VonThomas Kopietzschließen
Niedersachsen und Sachsen-Anhalt setzen Flugzeuge zur Waldbrand-Früherkennung ein. Erfahrene Experten beobachten damit Risikogebiete aus der Luft.
Hildesheim – Wer schon einmal im Hochsommer auf Sardinien oder Korsika war, der kennt sie: die Beobachtungsflugzeuge der Feuerwehren. Schnell erkennen und schnell die Löschflugzeuge ordern, die im Tiefflug über dem Meer Wasser aufnehmen und es tonnenweise über Feuern und Glutnestern ablassen.
Auch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt spähen nun wieder Beobachter aus Flugzeugen, wollen den Ausbruch großer Brände verhindern und Löschaktionen schnell auslösen. Zur Früherkennung von Waldbränden setzen die beiden Bundesländer auf den Einsatz von zwei kleinen Flugzeugen und erfahrenen Experten.
Hilfe aus der Luft: Niedersachsen setzt Flugzeuge zur Früherkennung möglicher Walbrände ein
Die Maschinen vom Typ Cessna mit einem Piloten, einem Beobachter und einem Förster an Bord fliegen diese Woche in einigen Gebieten der Bundesländer ihre Routen ab, um nach Rauchbildung Ausschau zu halten, so Thomas Friedhoff, Referent des Feuerwehrflugdienstes Niedersachsen.
„Wir sind an einem kritischen Punkt“, sagte er. Der „Graslandfeuerindex“ steige landesweit auf Stufe 4 von 5, der Boden sei trocken. Im Harz sei die Situation teilweise extrem.
Waldbrand-Früherkennung: Zwei Flugzeuge vom Typ Cessna starten ab Hildesheim
Seit dieser Woche heben die Flieger in Lüneburg und Hildesheim ab, wie Thomas Friedhoff sagt. Je nach Wetterlage und Waldbrandstufe fliegen sie dann fünf verschiedene Routen ab und können auch gezielt Gebiete in Augenschein nehmen.
Je früher ein Brand ausfindig gemacht werde, desto leichter fielen normalerweise die Löscharbeiten und desto geringer sei der Umweltschaden. Im Oktober soll dann spätestens die Brandüberwachung via Flugzeug wieder eingestellt werden.
Wegen der Brandgefahr bitten die Feuerwehren insbesondere Wanderer und Radfahrer, die sich im Wald und in der freien Natur aufhalten, um erhöhte Aufmerksamkeit und besondere Vorsicht. Es bestehe eine zunehmende Gefahr von Wald- und Vegetationsbränden.
Durch die trockenen Jahre und den Borkenkäferbefall liegt in den Nadelwäldern in Niedersachsen, besonders im Harz, also auch in Sachsen-Anhalt viel trockenes Totholz vorhanden. Auch Birken und Buchen sind vertrocknet. Folge: Hohe Waldbrandgefahr.
Risikogebiete in Niedersachsen: Viele Brände bei Goslar
In den vergangenen Tagen und Wochen habe es alleine im Landkreis Goslar 46 Wald- und Vegetationsbrände gegeben, teilte der Landkreis mit. Waldwege sollten nicht zugeparkt werden. Offenes Feuer und Lagerfeuer sind streng verboten und ebenso das Rauchen im Wald.
Sollte ein Feuer entdeckt werden, so ist sofort die Feuerwehr über den Notruf 112 zu informieren. Eigene Löschversuche besser nur durchführen, wenn man sich dadurch nicht in Gefahr bringt, heißt es. Wanderer, die ein Feuer entdeckt haben, sollten sich nur auf den Waldwegen sofort vom Feuer wegbewegen. Bei einem außer Kontrolle geratenen Brand bestehe kaum die Möglichkeit zu flüchten.
Landmaschinen sind oftmals Ursache von Flächenbränden
Funkenflugschlag von heiß gelaufenen Erntemaschinen ist eine häufige Ursache von Flächenbränden. Das Landwirtschaftsministerium in Hannover bittet die Bauern jetzt in der Hochphase der Getreideernte um besondere Vorsicht. Der beste Brandschutz sei eine gut gewartete Maschine. Außerdem solle man einen Handfeuerlöscher griffbereit haben.
Der Kreis Cuxhaven bittet Ausflügler nachdrücklich, Autos nur auf den ausgewiesenen Parkplätzen abzustellen und Zufahrten in den Wäldern nicht zuzuparken, damit Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge freie Fahrt haben. Die sehr heißen Katalysatoren von abgestellten Autos können zudem auf trockenem Waldboden und Wiesen einen Brand verursachen. (tko, mit dpa-Material)
Die Feuerwehr setzt bei Einsätzen auch immer wieder auf Hubschrauber und wird dabei auch von der Polizei unterstützt. Auch Mitte Mai 2022 war bei einem schweren Unfall auf der A38 ein Hubschrauber im Einsatz.
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