THW setzt wieder Pumpen ein

Wieder große Anzahl toter Fische im Werratalsee aufgetaucht

+
Der Angelsportverein Eschwege hat Donnerstag und Freitag rund 130 Kilogramm tote Fische eingesammelt. Bereits am Anfang des Monats (Foto) hatten sie 150 Kilogramm aus dem See, der im Besitz der Stadt Eschwege und der Gemeinde Meinhard ist, geborgen. 
  • schließen

Im Werratalsee ist es wieder zu einem massiven Fischsterben gekommen. Der Angelsportverein Eschwege hat Donnerstag und Freitag rund 130 Kilogramm tote Fische eingesammelt.

Grund dafür ist nach wie vor, dass in den unteren Wasserschichten des bis zu acht Meter tiefen Kiessees zu wenig Sauerstoff vorhanden ist. Am 7. September war die Sauerstoffzufuhr durch Pumpen ausgesetzt worden. Jetzt wurde erneut das THW beauftragt, die Pumpen einzusetzen. Der Verband Hessischer Fischer fordert jetzt langfristige Lösungen, die alsbald umgesetzt werden sollen.


Nach dem ersten Fischsterben zu Beginn des Monats hatte das THW sieben Tage dem 110 Hektar großen Kiessee mit großen Pumpen Sauerstoff zugeführt. Rund 25 000 Liter Seewasser wurden pro Minute umgewälzt. Am 7. September wurde die Maßnahme auf Anraten der Stadt Eschwege eingestellt. „. In der letzten Woche kam es zu einer Übersättigung mit Sauerstoff“, sagt Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe. Das habe einen gegenteiligen Effekt gehabt. Durch eine Sauerstoffübersättigung droht den Fischen eine Gasblasenkrankheit. Nichtsdestotrotz hatten sich die Fische nach Angaben des ASV-Vorsitzenden Alex Tschirlich in diese Wasserschicht bewegt. „Das war eigentlich ihre Überlebenszone“, sagt Tschirlich. Durch die erneute Belüftung des Sees sollen Sauerstoffinseln für die Fische geschaffen werden.

Weil die Fische so nah an der Oberfläche schwimmen wurde auch der Bootsverkehr auf dem Werratalsee eingestellt. Vorerst bis zum 19. September. Die Segelregatta des WSSC wurde abgesagt. Ob die Hessischen Rudermeisterschaften am 30. September hier stattfinden können, wird die Zeit zeigen.

Zurück zu den Fischen: An der Wasseroberfläche locken sie Fischräuber an. Rund 150 Kormorane hätten sich in den vergangenen Tagen rund um den Werratalsee niedergelassen, heißt es vonseiten des ASV. Donnerstag und Freitag haben die Mitglieder des ASV Eschwege noch mal 130 Kilogramm Fisch eingesammelt. 150 Kilogramm waren es Anfang September. Nachdem vor zwei Wochen eher Barsche und Brassen auf der Wasseroberfläche und am Ufer gefunden wurden, waren es jetzt auch Zander, Schleien und Hechte. Auch ein 1,20 Meter langer Wels war dabei. „Unter einem Meter Wasser ist hier kaum Leben möglich, hier beginnt die Todeszone“, sagt Tschirlich.

Inzwischen hat sich der Verband Hessischer Fischer eingeschaltet. Sie kritisieren, dass seit 15 Jahren viele Gutachten beauftragt wurden, sich aber nichts getan hat und auch das Regierungspräsidium in Kassel sich nicht einschaltet. Landtagsabgeordneter Knut John hatte vergangene Woche RP und Landesregierung mit einer Anfrage in die Pflicht genommen. Die Angler fordern jetzt ein schnelles Handeln und wollen sich mit der Stadt Eschwege und der Gemeinde Meinhard zusammensetzen. Einer ihrer drei Vorschläge, die ihrer Meinung nach langfristigen Erfolg versprechen, solle schnell umgesetzt werden.

  • Eine Zwangszirkulation könnte den See in Bewegung bringen.
  • Mit Kalk könnte man eine Oxidation herbeiführen und Phosphate im See binden.
  • Bakterien, die die Phosphate im See bekämpfen, könnten zusammen mit einer Belüftung des Wassers umgesetzt werden.

„Wichtig ist, dass der Schlamm vom Grund entfernt wird“, sagt Tschirlich, der es nicht in Ordnung findet, dass die Gemeinde Meinhard so tue, als würde sie der Werratalsee nichts angehen.

Kommentare