Foto zeigt Schauspiel

Seltenes Blitz-Spektakel über Osthessen: Tropenhitze und Unwettergefahr bestimmen die Woche

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Neben sommerlichen Temperaturen bestimmen aktuell Schauer und Gewitter das Wetter in Deutschland.
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Trotz sommerlicher Temperaturen müssen sich die Hessen weiter auf Schauer, Gewitter und örtlich auch Unwetter einstellen. Am Montagabend war über Osthessen ein beeindruckendes Blitz-Spektakel zu sehen. Wetter-Experten erklären, was es damit auf sich hatte.

Fulda - Fast jeder dürfte es mitkommen haben, einige haben es sogar mit der Kamera oder dem Handy festgehalten: Am Montagabend, 14. August, waren über ganz Osthessen zwei dunkle Wolkentürme mit spektakulärem Blitzgewitter zu sehen.

Wetter: Blitz-Spektakel über Osthessen - Unwettergefahr hält an

Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) hat das Spektakel noch einmal genauer unter die Lupe genommen und kann nun eindeutig sagen, was am Montagabend am Himmel über Osthessen zu bestaunen war. „Am Montagabend haben sich in Ihrer Region singuläre Gewitterwolken hoch aufgetürmt. Das, was Sie dort gesehen haben, waren ,Gewitterwolken mit Wetterleuchten‘“, so der Wetter-Experte.

Am späten Montagabend war ein wahres Blitz-Spektakel am Himmel über Osthessen zu sehen, wie dieses Foto zeigt.

Dass die beiden Gewittertürme genau nebeneinander entstanden sind, sei reiner Zufall. „Ich selbst habe so etwas noch nie gesehen. Die Aufnahmen im Abendlicht sind wirklich spektakulär!“ Mit einem Tornado habe das Spektakel allerdings nichts zu tun, erklärt der Wetterexperte, der beim DWD auf Tornados spezialisiert ist.

„Die Gewitterzellen befanden sich vermutlich über der Rhön. Die feuchten Luftmassen werden durch Gebirge zum Aufsteigen gezwungen. Dadurch kommt die längliche Form zustande. Danach entstehen die Blitze in den Wolken“, erklärt er. Apropos Gewitter: Insgesamt 11.500 Blitze gab es in Hessen im Jahr 2022 - die wenigsten gab es im Kreis Fulda.

Erst ist es zu warm, dann zu kalt und jetzt schwül gepaart mit Unwettergefahr: Das Wetter im Sommer spielt nicht nur in Hessen, sondern in ganz Deutschland verrückt. „Der Sommer hat wie erwartet wieder voll aufgedreht. Es ist vielfach warm und sehr schwül. In dieser Woche macht eine Luftmassengrenze Probleme“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung gegenüber wetter.net. Die Luftmassengrenze lege sich einmal vom Saarland bis nach Berlin und Brandenburg quer über Deutschland - nördlich davon sei es eher kühler, südlicher eher wärmer.

„Beide Luftmassen stoßen genau über unseren Köpfen zusammen und das bringt ein großes Potenzial für schwere Gewitter und eben auch Unwetter“, erklärt Jung. „Diese können Starkregen, Hagel und Sturmböen bringen.“ Die Menschen in Deutschland sollten in den nächsten Tagen achtsam sein, denn laut Jung können die starken Regenfälle an der Luftmassengrenze für überschwemmte Keller und Straßen sorgen.

Am Dienstag, 15. August, sieht es in Hessen nicht rosiger aus. Vor allem am Nachmittag und Abend könne es lokal Starkregen und Unwetter geben, teilt der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mit. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 26 und 30 Grad. Daran ändere sich auch in den kommenden Tagen nichts.

Der Sommer wird in seinen letzten Zügen nochmal richtig heiß werden. 

Diplom-Meteorologe Dominik Jung

Das bestätigt auch Wetter-Experte Dominik Jung für ganz Deutschland: „Los geht es schon am Dienstagmittag und -nachmittag. Da kann es entlang der Luftmassengrenze ordentlich krachen und zwar einmal quer über Deutschland, vom Saarland bis rüber nach Brandenburg.“ Laut DWD könne es am Mittwoch bei wechselnder Bewölkung in Hessen Schauer, Gewitter und örtlich auch Unwetter geben mit bis zu 27 Grad im Norden und bis zu 30 Grad im Süden. Am Donnerstag sieht es ähnlich aus.

Am Freitag besteht den Meteorologen zufolge die Hoffnung auf besseres, aber auch deutlich heißeres Wetter mit weniger Regen. In der Nordhälfte könne es noch Schauer geben. Im Süden werde es sonnig und es bleibe niederschlagsfrei. Die Temperaturen steigen auf 29 bis 33 Grad.

Video: Deutschland steht Unwetterwoche bevor

Die drückende Schwüle und die Gewitteraktivität lassen laut Wetter-Experten Jung dann etwas nach. Dafür gebe es mehr Sonnenschein und noch mehr Hitze. „Regional erreichen die Höchstwerte dann bis zu 35 Grad in Deutschland, stellenweise vielleicht sogar noch etwas mehr“, erklärt er.

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