- VonTobias Stückschließen
Die Sozialdemokraten wünschen sich eine Vision, wo Eschwege in zehn Jahren stehen wird. Auf ihrer Priorisierungsliste steht die strukturelle Entwicklung der Innenstadt ganz oben.
Eschwege – Die Sitzung zur Priorisierung der Ausgaben der Stadt Eschwege in den kommenden Jahren (wir berichteten) hat nicht die Erwartungen der SPD-Fraktion in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung erfüllt.
Der Finanzausschuss und die Stadtentwicklungskommission hatten Gremienmitglieder eingeladen zu überlegen, welche Investitionen sich die Stadt angesichts angespannter Haushaltslage in Zukunft noch leisten kann. „Wir haben allerdings nur bereits laufende Projekte vorgesetzt bekommen, die wir teilweise nicht mehr beeinflussen können“, sagt Abgeordneter Karl Montag.
SPD fordert strukturierte Vorgehensweise für die Innenstadt-Entwicklung in Eschwege
Die SPD wünscht sich eine strukturierte Vorgehensweise, wie die Weiterentwicklung der Innenstadt angegangen wird. „Dafür braucht es wenigstens einen, der sich ausschließlich um die Innenstadt kümmert“, sagt Fraktionsvorsitzender Alexander Feiertag. Er sieht die Projektentwicklungsgesellschaft, für die es jährlich schon ein Budget gibt, als passendes Instrument.
Sie müsse Haus für Haus, Quartier für Quartier in der Innenstadt durchgehen und Lösungen suchen. Ein Förderlotse könne dann nach finanzieller Unterstützung suchen, um Geld zu akquirieren und den Eigentümern Hilfsangebote zu machen.
„Am Beispiel der Friedrich-Wilhelm-Straße und dem Bahnhofsumfeld haben wir gesehen, wie es funktionieren kann“, sagt Stadtverordneter Knut John. Durch positive Beispiele müsse eine Kettenreaktion ausgelöst werden.
SPD-Mitglieder schlagen schwimmendes Restaurant auf der Werra in Eschwege vor
Für positive Beispiele könnte die Sanierung der Uferpromenade der Werra in Betracht gezogen werden. Dafür, den Fluss mehr in die Stadt einzubeziehen, lägen fertige Pläne vor, erinnert Feiertag. Über eine Terrassierung soll man in Brückenhausen direkt an den Fluss gelangen, einen Aufenthaltsort schaffen.
Ein schwimmendes Restaurant auf einem Hausboot könnte davor anlegen. „Leider ist dieses Projekt in Vergessenheit geraten. In den uns in der Sitzung vorgestellten Plänen spielt es keine Rolle“, sagt John. Tatsächlich wurde diese Idee vom Magistrat 2015 als zu teuer verworfen. Umgesetzt wurde nur die Neugestaltung der Kreuzung als verkehrsberuhigter Bereich.
Die Terrassierung wurde nicht verwirklicht, stattdessen hatte der Bauhof zwischen Werrabrücke und Tränenbrücke für eine unkomplizierte Verschönerung und mehr Blick auf den Fluss gesorgt.
Kletterhaus und Brücke vom Landgrafenschloss zu Müllers Weiden
Auch der Übergang vom Landgrafenschloss zur Flussinsel Müllers Weiden sei in der Versenkung verschwunden. Über eine Machbarkeitsstudie ist die Idee bislang nicht hinausgekommen.
Für die Lagerhäuser, die nach Informationen der SPD einem Projektentwickler aus Erlangen gehören, schwebt Feiertag, Montag und John ein Kletterhaus vor. „Vorher müssen wir aber Geld und Investoren beschaffen“, bringt John wieder die Projektentwicklungsgesellschaft ins Spiel.
Den drei Sozialdemokraten ist klar, dass sie in einem obligatorischen Antrag in der Stadtverordnetenversammlung keine Mehrheit für ihre Idee bekommen werden. Deswegen rufen sie die anderen Fraktionen zur parteiübergreifenden Zusammenarbeit auf, „um Visionen für Eschwege gemeinsam zu denken“.
Eine kleine Gruppe soll Ideen entwickeln, für die in der Stadtverordnetenversammlung dann um Mehrheiten geworben wird.
Nächster Schritt zu Investitionen in Eschweger Innenstadt am 22. Mai
Finanzausschuss und Stadtentwicklungskommission kommen indes für die Priorisierungsliste der Investitionen das nächste Mal am Mittwoch, 22. Mai, um 18.30 Uhr im Rathaussaal wieder zusammen.
Dann soll der nächste Schritt gemacht werden und die Rückmeldungen aus den Fraktionen zu den Priorisierungswünschen für künftige Investitionen verarbeitet werden. „Ob daraus resultierend dann eine Liste oder gar eine Abstimmung notwendig wird, ist noch offen“, sagt der Vorsitzende des Finanzausschusses, Andreas Hölzel.