Wetterlage ändert sich

„Tiefdruck-Autobahn“ führt durch Nordhessen – Orkangefahr in der kommenden Woche

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Die Wetterlage in Nordhessen könnten in der kommenden Woche deutlich ungemütlicher werden. Ein kräftiges Tiefdruckgebiet macht sich auf den Weg.

Kassel – Rollen wir auf einen frostigen Winter zu, bleibt es bei milden Temperaturen, oder zeigt sich der Herbst weiter von seiner nebeligen Seite? So richtig entschieden scheint sich der November in Nordhessen noch nicht zu haben. Doch nun haben die Wetter-Experten eine neue Befürchtung.

Aber der Reihe nach: Nachdem sich zu Wochenbeginn die flächendeckend dichten Nebelfelder aufgelöst haben, ist es deutlich regnerischer in der Region geworden. Dazu fallen grad in höheren Lagen die Temperaturen in der Nacht unter den Gefrierpunkt. In der Nacht auf Donnerstag (14. November) ist Schneefall möglich.

Hessen wird zur „Tiefdruck-Autobahn“ – Wetter-Experten rechnen mit schweren Stürmen.

Kommende Woche in Nordhessen „könnte richtig turbulent werden“

Nun soll laut der Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Wochenende der Nebel zurückkehren. Während tagsüber die Temperaturen noch an zweistelligen Werten kratzen, fallen diese in der Nacht bis auf den Gefrierpunkt. Und danach?

Danach „könnte es richtig turbulent werden“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Portal wetter.net. „Für die Woche ab dem 18. November wird in Deutschland jetzt sogar eine Sturm- und Orkanlage berechnet“, sagt Jung. Den Höhepunkt sollen Böen mit Geschwindigkeiten um die 100 Kilometer pro Stunde am kommenden Donnerstag (21. November) bilden. Zwar seien die Berechnungen noch nicht hundertprozentig valide, doch sowohl das US-amerikanische als auch das europäische Wettermodell zeigten dieselbe Tendenz.

Jetstream steuer auf Mitteleuropa zu – und verwandelt Nordhessen in eine „Tiefdruck-Autobahn“

Ursächlich ist laut dem Portal WetterOnline ein kräftiges Tief, das sich derzeit über dem Nordatlantik entwickelt und das derzeit vorherrschende Hochdruckgebiet über den britischen Inseln allmählich beiseite schiebt. Dabei soll mit südwestlichen Winden zunächst milde Luft zu uns gelangen, auf der Rückseite des Tiefs werde es aber rasch nasskalt und im Bergland könne es auch schneien, heißt es in der Prognose.

„Der Jetstream, ein Starkwindband in etwa 10 Kilometern Höhe, nimmt dann deutlich an Fahrt auf und steuert auf Mitteleuropa zu“, sagt Niklas Weise, Meteorologe bei WetterOnline. Dann liegt Nordhessen mitten auf der „Tiefdruck-Autobahn", wie die Lage von WetterOnline beschrieben wird. Die Menschen in Kassel und Region müssen sich auf stürmische Tage einstellen. (esa)

Rubriklistenbild: © Dreamstime/Imago

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