Vorsicht und Vernunft verhindern Glatteis-Chaos

Distanzunterricht in den Schulen / Busverkehr war von 15 Uhr an ganz eingestellt

Main-Taunus - Ab 12 Uhr Gefahr für Leib und Leben“ - so drastisch lauteten gestern Morgen die Kurznachrichten der Warn-Apps. Das gefürchtete Glatteis-Chaos blieb aber trotz teils spiegelglatter Bürgersteige aus - dank sehr vieler vernünftiger Menschen im Main-Taunus-Kreis.

Schon gestern morgen war es auffallend ruhig auf den Straßen. Die von Bauhof-Mitarbeitern und Straßendiensten frühzeitig gestreuten Fahrbahnen ermöglichten bei zunächst nur verhalten einsetzendem Regen da noch gut, mit dem Fahrzeug unterwegs zu sein. Doch offenbar hatten sich sehr viele, die es können, von vornherein für einen Home-Office-Tag entschieden.

Die Schulen hatten zumeist bereits am Vortag den Präsenzunterricht abgesagt. Während unter anderem an der Hofheimer Main-Taunus-Schule stattdessen digitaler Distanzunterricht angesagt war, setzten andere wie die Mendelssohn Bartholdy-Schule in Sulzbach oder die Heinrich-von-Brentano-Schule in Hochheim einen „Häuslichen Arbeitstag“ mit Arbeitsaufgaben an. Gut so, denn Busfahrten waren von 13 Uhr an (HLB) bzw. von 15 Uhr an (DB) nicht mehr verantwortbar. Der komplette Betrieb im MTK sei eingestellt, so MTV-Prokuristin Birgit Hartmann auf Anfrage.

Die Notaufnahme der Kliniken des Main-Taunus-Kreises habe „kein erhöhtes Patientenaufkommen“ verzeichnet, so Sprecherin Kristin Seitz, „lediglich etwas mehr Handbrüche als gewöhnlich“ mussten behandelt werden. Der Main-Taunus-Kreis, der für die Zentrale Leitstelle in Hofheim verantwortlich zeichnet, meldete am Nachmittag ebenfalls auf Anfrage, es sei alles ruhig.

„Es ist sogar weniger los als sonst“, so Kreis-Sprecher Johannes Latsch. Vorsichtshalber war das Team in der Leitstelle verstärkt worden, doch die gefürchteten Knochenbrüche und andere Glatteis-Unfälle blieben zumindest bis gegen 16 Uhr komplett aus.

Auch die Feuerwehren hatten mit zwei Alarmierungen wegen defekter Brandmeldeanlagen eher „business as usual“. Polizeisprecher Johannes Neumann konnte ebenfalls vermelden, dass die Bürger offenbar die Warnungen beachteten, so dass es bis zum Redaktionsschluss zu keinen Einsätzen aufgrund der Wetterlage kommen musste.

Inwieweit es in der Nacht noch zu strengerem Frost und damit größerer Glättegefahr kommen könnte, da hielten gestern Abend alle die Luft an. „Wir sind aber gerüstet“, so der Polizeisprecher. Schulen wollen heute zum Teil erst zur dritten Stunde anfangen. babs

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