kosten. Dafür geboten wird ein exklusiver Zugang zur Sportsbar „Zum Jürgen“ und „unbegrenzt hochwertiges Essen und Getränke im gemütlichen und lockeren Sportsbarstil“, wie die Eintracht auf FR-Anfrage mitteilte.

Kritik an neuer Eintracht-Sportsbar „Zum Jürgen“

Pläne für eine Gastronomiefläche auf der Gegentribüne gibt es bereits seit 2019, nachdem feststand, dass die Geschäftsstelle der Eintracht AG auf den Profi-Campus umziehen würde. Umso verwunderter waren dann die rund 300 betroffenen Fans, als sie im März in einer launigen Mail („Gude“) kurzerhand erfuhren, dass sie nun zwei Wochen Zeit hätten, sich zu entscheiden, ob sie in der nächsten Saison bereit sind, gut den fünffachen Preis für ihre Dauerkarte zu zahlen oder auf einen noch nicht näher bestimmten Ausweichplatz umquartiert werden wollen.

Die Ultras werden eher nicht in der Sportsbar „Zum Jürgen“ reinschauen, wie sie beim Heimspiel gegen Union Berlin Ende März wissen ließen.

Nach einem Sturm des Protests besserte die Eintracht nach, lud die Betroffenen zu zwei Infoveranstaltungen ein und verlängerte die Entscheidungsfrist bis Ende April. Aus dem Kreis der 280 bisherigen Dauerkarteninhaber:innen mit Vorkaufsrecht haben laut Eintracht gut ein Drittel das Angebot angenommen. Die anderen Fans verlassen ihre Stammplätze und werden künftig in anderen Bereichen des Stadions mitfiebern.

Kritik an dem zusätzlichen VIP-Bereich gab es aber nicht nur von jenen, die umziehen müssen. Die Ultras auf den Stehplätzen hatten bereits beim Heimspiel Ende März gegen Union Berlin ihren Unmut mit einem Banner artikuliert und von einem „VIP-Gag“ gesprochen.

Grundvoraussetzung ist eine Mitgliedschaft bei Eintracht Frankfurt

Viele hätten sich eine Bar für alle Fans gewünscht, wie in den Zeiten vor dem Umbau bis 2003, als jeder Stadiongast Zutritt zur Gaststätte im Bauch der Haupttribüne hatte. Der Verein hat sich für einen anderen Weg entschieden. Wohl vor allem, weil die Nachfrage nach solchen VIP-Angeboten groß ist. Diese Erfahrung machte die Eintracht, als sie für die Champions-League-Saison 2023 ein VIP-Zelt für 600 Personen vor die Haupttribüne stellte. Das Angebot wurde so gut angenommen, dass das Zelt auch zur nächsten Saison wieder aufgebaut werden soll, wie die Eintracht mitteilte. Wer das VIP-Zelt nutzt, zahlt laut Klub etwa 4000 Euro für sein Saisonticket.

Auch die Nachfrage für die VIP-Plätze auf der Gegentribüne ist groß. Bislang gebe es bereits mehr als 500 konkrete Buchungswünsche für „Zum Jürgen“. Darunter auch von jenen, die bislang im VIP-Zelt waren. An wen die knapp 200 freien Plätze vergeben werden, ist laut Eintracht noch nicht entschieden. Grundvoraussetzung sei eine Mitgliedschaft bei Eintracht Frankfurt. Berücksichtigt werden sollen zudem Aspekte wie die Dauer der Mitgliedschaft, „der Status als Dauerkarteninhaber sowie eine ausgeprägte Eintracht-Frankfurt-Affinität“, heißt es. Auch wer bereit ist, tief in die Tasche zu greifen, muss sich mittlerweile für einen exklusiven Platz im Stadion qualifizieren. (Oliver Teutsch)

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