VonVolker Feuersteinschließen
Was verbindet Fulda und die Rhön mit New York? Der Künstler Franz Erhard Walther. Seine Werke sind in der Villa Walther in seiner Heimatstadt und in vielen Museen der Welt zu sehen. Mit einem Gang durch seine Werkgeschichte vor einem Filmteam in der Rhön und jetzt in der New Yorker Kunstszene begeisterte er sein Publikum.
Fulda/New York - In New York stand Franz Erhard Walther mit seiner Werksatz-Vorstellung unter dem Motto „Creation needs Action“ – „Schöpfung braucht Aktion“ im Mittelpunkt der Performa Biennale 2023, einer weltweit beachteten Präsentation von Bildenden Künstlern, die im Bereich Performance arbeiten. Sie findet alle zwei Jahre statt und belebt jeden Bezirk von New York. Walthers Performa-Präsentation wurde gemeinsam mit der Judd Foundation produziert und sollte die Beziehung zwischen den Künstlern Walther und Judd reflektieren.
Fulda: Künstler Franz Erhard Walther wird in New York gefeiert
Der Künstler aus Fulda war in der Zeit seiner New Yorker Schaffensperiode mit Donald Judd befreundet. In New York wurden jetzt unter der Organisation von Walthers Frau Susanne 15 Werke aus der Zeit von 1964 bis 2003 gezeigt und aktiviert. Bei den Aktivierungen agierten er selbst und New Yorker Künstler im Mittelpunkt der Handlungen. Es wurde ein strahlendes Comeback des Fuldaer Künstlers, der in New York Jahrzehnte zur Elite der aktiven Vertreter moderner Performance-Kunst gehörte.
Walther stand – zurück in Fulda – noch ganz unter den Eindrücken der Veranstaltung in New York, bei der er vor allem vom enthusiastischen Beifall vieler junger Besucher überrascht und begeistert war. „Die euphorische Rezeption hat mich zutiefst berührt“, erinnert sich Walther und freut sich, „dass die Arbeiten eines alten Künstlers nicht in der Historie erstarrt sind, sondern auch in der Gegenwart als moderne Kunst akzeptiert und aufgenommen werden.“
Nach Händeschütteln, Umarmungen und Komplimenten wurde ihm versichert „We need you in New York!“, und Walther antwortete: „Ich hab’ mein Herz schon an Fulda verschenkt!“ Hier allerdings wird er bis heute von Teilen der Bevölkerung und städtischen Institutionen nicht als bedeutender Weltkünstler wahrgenommen, der er ist, wie aktuell New York einmal mehr bewiesen hat, bedauert seine Frau Susanne Walther.
Zu den Gästen der Veranstaltung dort gehörten so prominente Künstlerinnen, wie Joan Jonas, die für ihre Performance- und Video-Arbeiten bekannt ist. Oder Max Hollein, ehemaliger Direktor von Städel und Schirn in Frankfurt, heute Direktor und Chief Executive Officer des Metropolitan Museum of Art in New York City. Im Museum of Modern Art (MoMA) unternahm Walther einst in der Metropole wichtige Schritte seiner Karriere, die ihn international bekannt machten. Es war die neue Einbeziehung des Körpers und des kreativen Geistes von Besuchern in textile Werke, die Walther im Museum Ende der 60er Jahre präsentierte.
Was damals bereits für Aufsehen sorgte, gelang ihm jetzt wieder in New York. Wenn er mit seiner Schreitformierung – neun Teilnehmer in einer Stoffbahn eingebunden – den Aktionsraum in der Judd Foundation verließ und zum Broadway gehen ließ, dann erregte das auch in einer Stadt, in der man sich über nichts mehr wundert, Staunen, Überraschung und Beifall. Für die Aktivierung der Werksätze wurden auch die Stücke Fuldaer Sammler nach New York gebracht und dort eingesetzt.
Nach New York weiß der Fuldaer Künstler, der jüngst bewies, dass auch Käse Kunst sein kann, dass sein Motto, „Ich handle, also bin ich“ – in Anlehnung an Descartes bekannte These „Cogito ergo sum“ ( „Ich denke also bin ich“) – noch immer in der internationalen Kunstszene und für ihn gilt. Er und seine neue Dimension der Kunst – obgleich in die Jahre gekommen – sind so aktuell wie einst, und sie werden akzeptiert.


