VonWalter Kreuzerschließen
Blauer Himmel, Sonnenschein und heiße Temperaturen – das Wetter ist seit Tagen in Hochform. Zeit, eine Abkühlung im kühlen Nass zu suchen. Im Schlitzerland gestaltet sich das in diesem Jahr etwas schwierig. Immerhin: Die Badesaison am Pfordter See wird offiziell eine Woche früher als üblich eröffnet.
Pfordt - Bürgermeister Heiko Siemon (CDU) übermittelte diese gute Nachricht am Montagabend den Stadtverordneten im Rahmen seines Berichts aus der Arbeit des Magistrats. Am Dienstag lud er dann zu einem Pressegespräch an den Pfordter See. Das Thema: Die bevorstehende Saisoneröffnung. Zumindest die offizielle. Denn bereits in den vergangenen Wochen, insbesondere am jüngsten Wochenende herrschte Hochbetrieb am und im See im Vogelsberg – wildes Parken entlang der Kreisstraße nach Fraurombach eingeschlossen.
Vogelsberg: Badesaison am Pfordter See beginnt am Samstag
In Bezug auf die Parkplatzsituation kündigte Siemon zum einen an, dass an einer Entschärfung der Lage gearbeitet werde. Die Ordnungsbehörde der Stadt und vor Ort eingesetzte Sicherheitsleute würden allerdings strikt darauf achten, dass „weder die Wirtschaftswege noch die Kreisstraße zugeparkt“ werden. Mit anderen Worten: dann droht den Fahrzeugführern ein Knöllchen – nicht zuletzt an den Wochenenden.
Dass bereits im See gebadet wird, gefällt dem Stadtoberhaupt überhaupt nicht. Nicht, dass er es den Besuchern des Sees nicht gönnen würde. Allerdings herrscht immer dann Badeverbot, wenn keine Badeaufsicht vor Ort ist. Sollte in solchen Zeiten sich ein Badeunfall ereignen, ist die Stadt in der Haftung – und eventuell der Bürgermeister persönlich, wie solche Fälle schon mehrfach gezeigt haben.
Doch zurück zum vorgezogenen Start. Diesen hat die Stadt durch „Gespräche mit dem Ministerium“ erreicht, wie Siemon ausführte. Der Hintergrund: Das Freibad in Schlitz ist bekanntlich wegen der Sanierung geschlossen. So kann die Stadt ihren Bürgern eine gut erreichbare Alternative bieten. Andererseits bietet der Pfordter See nicht nur „eine idyllische Atmosphäre, die dazu einlädt, die Seele baumeln zu lassen“, wie der Rathauschef es formuliert. Es muss auch Rücksicht auf Flora und Fauna genommen werden.
Die Naturschutzbehörden haben deshalb ein genaues Auge auf das Treiben an dem in den 1960er Jahren als Kiesgrube entstandenen Gewässer. So redet die Untere Naturschutzbehörde beim Vogelsbergkreis mit, wenn es um die mögliche Aufstellung einer Verkaufshütte, Veranstaltungen in den Abendstunden oder die Ausweisung weiterer Parkflächen geht. Weitere Gespräche sind hier geplant.
Der Pfordter See hat eine idyllische Atmosphäre, die dazu einlädt, die Seele baumeln zu lassen.
„Wir haben einen möglichen Betreiber, der nach dem Trachtenfest in den Sommerferien loslegen möchte. Wie groß die Lösung letztlich ausfallen wird, muss noch mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden“, teilte Siemon den Stadtverordneten während deren Sitzung am Montagabend im Akademiegebäude der Landesmusikakademie mit.
Wesentlich für den Badebetrieb ist die Aufsicht. Beim Vor-Ort-Termin teilte der Bürgermeister mit, dass wie in den Vorjahren auf ehrenamtliche Rettungsschwimmer zurückgegriffen werde. „Hinzu kommen die Bademeister aus dem Freibad unter Führung von Uwe Gabler“. Sie zeichnen für die Sicherheit auf dem See verantwortlich.
Im Einsatz sind sie ab dem 24. Juni täglich von etwa 11 bis 19 Uhr, was flexibel gehandhabt wird – und auch vom Wetter abhängig ist. „Ich freue mich, dass wir eine Alternative zu unserem Freibad bieten können. Das Wasser ist in Ordnung – und hat eine angenehme Temperatur“, äußerte der Bürgermeister nach einem Selbsttest, bei dem er seine Hand ins Wasser hielt.
Für die Besucher des Pfordter Sees ist es einfach, festzustellen, ob sie ins Wasser dürfen oder nicht: Die rote Flagge an der Badeaufsicht bedeutet Badeverbot, die grüne Flagge bedeutet baden erlaubt. Das bezieht sich auf einen etwa 100 Meter breiten Streifen der Wasserfläche zwischen der großen Liegewiese und dem gegenüber liegenden Gelände der Badeaufsicht. Die übrigen Flächen sind zum einen von einem Surfverein, der eine Wiese am See gepachtet hat, sowie den Anglern vorbehalten.
