VonChristoph Manusschließen
Die Preise für Wohneigentum gehen in Frankfurt und dem Taunus in einigen Segmenten zurück. Doch die Mieten steigen nach Zahlen des IHK-Wohnungsmarktberichts weiter an.
Die Nachfrage nach Wohneigentum in Frankfurt und dem Taunus ist in der zweiten Hälfe des vergangenen Jahres deutlich zurückgegangen. Das geht aus dem nun vorgelegten Wohnungsmarktbericht der Immobilienbörse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt hervor. Die Mitgliedsunternehmen berichten darin von einem Einbruch von bis zu 80 Prozent für einige Teilsegmente. Besonders gesunken sei etwa die Nachfrage nach nicht optimal angebundenen oder sanierungsbedürftigen Bestandsobjekten. Diese geringere Kaufbereitschaft führe teilweise auch zu sinkenden Preisen.
Jahrelang sind die Preise für Wohneigentum in Frankfurt und der Region enorm gestiegen. Nun gelingt es nach Beobachtung der Unternehmen Eigentümer:innen nicht mehr so leicht, die von ihnen gewünschten Preise zu erzielen. Wohnraum werde derzeit zum Teil 20 bis 30 Prozent unter den Angebotspreisen auf den Immobilienportalen verkauft, heißt es.
Die Situation für Menschen, die eine Wohnung mieten wollen, hat sich laut Wohnungsmarktbericht dagegen weiter verschlechtert. Die Immobilienbörse erklärt das etwa mit Kaufinteressierten, die angesichts der hohen Zinsen auf den Mietwohnungsmarkt ausweichen. Für das Frankfurter Westend nennt der Bericht inzwischen eine Schwerpunktmiete von 18,50 Euro pro Quadratmeter, für das Nordend von 16 Euro pro Quadratmeter. Auch in Bad Homburg (12,50 Euro), Oberursel (12 Euro) und Hofheim (11 Euro) haben sich die Mieten pro Quadratmeter deutlich erhöht.
IHK-Präsident Ulrich Caspar nimmt die Zahlen zum Anlass, um einmal mehr eine stärkere Ausweisung von Bauland zu fordern und für Deregulierung zu werben. Bauvorschriften und kommunale Satzungen müssten überprüft, reduziert oder aufgehoben werden, forderte er am Donnerstag.
