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Wolkenkratzer-Pleite in Frankfurt: Trianon-Turm-Gesellschaft meldet Insolvenz an

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Die Objekt-Gesellschaft des Frankfurter Trianon-Turms hat Insolvenz angemeldet.
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Der Frankfurter Trianon-Turm steht vor einer ungewissen Zukunft. Die Betreibergesellschaft ist insolvent. Käufer stehen nicht gerade Schlange.

Frankfurt – Der Trianon-Turm in Frankfurt hat Insolvenz angemeldet. Die Gesellschaft „Geschäftshaus am Gendarmenmarkt GmbH“ leitete das Verfahren beim Amtsgericht Frankfurt am Main ein. Das teilte die Kanzlei Pluta mit, das vom Amtsgericht Frankfurt für die Insolvenzverwaltung bestellt worden ist.

Von der Kanzlei Pluta wurde Stephan Laubereau als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt. Dieser verschafft sich laut der Mitteilung derzeit einen Überblick über die Lage und führt erste Gespräche, um den Betrieb des Wolkenkratzers im Interesse der Mieter fortzuführen. Hinweise auf die bevorstehende Insolvenz gab es bereits im Vorfeld.

Trianon-Turm: Südkoreanische Eigentümer können Kredite nicht bedienen

Die koreanische Wirtschaftszeitung Korea Economic Daily berichtete kürzlich über das drohende Verfahren. Laut der Zeitung konnten die südkoreanischen Eigentümer des Turms, zwei Immobilienfonds, weder ihre Kredite bedienen noch zusätzliches Kapital bereitstellen.

Der Trianon-Turm, der 186 Meter hoch ist und seit über 30 Jahren die Skyline von Frankfurt prägt, steht vor Herausforderungen. 2018 zahlten Investoren noch 670 Millionen Euro für das Gebäude, doch zuletzt sollte der Turm nur noch zu einem Drittel des damaligen Preises angeboten worden sein, wie die Wirtschaftswoche berichtet. Der Hauptmieter, die Fondsgesellschaft Deka, entschied sich 2020, aus dem Gebäude auszuziehen, was die Suche nach neuen Mietern erschwert.

Angebot an Büroflächen in Frankfurt wächst – Trend zum Homeoffice steigt

Das Gebäude hat laut mehreren Berichten einen erheblichen Sanierungsstau, insbesondere bei der Wasserversorgung und Energieeffizienz, was die Vermietung zusätzlich erschwert. Viele Firmen benötigen aufgrund des Homeoffice-Trends weniger Büroflächen. Gleichzeitig wächst das Angebot an Büroflächen in Frankfurt, und der Anstieg der Zinsen belastet die Immobilienbranche.

„Das Verfahren ist komplex. Meine ersten Gespräche verliefen sehr konstruktiv. Ziel ist es, den Betrieb des Büroturms möglichst reibungslos im Interesse der Mieter fortzuführen“, sagte Laubereau. Der Insolvenzverwalter ist erfahren im Umgang mit Immobilieninsolvenzen. Er hat unter anderem das Insolvenzverfahren des Wohnturms Onyx in Frankfurt und eines Bürohochhauses in Eschborn betreut. Derzeit ist er auch Insolvenzverwalter der Heinrich Hildmann Baugesellschaft, einer Tochtergesellschaft der Traumhaus AG.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage weiterentwickelt und ob ein neuer Käufer oder Mieter für den Trianon-Turm gefunden werden kann. Der Trianon-Turm ist nicht das erste prominente Beispiel für die Krise in der Büro- und Gewerbeimmobilienbranche. Bereits im vergangenen Jahr meldeten zahlreiche Projektentwickler Insolvenz an, darunter die Signa-Holding des Österreichers René Benko. (esa)

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