Nahverkehr

Weiter Ärger mit ÖPNV-Ausfällen in Frankfurt: Eine Buslinie entfällt sogar seit Monaten komplett

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Ein Ärgernis besonders für ältere Menschen: Ausfälle im Nahverkehr.
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Manche Busse und Bahnen fahren aktuell nicht. Grund dafür sind der hohe Krankenstand und Personalmangel bei der VGF in Frankfurt.

Frankfurt – Die vielen spontanen Ausfälle von Bahnen und Bussen in den vergangenen Monaten nerven Fahrgäste in Frankfurt zusehends. „Das ist wirklich sehr lästig“, sagt Kristine Schaal vom Fahrgastverband Pro Bahn, die auch eine Sprecherin des Fahrgastbeirats Frankfurt ist. „Es fehlt die Widerstandsfähigkeit im System.“

„Fahrt fällt aus“: Was früher extrem selten auf den Anzeigetafeln der U-Bahnen zu lesen war, ist heute täglich zu sehen. Bei Straßenbahnen und Bussen fehlen solche Anzeigen. „Für ältere Menschen, die kein Smartphone haben und dort nachschauen könnten, ist das ein Problem“, sagt Schaal. „Besonders im Winter ist es nicht angenehm, eine halbe Stunde oder noch länger warten zu müssen.“ Auch seien die Informationen viel zu unzuverlässig.

Oft sind 20 der 67 Frankfurter Buslinien von Ausfällen betroffen

Immerhin gibt es in der Auskunft jeden Morgen einen generellen Hinweis, welche Linien von Ausfällen und Verspätungen betroffen sind – meist sind es um die 20 der 67 Frankfurter Buslinien. Für Trams und U-Bahnen fehlen solche Hinweise. „Bei U-Bahn-Linien mit ihren dichten Takten sind sie sicher nicht angebracht“, sagt Klaus Linek, Sprecher der städtischen Nahverkehrsorganisation Traffiq. Wichtiger sei der konkrete Hinweis auf einen Ausfall.

Im Oktober sei die Ausfallquote deutlich zurückgegangen, auf sechs bis sieben Prozent, sagt Linek. Im Sommer lag sie bei bis zu neun, im September bei elf Prozent. Ursachen seien weiter der unverändert sehr hohe Krankenstand beim Fahrpersonal sowie der Fachkräftemangel bei Fahrer:innen und in den Werkstätten, sagt Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne). Kurzfristig versuchten die Verkehrsunternehmen per Einsatzplanung gegenzusteuern. Mittelfristig werde daran gearbeitet, Mitarbeiterzufriedenheit, -bindung und -anwerbung zu steigern. „Zu Recht erwarten die Bürgerinnen und Bürger im gesamten Stadtgebiet ein zuverlässiges Angebot des öffentlichen Nahverkehrs“, sagt Siefert.

Beschwerden über ÖPNV-Ausfälle in Frankfurt in Ortsbeiräten

Beschwerden über Ausfälle trugen Bürger:innen in den vergangenen Wochen in mehreren Ortsbeiräten vor, etwa zur Buslinie 48 in Sachsenhausen und zur 42 in Bergen-Enkheim. Mehr Ausfälle gibt es auch bei den Straßenbahnen 14, 15 und der Metrobuslinie M32. In der Innenstadt könnten Fahrgäste tagsüber einfach ausweichen, da sei das kein Problem, sagt Fahrgastlobbyistin Schaal. „Aber in den äußeren Stadtteilen schon.“ Verkehre eine Linie nur alle 15 oder 30 Minuten, würden Wartezeiten bei Ausfällen lang. Seltener bediente Linien außerhalb der City müssten dringend zuverlässiger werden.

Mit der 78 im Lyoner Quartier in Niederrad lässt Traffiq seit Monaten eine Buslinie bereits komplett entfallen. Andere Linien entfallen spontan komplett wie die 38 in Bornheim. Bisher können Fahrgäste bei Ausfällen nach 21 Uhr ein Taxi benutzen und erhalten die Kosten über die Zehn-Minuten-Garantie erstattet. Diese Garantie streicht der RMV ab Februar, da sie kaum genutzt werde. „Für die Zukunft werden wir Regeln zur Erstattung entwickeln, die sowohl für den Fahrgast als auch in der organisatorischen Abwicklung unkompliziert sein werden“, kündigt Traffiq-Sprecher Linek an.

Über keine Frankfurter Buslinie beschweren sich Passagiere so häufig wie über die Linie 34.

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